Engagierte, junge Mitglieder trafen sich zur ersten Tagung des Jungen DBwV im Landesverband Ost. Foto: DBwV/Eva Krämer

Engagierte, junge Mitglieder trafen sich zur ersten Tagung des Jungen DBwV im Landesverband Ost. Foto: DBwV/Eva Krämer

23.10.2026
Jana Bartole

Junge Mitglieder, neue Ziele, neue Perspektiven

Berlin. Zwei Tage voller Begegnungen, neuer Impulse und spannender Einblicke: Am 22. und 23. Oktober kamen engagierte, junge Mitglieder des Deutschen BundeswehrVerbandes in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin zur ersten Tagung des Jungen DBwV im Landesverband Ost zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Interessenvertretung auch für junge Mitglieder gelingt, und die Erkenntnis, dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Zum Auftakt begrüßten der Landesvorsitzende Ost, Hauptmann Ralf Baasch, und der stellvertretende Landesvorsitzende Ost, Hauptmann Alexander Dreiser, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich und gaben einen Einblick in die Arbeit des Verbandes. Ein Überblick über dessen Strukturen, Aufgaben und Funktionsweise schuf eine gemeinsame Grundlage für den weiteren Austausch und bot Raum für offene Fragen.

Ein wichtiger Aspekt des Vortrags war die Hauptversammlung des DBwV und die damit verbundenen Entscheidungsprozesse. Dabei wurden das Antragswesen über die verschiedenen Verbandsebenen bis hin zur Hauptversammlung sowie die daraus resultierenden Beschlüsse und das Auftragsbuch näher erläutert. Besonderes Augenmerk lag auf dem Beschluss zum Jungen DBwV und den daraus entstehenden Aufgaben. Gleichzeitig wurde ein Ausblick auf eine weitere Veranstaltung des Jungen DBwV im Frühjahr des kommenden Jahres gegeben.

Ein zentrales Anliegen war es, deutlich zu machen, dass die Tagung vor allem den jungen Mitgliedern gewidmet ist. Ihre Fragen, Interessen und Anliegen sollten den Austausch prägen und die inhaltliche Gestaltung der Veranstaltung maßgeblich beeinflussen. Die Teilnehmenden waren daher ausdrücklich eingeladen, sich aktiv einzubringen und eigene Themen anzusprechen.

Hauptmann Ralf Baasch betonte die besondere Bedeutung des Engagements junger Menschen für den Verband. Gerade in einer Lebensphase, in der Karriereplanung, Ausbildung, Familie und Freundeskreis viel Zeit beanspruchen, sei ehrenamtliches Engagement keine Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger sei es, die Perspektiven und Bedürfnisse der jungen Generation stärker in die Verbandsarbeit einzubeziehen und ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Denn nur durch aktive Beteiligung lassen sich ihre Interessen wirksam vertreten und die Zukunft des Verbandes gemeinsam gestalten.

Beim anschließenden Rundgang durch die Bundesgeschäftsstelle lernten die jungen Mitglieder das organisatorische Herz des DBwV auf Bundesebene kennen. Ein gemeinsames Gruppenfoto hielt den Auftakt auch bildlich fest.

Wie der Verband seine Interessen in Berlin vertritt, erläuterte Jana Bartole, Referentin in der Abteilung Politik des DBwV. Sie gab Einblicke in die politische Interessenvertretung, die Lobbyarbeit und die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Anliegen der Mitglieder in politische Debatten einzubringen und ihnen Gehör zu verschaffen.

Im Paul-Löbe-Haus rückte anschließend das Ehrenamt in den Fokus. Hauptmann Lukas Jochum, Vorsitzender des Zentralen Bereichs, Projektverantwortlicher Junger DBwV und mit 30 Jahren jüngstes Mitglied im Bundesvorstand, berichtete von seinem Weg von der örtlichen Truppenkameradschaft in den Bundesvorstand. Er gab Einblick in seine aktuelle Arbeit, etwa zum Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetz mit der Forderung nach „einem Bett und einem Spind“ und zur Stärkung junger Mitglieder im Verband. Seine Botschaft: Jeder Schritt zählt – entscheidend ist, sich einzubringen und anzufangen. Im anschließenden Austausch sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Jochum über aktuelle Herausforderungen junger Mandatsträger und neue Veranstaltungsformate.

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Besuch im Deutschen Bundestag. Von der Besuchertribüne aus erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in die parlamentarischen Abläufe und die Architektur des Gebäudes – und damit in den Ort, an dem politische Entscheidungen getroffen werden, die auch den Dienstalltag der Soldatinnen und Soldaten prägen.

Der zweite Veranstaltungstag begann ganz im Zeichen der Kommunikation. Sarina Flachsmeier aus der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des DBwV gab Einblicke in die Arbeit des Verbandes in den sozialen Medien und beim Thema Öffentlichkeitsarbeit und verdeutlichte, wie wichtig eine zeitgemäße Ansprache ist, um verbandliche Anliegen sichtbar zu machen und wirkungsvoll zu vermitteln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven ein und diskutierten, wie die Sichtbarkeit des Verbandes weiter gestärkt und unterschiedliche Zielgruppen noch besser erreicht werden können.

In der anschließenden Workshopphase waren die jungen Soldatinnen und Soldaten selbst gefragt: Aus Zuhörern wurden Mitgestalter, aus ersten Ideen konkrete Ansätze für eigenes Engagement. Unter dem Leitgedanken „Gelebte Interessenvertretung – Mandatsträger werden!“ setzten sie sich mit ihren Erwartungen an den Jungen DBwV auseinander und diskutierten, wie ein Social-Media-Auftritt gestaltet sein muss, um junge Menschen anzusprechen und für die Verbandsarbeit zu begeistern. Dabei entwickelten sie eigene Ideen und erarbeiteten konkrete Ansätze für Social-Media-Beiträge, die junge Menschen für ein Mandat begeistern – von der ersten Idee bis zur möglichen Umsetzung.

Zum Abschluss betonte der stellvertretende Landesvorsitzende, dass die Tagung erst der Anfang sein solle. Denn die Zukunft des Verbandes entsteht dort, wo junge Mitglieder ihre Ideen und Perspektiven einbringen. Der Landesverband Ost will ihre Stimmen stärker in den Mittelpunkt rücken und gemeinsam mit ihnen neue Impulse setzen. Die nächste Veranstaltung ist bereits für März 2027 geplant.

Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen wertvolle Erfahrungen und neue Impulse aus der Veranstaltung mit. Besonders der Austausch über Organisations- und Einheitsgrenzen hinweg machte deutlich, wie wichtig es ist, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsame Anliegen zu erkennen.

Stabsunteroffizier Franchesca Bauer Castillo betonte den Mehrwert des Austauschs: „Es ist spannend und zielführend, dass Menschen aus unterschiedlichen Unterstützungsbereichen und Einheiten unserer Altersgruppe zusammenkommen. Dabei wird deutlich, dass uns oft die gleichen Themen und Herausforderungen beschäftigen.“

Feldwebel Konstantinos Avramidis hob insbesondere die Bedeutung einer stärkeren Einbindung junger Menschen hervor: „Die Veranstaltung hat mir wertvolle Einblicke in die Funktionsweise des Verbandes ermöglicht. Ich begrüße es sehr, dass das Projekt junge Mitglieder stärker einbinden will – denn ihre Perspektiven sind entscheidend, um den Verband aktiv mitzugestalten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“

Zwei Tage, viele Impulse und eine klare Botschaft: Wer die Zukunft des Verbandes mitgestalten will, muss nicht warten, bis er gefragt wird. Er kann heute damit anfangen.

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