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Mitglieder des Landesvorstandes Nord, eingerahmt von Kapitän zur See Nils Brandt (l.) und dem Landesvorsitzenden Thomas Behr (r.). Foto: DBwV
Wilhelmshaven. Im Rahmen eines Besuches im Marinestützpunkt Wilhelmshaven ging der Landesvorstand Nord an Bord der Gorch Fock. Grund dafür war die Übergabe von Bechern für die zweite Besatzung zur Wiederinbetriebnahme des Segelschulschiffs der Deutschen Marine. Der Besuch wurde von Oberstleutnant Jörg Struckmeier organisiert, der als Vorsitzender im Bezirk 3 das Schiff betreut und es nun an den für Kiel zuständigen Bezirk 2 zurückgegeben hat.
Der Kommandant der Dreimastbark nutze die Gelegenheit, um den Besuchern den Stand der Sanierung zu erläutern, die kurz vor dem Abschluss steht. Kapitän zur See Nils Brandt unterstrich dabei den hohen Stellenwert seines Schiffes in der Ausbildung der Marineoffiziere: „Bei allem technischen Fortschritt erleben sie hier Einschränkungen durch die See. Sie machen jeden Tag neue Erfahrungen.“ Der Kommandant augenzwinkernd weiter zu den Naturgewalten: „Da wird so mancher virtuelle Löwe zum Waschbärchen.“
In einem Gespräch mit Angehörigen des Landesvorstandes um ihren Vorsitzenden Oberstleutnant Thomas Behr mit dem Kommandanten herrschte große Übereinstimmung. Als Probleme wurden unter anderem die mangelnde Attraktivität der Teilstreitkraft für den potentiellen Nachwuchs, zu wenige Offizierbewerber, fehlende finanzielle Anreize für Seefahrer und problematische Unstimmigkeiten bei den Zulagen herausgearbeitet. Im Anschluss an den Gesprächskreis ließ der Kapitän die Besatzung antreten. Er erläuterte seinen Soldatinnen und Soldaten den Grund des Besuches durch die Mandatsträger des DBwV und nahm anschließend, symbolisch für alle, von Behr den ersten Thermobecher in Empfang. Nach kurzer Pause ging die Besatzung wieder an die Arbeit, denn in wenigen Tagen muss die Bark ablegen.
Die Gorch Fock soll nach sechs Jahren Generalüberholung am 30. September an die Marine übergeben werden. Derzeit noch in Wilhelmshaven ist ihre Rückkehr nach 2232 Tagen Abwesenheit in ihren Heimathafen Kiel für den 4. Oktober geplant. Die deutschen Seestreitkräfte wollen auf der Gorch Fock die Ausbildung ihres Offiziersnachwuchses im seemännischen Handwerk nach langer Unterbrechung endlich wieder aufnehmen. Namensgeber für das Segelschulschiff ist der Schriftsteller Johann Wilhelm Kinau. Der plattdeutsche Erzähler und Romanautor, bekannt unter seinen Pseudonym Gorch Fock, fiel im Ersten Weltkrieg 1916 in der Seeschlacht am Skagerrak.
Die Gorch Fock ist seit 1958 auf allen Weltmeeren unterwegs. Ihre 1933 für die Reichsmarine gebaute, gleichnamige Vorgängerin gehörte zu einer Serie sechs ähnlicher Segelschulschiffe, von denen mehrere bis heute unter verschiedenen Flaggen in Einsatz sind. Die erste Gorch Fock wird bei Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Besatzung im Strelasund, einem Meeresarm der Ostsee versenkt. Zwei Jahre später durch die sowjetische Besatzungsmacht gehoben und instandgesetzt, befährt sie als „Towarischtsch"(Genosse) die Weltmeere. Nach Zerfall der Sowjetunion geht sie 1992 an die Ukraine,1999 kehrt sie nach Deutschland zurück. Heute liegt die Gorch Fock (I) als Museumsschiff im Hafen von Stralsund.
Auf dem nun fertiggestellten Segelschulschiff der Deutschen Marine wird in mehreren Monaten die Ausbildung des Offiziernachwuchses fortgesetzt. Dann soll die Gorch Fock, wie in den vergangenen Jahrzehnten, in den Häfen dieser Welt auch wieder Besuchern offenstehen. Wenngleich diese Aufgabe in den letzten Jahrzehnten nicht mehr an vorderer Stelle steht, ist die Bark immer noch ein repräsentativer Ort für diplomatische Begegnungen und eine schwimmende Botschafterin der dem Frieden verpflichteten Bundesrepublik Deutschland. Auf Ihren Ausbildungsreisen begleiten sie die besten Wünsche des Vorstandes und der Mitglieder im Landesverband Nord.
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