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Berlin: Wissenschaftler, frühere Diplomaten und Offiziere haben die Bundesregierung zu schneller Hilfe für gefährdete einheimische Mitarbeiter in Afghanistan aufgerufen. In einem am Freitag verbreiteten offenen Brief forderten sie eine unbürokratische und schnelle Aufnahme Betroffener in Deutschland parallel zum Abzug. «Die Taliban haben immer wieder deutlich gemacht, dass sie diese Ortskräfte als Kollaborateure des Westens begreifen, die sie als Unterstützer eines militärischen Besatzungsregimes zur Verantwortung ziehen wollen», heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag.
Es sei zu befürchten, dass Gefährdete schutzlos zurückgelassen werden könnten, warnen die Unterzeichnen. Und: «Wer die effektive Aufnahme wirklich will, der kann in den verbleibenden Wochen nur eine unbürokratische Prozedur für all die Ortskräfte und ihre Angehörigen umsetzen, die für deutsche Stellen gearbeitet haben: Öffentliche Bekanntgabe des Aufnahmeprogramms, Registrierung, Vorbereitung der Ausreise, die möglichst geschehen muss, solange die Bundeswehr noch im Lande ist, gegebenenfalls Durchführung von Charterflügen.»
Seit 2013 seien nach Zahlen des Verteidigungsministeriums knapp 800 Ortskräfte plus Familienangehörige in Deutschland aufgenommen worden, heißt es in dem Brief. Zwischen 2014 und 2021 seien aber gerade einmal 15 zusätzliche Aufnahmen erfolgt, obwohl sich die Sicherheitslage verschlechtert habe. Zu den Unterzeichner gehören auch mehrere Politiker und frühere Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr.
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