Verteidigungsminister Boris Pistorius (l.) und Generalleutnant Holger Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, bei der Übergabe der ersten F-35A im texanischen Fort Worth. Foto: picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

19.09.2026
YB

Deutschland übernimmt erstes F-35A-Kampfflugzeug

Es ist der Beginn einer neuen Ära für die Bundeswehr: In Fort Worth (Texas, USA) hat Verteidigungsminister Boris Pistorius den ersten Kampfjet vom Typ Lockheed Martin F-35A in Empfang genommen.

Damit verfügt die Luftwaffe erstmals in ihrer 70-jährigen Geschichte über ein Kampfflugzeug der so genannten fünften Generation. Diese Kampfjets zeichnen sich unter anderem durch ihre Tarnkappeneigenschaften aus und sollen nur schwer durch Radarsysteme zu erfassen sein.

An der Übergabezeremonie beim Hersteller Lockheed Martin in Fort Worth nahm auch Verteidigungsminister Boris Pistorius teil, der sich zurzeit auf einer USA-Reise befindet.

Mehr als nur die Übergabe eines innovativen Flugzeugs sei dieser Moment, wird der SPD-Politiker vom BMVg zitiert. Und weiter: „Es ist der lebende Beweis für die Kraft transatlantischer Partnerschaft und erfolgreicher Kooperation zwischen Deutschland und den USA.“ Der Minister sprach vom Beginn einer neuen Ära. Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften sei der Jet „Sensor und Schaltzentrale im Luftkrieg von morgen“, so Pistorius.

Auch Oberstabsfeldwebel Heiko Stotz, Vorsitzender Luftwaffe im DBwV-Bundesvorstand, sieht im Zulauf der ersten F-35A den Start einer neuen Epoche in der Geschichte der Luftwaffe. „Die Übergabe der ersten F-35A ist ein weiterer Meilenstein in der 70-jährigen Geschichte unserer Luftwaffe“, sagte Stotz, und weiter: „Der altgediente Tornado hat einen würdigen Nachfolger gefunden und die Zukunft der nuklearen Teilhabe der Bundeswehr ist damit gesichert.“

Die Luftwaffe soll bis 2029 insgesamt 35 F-35A erhalten, das Auftragsvolumen beträgt 8,3 Milliarden Euro – finanziert aus dem 2022 beschlossenen Sondervermögen. Die ersten acht Maschinen sollen in den USA verbleiben und der Ausbildung des Luftwaffenpersonals dienen. In Deutschland sollen die ersten Jets ab 2027 stationiert werden. Teile des Rumpfes des Flugzeugs werden von Rheinmetall in Deutschland gefertigt.

Infrastruktur in Büchel wird angepasst

Der Standort Büchel in der Eifel, Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33, wird derzeit umgebaut, um die neuen Flugzeuge aufnehmen zu können. Aktuell fliegt das Geschwader noch den Panavia Tornado, mit dem die Luftwaffe die Aufgabe der nuklearen Teilhabe wahrnimmt. Diese Rolle soll künftig die F-35A übernehmen.

Flugzeuge der so genannten fünften Generation zeichnen sich neben ihrer stark reduzierten Radarsignatur durch einen hohen Vernetzungsgrad aus. Aktuell verfügen Russland mit der Suchoi SU-57 und China mit der Chengdu J-20 über Kampfflugzeuge der fünften Generation. Auch Südkorea hat einen vergleichbaren Jet mit Stealth-Eigenschaften entwickelt.

Deutschland steht mit der F-35A nicht allein in der NATO: Neben den USA betreiben eine ganze Reihe weiterer transatlantische Partner das Modell bzw. beabsichtigen die Anschaffung. Dies bietet Vorteile bei der Interoperabilität und der gemeinsamen Ausbildung.

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