70 Jahre DBwV – Die Erfolgsgeschichte geht weiter
Ein Abend im Zeichen des Jubiläums
Klartext in spannenden Zeiten
Zielgruppentagung des Unterstützungsbereichs
Team Luftwaffe: Verantwortung übernehmen – Zukunft gestalten
Das Leben der anderen
„Last Call!“ – Der letzte Bundeswehr-Einsatz in Kabul
Kampfschwimmer – der Kern der Spezialkräfte der Marine
Leistungen im Soldatenentschädigungsgesetz werden angepasst
Brücke in die Zukunft: Die Tagung für Soldaten auf Zeit
Vom Dienstherrn zum Arbeitgeber: Wie Soldaten im Justizvollzug eine neue Zukunft finden
SaZ-Onlinetreff: Rentenansprüche sichern – Nachversicherung, Aufstockung und Übergangsleistungen richtig nutzen
Mandat ein letztes Mal verlängert: Bundeswehreinsatz UNIFIL im Libanon
EUFOR Althea und KFOR: Bundestag stimmt für Verlängerung
Bundestag berät über letztmalige Verlängerung des Bundeswehreinsatzes im Libanon
Bundestag berät über die Bundeswehrbeteiligung an KFOR und EUFOR ALTHEA
Erinnerung an Hauptfeldwebel Mischa Meier
Marsch zum Gedenken endet in der Gluthitze Berlins
Startschuss für den Marsch zum Gedenken 2026
Erinnerung an Andreas Heine und Christian Schlotterhose
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Austausch und Information bei der SG Reserve der AG 4. Foto: DBwV/Eva Krämer
Reservistenausweis, der Nationale Veteranentag, die Zukunft der Reserve und viele weitere Themen standen auf der Tagesordnung der SG Reserve der AG 4, die sich Anfang September zu einer Tagung traf. Geleitet wurde die Veranstaltung von Hauptmann a.D. Ingo Zergiebel, Vorsitzender Ehemalige und Oberstabsfeldwebel a.D. Uwe Schenkel, zweiter Vorsitzender Ehemalige, die im Bundesvorstand unter anderem auch für die Anliegen von Reservisten zuständig sind.
Zu Beginn gab der stellvertretende Bundesvorsitzende, Oberstabsgefreiter Marcus Meissner einen kurzen Überblick über die Themen, die den DBwV derzeit beschäftigen. „Der Verband kann sich sehen lassen. Unsere Mitgliederzahlen steigen konstant“, sagte Meissner. „Aktuell beschäftigen uns die Reserve, die Infrastruktur und auch die Mindestdienstzeiten, die wie ein Koloss über uns schweben.“
Im Anschluss informierte Oberstabsbootsmann d.R. und Kompaniefeldwebel Mirko Klisch in seinem Impulsvortrag „Reserve mit Wirkung!“ über die Reserveeinsatzkompanie See Wilhelmshaven. Die Schlüsselidee: „Ausscheidende Soldaten sollen möglichst früh mit der Reserve in Berührung kommen“, sagte Klisch. In Wilhelmshaven sollen die Reservisten vor allem Aufgaben im Objektschutz übernehmen. „Ein Problem dabei ist, dass das seefahrende Personal mit Objektschutz nicht so viel zu tun hat. Trotzdem versuchen wir, die Leute dafür zu begeistern“, erklärte Klisch. Bereits 212 der 297 Dienstposten seien besetzt. „Weitere 46 sind im Zulauf“, so Klisch. „Ohne Langzeit-Reservistendienstleistende geht eigentlich nichts mehr. Reserve funktioniert nur dort, wo Menschen sie dauerhaft tragen.“
Neuigkeiten aus dem Veteranenbüro
Oberstleutnant Norman Hogh brachte Neuigkeiten aus dem Veteranenbüro der Bundeswehr mit und blickte auf den zweiten Nationalen Veteranentag zurück: „Wir hatten dieses Jahr deutschlandweit bereits 70 Veranstaltungen, mehr als im vergangenen Jahr“, sagte Hogh. „Jedes Jahr wird es ein neues Motto geben, damit neue Gruppen erschlossen werden. Gleichzeitig ist es wichtig, alte Gruppen nicht zu verlieren und Vereine und Verbände mitzunehmen.“ Bereits jetzt gäbe es Anfragen für den Veteranentag 2027. Oberstleutnant Hogh sprach auch über den digitalen Veteranenausweis: „Der Ausweis soll in einer App mit Informationsportalen verknüpft werden, darunter beispielsweise der Bundeswehr Sozialdienst oder anderen Benefits.“
Aus dem Referat für Reservistenangelegenheiten im Verteidigungsministerium berichtete Oberst i.G. Wilhelm Neißendorfer: „Ziel der Reserve muss es sein, zukünftig bereits im Frieden integraler Bestandteil der Streitkräfte und des gesamtstaatlichen Verteidigungsplans zu sein.“ Dafür müsse der Dienst in der Reserve attraktiv für Ungediente und ehemalige Zeitsoldaten sowie für Arbeitgeber und Wirtschaft sein.
