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70 Jahre Standortkameradschaft München, 70 Jahre Deutscher BundeswehrVerband, 70 Jahre Mitgliedschaft: Die Ehrung von Hauptmann a.D. Helmut Heisner wurde zum bewegenden Höhepunkt des Jubiläumsfestaktes. Foto: Ingo Kaminsky
70 Jahre Engagement, Kameradschaft und gelebte Interessenvertretung: Mit einem festlichen Jubiläumsakt blickte die Standortkameradschaft München auf sieben Jahrzehnte erfolgreicher Verbandsarbeit zurück. Nahezu 200 Gäste aus Bundeswehr, Politik und befreundeten Organisationen kamen zusammen, um dieses besondere Ereignis zu würdigen. Dass die Feier in ein Jahr fällt, in dem auch der Deutsche BundeswehrVerband sein 70-jähriges Bestehen begeht, verleiht dem Jubiläum eine besondere Symbolkraft. Die Geschichte der Münchner Standortkameradschaft steht beispielhaft für die Entwicklung des Verbandes selbst: Aus den Anfängen als Interessenvertretung der Soldaten wurde eine starke Stimme für alle Menschen in der Bundeswehr. Sieben Jahrzehnte ehrenamtlichen Engagements, gelebter Kameradschaft und erfolgreicher Interessenvertretung machten den Festakt damit nicht nur zu einem Rückblick auf Erreichtes, sondern auch zu einem Bekenntnis für die Zukunft des Verbandes.
Gemeinsam für Sicherheit und Zusammenhalt
In den Grußworten wurde deutlich, welche Bedeutung die Standortkameradschaft München für Bundeswehr, Verband und Gesellschaft besitzt. Besonders Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, stellte die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart in den Mittelpunkt. Angesichts der veränderten Bedrohungslage mahnte er, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit mehr sei und nur durch eine starke Abschreckung gesichert werden könne: „Wir können einen Krieg mit hoher Wahrscheinlichkeit nur verhindern, indem wir selbst so stark aufgestellt sind, dass niemand auf die Idee kommt, uns anzugreifen.“ Zugleich bekannte er sich ausdrücklich zum notwendigen Aufwuchs der Streitkräfte und hob die enge Partnerschaft zwischen Freistaat Bayern und Bundeswehr hervor. Den aktiven Soldatinnen und Soldaten, Reservistinnen und Reservisten sowie den Veteranen dankte er für ihren unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit Deutschlands.
Die Glückwünsche der Landeshauptstadt München überbrachte Laurenz Kiefer. Er würdigte die Standortkameradschaft als feste Institution des öffentlichen Lebens und unterstrich, dass die Soldatinnen und Soldaten „ein selbstverständlicher und wertvoller Teil unserer Stadtgesellschaft“ seien. Mit Blick auf die Zukunft kündigte er an, sich persönlich für die Ausrichtung des Veteranentages 2027 in München einzusetzen. Darüber hinaus brachte er die Idee ins Spiel, den traditionsreichen Bundeswehrball im Deutschen Theater wiederzubeleben. Beide Vorhaben könnten dazu beitragen, die Verbundenheit von Bundeswehr, Verband und Stadtgesellschaft weiter sichtbar zu stärken. Die Grüße des Landeskommandos Bayern übermittelte Standortältester Oberst Knuth Jung, der die Standortkameradschaft als wichtigen Mittler zwischen Streitkräften und Gesellschaft würdigte und ihren Beitrag zu Zusammenhalt, Kameradschaft und gesellschaftlicher Unterstützung der Bundeswehr hervorhob.
Starke Interessenvertretung in Zeiten des Aufbruchs
In seinem Festvortrag spannte Christian Sieh, Justitiar des Deutschen BundeswehrVerbandes, den Bogen von den Anfängen der Standortkameradschaft München bis zu den aktuellen Herausforderungen für die Bundeswehr. Er würdigte die herausragende Verbandsarbeit der Münchner Kameradschaften, die seit 1956 die Interessen der Soldatinnen und Soldaten vertreten und die Arbeit des Verbandes auf allen Ebenen maßgeblich mitgeprägt haben. Mit rund 5.000 Mitgliedern und neun angeschlossenen Kameradschaften gehöre die StoKa München zu den größten und einflussreichsten Gliederungen im DBwV. Ihre besondere Stärke liege in der engen Vernetzung mit Politik, Gesellschaft und Bundeswehr sowie im konsequenten Einsatz für die Menschen in den Streitkräften.
Mit Blick auf die sicherheitspolitischen Herausforderungen und den geplanten Aufwuchs der Bundeswehr machte Sieh deutlich, dass der DBwV die Bemühungen um mehr Personal unterstütze, wies aber zugleich darauf hin, dass die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte nicht allein durch höhere Kopfzahlen erreicht werde. Notwendig seien langfristige Konzepte zur Gewinnung und Bindung qualifizierten Personals sowie eine starke Reserve. Dabei verstehe sich der Verband als konstruktiver Partner von Politik und Bundeswehr: „Wir wollen stets konstruktiv sein, Probleme benennen, aber auch Lösungen aufzeigen.“ Kritik des DBwV sei daher stets mit konkreten Vorschlägen verbunden, um gemeinsam das Ziel einer schlagkräftigen und zukunftsfähigen Bundeswehr zu erreichen. Die Standortkameradschaft München sei dafür seit Jahrzehnten ein eindrucksvolles Beispiel, weil ihre Mitglieder Verbandsarbeit nicht nur einforderten, sondern aktiv gestalteten und mit Leben füllten.
Ein bewegender Moment zum Ende eines besonderen Tages
Zum Abschluss dankte der Vorsitzende der Standortkameradschaft München, Stabsfeldwebel Mirko Lange, allen Gästen, Grußwortrednern sowie den zahlreichen Helfern und Unterstützern, die das 70-jährige Jubiläum zu einem würdigen Festakt gemacht hatten. Besonderen Anteil am gelungenen Rahmen hatte das Kammerensemble des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen. Einen bewegenden Schlusspunkt setzte die Ehrung des 89-jährigen Hauptmanns a.D. Helmut Heisner für 70 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen BundeswehrVerband. Als eines der ersten Mitglieder überhaupt hat er die Geschichte des Verbandes seit seinen Anfängen begleitet und mitgetragen. Sichtlich bewegt erinnerte er an die Gründungszeit und brachte die Bedeutung des Verbandes für Generationen von Soldaten auf den Punkt: „Der Deutsche BundeswehrVerband stand und steht an der Seite der Mitglieder und der Familien.“ Mit lang anhaltendem Applaus würdigten die Gäste einen Kameraden, dessen persönlicher Lebensweg auf besondere Weise mit der Geschichte des Verbandes verbunden ist und der damit den wohl emotionalsten Moment des Jubiläums schuf.
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