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Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack (l.) und Fregattenkapitän Marco Thiele, Vorsitzender Marine im Deutschen BundeswehrVerband, an Bord des Tenders "Rhein" vor der Ostseeinsel Rügen. Foto: PIZ Marine
Berlin/Rostock. Der Bund hat heute den Kaufvertrag zum Erwerb der MV Werft am Standort Rostock unterzeichnet und damit den „Startschuss für den Aufbau einer zusätzlichen Betriebsstätte für das Marinearsenal“ gegeben, teilte das Bundesverteidigungsministerium in einer Presseerklärung mit.
„Mit dem Erwerb sehe ich die große Möglichkeit, die Einsatzbereitschaft für den Bereich Marine signifikant zu erhöhen“, sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht. Die „schlechte materielle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr, insbesondere bei der Marine“ solle zügig behoben werden. Lambrecht versprach: „Mangelnde Kapazitäten und lange Liegezeiten sollen nun der Vergangenheit angehören.“ Es sollten nun „schnellstmöglich die Voraussetzungen für die Aufnahme des Instandsetzungsbetriebes“ geschaffen werden.
Dies entspricht den Wünschen und Bedürfnissen der Deutschen Marine. Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack hatte vor wenigen Tagen den „kurzfristigen Aufbau einer leistungsfähigen Erweiterung des Marinearsenals im Ostseebereich“ angemahnt. „Um es klar auszusprechen: Ohne eine substanzielle Stärkung des Marinearsenals ist ein Turnaround in der dauerhaften Einsatzfähigkeit der Marine nicht möglich. Eben diesen Wendepunkt braucht die Deutsche Marine aber so schnell wie möglich“, hatte Kaack vor den Besatzungen des Tenders „Rhein“ und der Korvette „Oldenburg“ an Bord des Tenders „Rhein“ vor der Ostseeinsel Rügen gesagt.
Die Stärkung von Kampfkraft und Einsatzfähigkeit der Deutschen Marine ist nach Auffassung von Vizeadmiral Kaack kurzfristig dringend erforderlich, weil die russische Marine „aus diesem Krieg im Wesentlichen unbeschadet hervorgehen“ werde. „Darauf müssen wir – gemeinsam mit unseren Verbündeten – vorbereitet sein.“
„Die Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten ist absolut zu begrüßen", stellt auch der Vorsitzende Marine im Deutschen BundeswehrVerband, Fregattenkapitän Marco Thiele, fest. „Leider gibt es mal wieder ein ,Aber' dazu. Mit den derzeit vorherrschenden Prozessen wird es schlicht unmöglich sein, die demnächst zur Verfügung stehenden 100 Milliarden Euro sinnvoll auszugeben oder zusätzliche Instandsetzungskapazitäten zu nutzen. Das im Gesetzgebungsverfahren befindliche ,Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz' mag eventuell die Verfahren vereinfachen, aber es wird nicht den lange eingeübten Weg der im System befindlichen Verhinderer aufbrechen", warnte Thiele. "Und die, die etwas erreichen wollen, werden dann spätestens durch die erwähnten Verhinderer ausgebremst. Geld und zusätzliche Kapazitäten sowie ein neues Gesetz reichen nicht, das ganze System des ,prozessualen Starrsinns' muss aufgebrochen und am Ziel und nicht am Weg orientiert sein.“
Der zusätzliche künftige Marinearsenalbetrieb der Bundeswehr in Rostock wird die Instandhaltung von Schiffen und Booten erweitern können. Infolge der Übernahme der insolventen MV-Werft durch den Bund sollen bis zu 500 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Das Gelände kostet den Bund 87 Millionen Euro.
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