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Ein großer runder Tisch, der alle zusammenbringt: Politiker, Veteranen, Angehörige und Experten. Das war das Fachgespräch, zu dem Abgeordnete der Regierungsparteien und der Union ins Jakob-Kaiser-Haus des Bundestages eingeladen hatten. Foto: DBwV/Yann Bombeke
Es ist durchaus angemessen, von einer „Veteranenwoche“ zu sprechen: Heute startet in Berlin der erste deutsche Veteranenkongress – initiiert vom Deutschen BundeswehrVerband. Bereits gestern Abend diskutierten Politiker der Regierungskoalition und der Unionsparteien mit Veteraninnen und Veteranen, ihren Angehörigen sowie Expertinnen und Experten über ganz konkrete Themen – wie etwa dem Veteranentag oder den Wegen zu einer besseren Anerkennung und Wertschätzung.
„Der Veteranentag kann dazu beitragen, das Bewusstsein in der Gesellschaft für den Dienst der Soldaten weiter zu schärfen“, sagte der ehemalige Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels zum Einstieg in die Diskussion im Jakob-Kaiser-Hauses des Bundestages. Bartels verwies auch auf aktuelle Umfragen, die verdeutlichen, dass der Rückhalt in der Bevölkerung für die Bundeswehr gegeben ist – ein Veteranentag dürfte daher auch auf breite Akzeptanz stoßen.
„Ich erwarte nicht, dass direkt etwas losbricht, wenn wir 2024 einen ersten Veteranentag haben. Aber ich glaube, dass sich über die Zeit einiges entwickeln kann“, sagte Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert, Stellvertreter des Bundesvorsitzenden. So geben sich alle optimistisch, dass in diesem Jahr tatsächlich schon der erste Veteranentag in Deutschland begangen werden kann – die Frage ist nur: wann? Es stehen mehrere Vorschläge im Raum: Etwa der 12. November, Gründungstag der Bundeswehr. „Der Geburtstag der Bundeswehr ist ein nachvollziehbares Datum“, sagte Oberstleutnant i.G Bohnert, „aber schönes Wetter wäre auch eine gute Rahmenbedingung.“ Für Bohnert wäre auch ein Zeitraum statt eines festen Tages denkbar – etwa die Woche vom 9. bis 16. September. Dies waren die Daten der Invictus Games in Düsseldorf im vergangenen Jahr. Und die waren eine Art Initialzündung für die Veteranenpolitik in Deutschland.
Ein weiterer Vorteil eines solchen Zeitraums wäre, dass man den Veteranentag auf einen Samstag oder Sonntag legen könnte. Fällt das Datum auf einen Werktag, könnten unter Umständen viele Veteraninnen oder Veteranen nicht daran teilhaben, weil sie arbeiten müssen. „Wir sind offen und gesprächsbereit, aber gutes Wetter und eher ein Zeitraum als ein fixer Zeitpunkt wären aus unserer Sicht besser“, ergänzte Oberstleutnant i.G. Bohnert. Der Veteran Wolf Gregis sieht ebenfalls Vorteile mit einem Veteranentag Anfang September: In diesem Zeitraum gibt es keine weiteren wichtigen Termine oder Feiertage, mit denen der Veteranentag kollidieren könnte.
„Wenn wir diesen Tag beschließen, dann dürfen wir uns nicht darauf ausruhen“, sagte die Verteidigungspolitikerin Merle Spellerberg (Bündnis 90/Die Grünen). Die Bundestagsabgeordnete wünscht sich weitere Verbesserungen bei Betreuung und Fürsorge von Veteranen – dies müsse sich in rascher und guter Versorgung sowie Hilfsangeboten widerspiegeln. Für Christian Sauter (FDP) ist es gut, „dass wir das Thema mit den Fraktionen gemeinsam angehen“. Die Einführung eines Veteranentages sei ein erster Schritt, um Veteranenpolitik in Deutschland sichtbarer zu machen. Wichtig ist für den Liberalen, dass der Tag flächendeckend in Deutschland begangen wird, und nicht nur in Berlin, da die Veteranen im ganzen Land daran teilhaben sollen. Kerstin Vieregge (CDU) betonte, dass die Wahrnehmung der Bundeswehr in Deutschland lange Zeit von „freundlichem Desinteresse“ geprägt gewesen sei. Die Unions-Abgeordnete gab sich zuversichtlich: „Wir werden einen Veteranentag einführen mit dem Ziel, diesen zu einem tollen Tag zu machen.“
Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass der Veteranentag aus Politik und Gesellschaft heraus geboren werden muss – und nicht bloß ein Kind der Bundeswehr werden darf. Nur so kann auch die erwünschte bessere Wertschätzung und Anerkennung durch die Gesellschaft letztendlich erreicht werden.
Bei der sehr gut angenommenen hybriden Veranstaltung – viele weitere Menschen waren digital zugeschaltet – wurde eine ganze Reihe weiterer Aspekte der Veteranenpolitik und -kultur in Deutschland besprochen. So schilderte der Leiter des erst vor wenigen Wochen in Berlin eröffneten Veteranenbüros, Oberstleutnant Michael Krause, dass das neue Angebot bereits sehr gut angenommen werde. „Wir nehmen die Leute an die Hand und vermitteln die Hilfesuchenden an die richtigen Stellen“, sagte Krause. Generalleutnant Markus Laubenthal, Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, betonte, das Veteranenarbeit Teil der Inneren Führung und der Ausbildung bei der Bundeswehr werden müsse. Zur Sprache kam auch die Einsatzversorgung – so wurde von Teilnehmern moniert, dass es nicht mehr zeitgemäß sei, dass dort unterschiedliche Maßgaben für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit gelten. Dies ist ein Punkt, der für den Deutschen BundeswehrVerband von großer Bedeutung ist. Schließlich sind im Einsatz beide Statusgruppen den gleichen Risiken und Gefahren ausgesetzt.
Die Sichtweise unserer Nachbarn schilderte David Hogenkamp vom Niederländischen Veteraneninstitut. „Wir haben Ende der 1950er Jahre mit einer Art Veteranenpolitik angefangen. Schwung ist aber erst in die Sache gekommen, als wir alle zusammengebracht haben: Streitkräfte, Politik und Gesellschaft“, sagte Hogenkamp. Einen Veteranentag gibt es in den Niederlanden aber erst seit 2005. Dies sei ein guter Schritt gewesen, um die Gesellschaft mit einzubeziehen. „Wenn in Den Haag 80.000 oder 90.000 Menschen am Straßenrand stehen und den 3000 bis 4000 Veteranen zujubeln, die durch die Straßen marschieren, dann tut das schon gut“, sagte Hogenkamp.
Worte, die Mut machen und zuversichtlich stimmen, dass wir uns auch in Deutschland auf dem richtigen Weg befinden.
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