Im Rahmen der Tagung hielt außerdem Ministerialrätin Dr. Theresia Kloke einen Vortrag. Sie leitet das Referat Reserve im Verteidigungsministerium. „Derzeit sind mehr als 60.000 Reservistinnen und Reservisten beordert. Bis 2035 soll die Zahl auf mindestens 200.000 steigen“, sagte sie. „Unsere Aufgabe ist es, alle Potenziale zu erschließen.“ Das Reservestärkungsgesetz soll die Verfügbarkeit erhöhen, beispielsweise bei Auslandseinsätzen, die Attraktivität für den Reservedienst steigern und die Bürokratie senken.
„Die Aufwuchszahlen sind sportlich“
Oberstleutnant i.G. Daniel Kokonowski aus dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr berichtete unter anderem über die Personalführung in der Reserve und die Weiterentwicklung. „Die Aufwuchszahlen sind sportlich. Ziel ist es, möglichst viele Reservistinnen und Reservisten zu beordern“, erklärte Kokonowski. Dazu seien Reservistinnen und Reservisten angeschrieben worden. „Wir haben im Juli begonnen, die ersten Briefe herauszuschicken. Ziel ist es, jeden Monat mindestens 10.000 Anschreiben an die Reservistinnen und Reservisten zu verschicken.“ Inzwischen seien über 15.000 Briefe versendet worden – rund 8.600 Reservistinnen und Reservisten haben sich darauf gemeldet. „Nun geht es darum, Dienstposten zu suchen“, so Kokonowski. Außerdem soll eine zentrale Anlaufstelle für die Reserve aufgebaut werden. „Die Idee ist, dass so der Kommunikations- und Informationsfluss besser gesteuert werden kann. Außerdem soll es eine Art Wikipedia der Reserve geben, damit möglichst viele Fragen der Reservistinnen und Reservisten beantwortet werden können.“
Über die aktuellen Entwicklungen der Reserve im Heer informierte Oberst Michael Frick, Referatsleiter und Inspizient Reserveangelegenheiten im Kommando Heer. „Im Heer haben wir im Moment 25.000 Reservistinnen und Reservisten“, sagte Frick. Zusätzlich gebe es weitere Beorderungsmöglichkeiten. „Aber wir stehen auch vor Problemen: Die Unterkünfte werden nun teilweise von den Wehrpflichtigen genutzt. Außerdem gibt es bei den einzelnen Artikeln der Bekleidung Lieferengpässe.“ Wichtig sei, dass die Reservistinnen und Reservisten genauso gut ausgestattet werden wie die aktiven Soldatinnen und Soldaten.
Reservisten an den DBwV binden
Am zweiten Tag der Tagung berichtete unser Justitiar, Major d. R. Christian Sieh, über die ersten Erfahrungen der Kameradschaft beim Heimatschutzregiment 1 in Roth. „Das Ziel ist es, Verbandsstrukturen auch im Heimatschutz aufzubauen und die Reservistinnen und Reservisten langfristig an den DBwV zu binden“, erklärte Sieh. Kurzdiener, die nach der aktiven Dienstzeit in den Heimatschutz gehen, gehören gemäß unseren Verbandsstrukturen den KERHs an. „Wir müssen uns aber eingestehen, dass die Integration in die KERHs nicht so gut funktioniert“, so Sieh. Das läge unter anderem an der großen Altersspanne und auch an den Themen, die die Mitglieder der KERH interessieren, und den Themen, die für junge Reservistinnen und Reservisten interessant sind. Die Wahl für den Vorstand der Kameradschaft des Heimatschutzregiments 1 in Roth soll noch im September stattfinden.
Oberst i.G. Florian Kracht, Leiter des Kompetenzzentrums Reservistenangelegenheiten, informierte aus seinem Arbeitsbereich: „Unser Vorhaben ist, dass die Reservistinnen und Reservisten wieder mehr Übungstätigkeiten durchführen. Derzeit sehen wir, dass die Übungen wieder nach oben gehen und die Reservistinnen und Reservisten länger bei uns bleiben“, sagte Kracht. „Da sind wir auf dem richtigen Weg.“
Neben den Fachvorträgen kam auch der Austausch nicht zu kurz: Die Teilnehmer hatten ausreichend Zeit, sich über verschiedene Themen auszutauschen, Erfahrungen aus der Praxis zu teilen und über aktuelle Herausforderungen zu diskutieren. Genau das macht dieses Format der Tagung aus – der direkte Austausch miteinander.
„Die Herausforderungen bei der Reserve sind groß. Das haben wir unter anderem in den Fachvorträgen gehört, aber der Deutsche BundeswehrVerband bleibt dran und bringt die Interessen der Mitglieder weiterhin ein“, sagte Hauptmann a.D. Ingo Zergiebel abschließend.
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