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Tamara, 54, trauert am Grab ihres einzigen Sohnes, eines Soldaten, der bei einem russischen Bombenangriff auf einem Friedhof in Mykolajiw, Ukraine, am Mittwoch, dem 26. Oktober 2022, getötet wurde. Tamara erfuhr erst vier Monate nach dem Tod ihres Sohnes von ihm, als es ihr gelang, aus ihrem von russischen Truppen besetzten Dorf in Cherson zu fliehen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Emilio Morenatti
Die ersten Nachrichten sickern am frühen Morgen des 24. Februar 2022 durch. Russlands Präsident macht nach acht Jahren Ouvertüre in den ukrainischen Oblasten Lugansk und Donezk ernst, die Großinvasion der Ukraine beginnt. Um 0400 haben russische Truppen den Dnipro, den Dnjpr, überschritten und greifen von Norden, Osten und Süden großflächig an – 200.000 russische Soldaten sind aufmarschiert, Diktator Wladimir Putin hat zuvor in einer Fernsehansprache erklärt, dass er den Separatisten in Donezk und Lugansk „helfen“ wolle, sie hätten ihn darum gebeten.
Vor vier Jahren flogen die ersten Granaten und Raketen, peitschten die ersten Schüsse und starben die ersten Soldaten und Zivilisten in einem Krieg, der als „Putins Krieg“, der „Ukraine-Krieg“ und mit vielen anderen Synonymen traurige Berühmtheit erlangt hat. Er tobte, wenn man es zutreffend beschreibt, allerdings schon acht Jahre länger, als nur die vier Jahre, auf die heute zurückzublicken ist, denn bereits seit 2014 wird in den Gebieten der Oblaste Donezk und Luhansk gekämpft, mehr als 15.000 Tote sind die Bilanz.
Krieg, der alles verändern wird
Aber an diesem frühen Morgen des 24. Februar wird der Krieg ein großer, einer der vieles verändern sollte und weiter verändern wird. Er sorgt aus deutscher Sicht dafür, dass hunderte Milliarden Euro in die zuvor großangelegt zusammengesparte Bundeswehr investiert werden müssen, um das größte NATO-Land in Europa wieder fähig werden zu lassen, für eine umfassende und zuverlässige Landes- und Bündnisverteidigung.
Zurück zum 24. Februar 2022: Kurz nach Putins Fernsehansprache, in der er die Großoffensive als Spezialoperation zu tarnen versucht, tagt in New York der UN-Sicherheitsrat – russische Truppen rücken gleichzeitig schnell auf den Flughafen Kiew-Hostomel vor, der etwa 30 Kilometer nordwestlich des Kiewer Stadtzentrums liegt. Transport- und Kampfhubschrauber sind im Einsatz. Der Angriff wird ein Fehlschlag, der Flughafen wird von ukrainischen Truppen erfolgreich verteidigt, ein umfassender Angriff auf das Stadtzentrum von Kiew verhindert, die Bilder von den tapferen Verteidigern haben sich ins Bewusstsein eingebrannt.
Aber die Lage war so ernst, dass die Niederlage für die Ukraine greifbar war: Die russischen Truppen waren bei den Kämpfen um Kiew im Verhältnis 12:1 den ukrainischen überlegen. Aber der heftige Widerstand der Ukrainer, auch normale Bürger griffen die Fahrzeuge der Invasoren rund um Kiew mit Molotow-Cocktails an, überraschte die russischen Strategen. Russische Fallschirmjäger wollten Präsident Wolodymyr Selenskyj entführen, werden aber in der Schlacht ums Regierungsviertel in der Hauptstadt zurückgeschlagen. Der Präsident erklärt den USA, die ihn und seine Familie ausfliegen wollen, trocken: „Mein Kampf ist hier. Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit.“ Damit wird er zum Helden der Ukraine.
Sondervermögen und Zeitenwende
Der frühere Heeresinspekteur Generalleutnant a.D. Alfons Mais schreibt nach Beginn des Angriffs im sozialen Netzwerk LinkedIn: „Die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da […] Die Optionen, die wir der Politik zur Unterstützung des Bündnisses anbieten können, sind extrem limitiert […] Wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt, den Afghanistaneinsatz strukturell und materiell hinter uns zu lassen und uns neu aufzustellen.“ Am 27. Februar 2022, einem Sonntag, verkündet Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Zeitenwende und kündigt ein Sondervermögen für die Bundeswehr an: 100 Milliarden Euro. Die Ausstattung mit moderner Ausrüstung, um die Fähigkeiten, die der Bundeswehr weggespart waren, wiederzuerlangen, ist angelaufen, das Ziel der Operation Aufwuchs personell: Bis zum Jahr 2035 sollen die Streitkräfte 240.000 Soldaten in der aktiven Truppe und bis zu 200.000 Reservisten haben.
Im Ukraine-Krieg sind in den vergangenen vier Jahren auf Seiten der russischen Invasoren Schätzungen zufolge 900.000 Mann Verluste zu beklagen, 250.000 davon Gefallene. Die Ukraine hat – so verschiedene Rechnungen – bis zu 100.000 Gefallene und bis zu 400.000 Verwundete auf den Schlachtfeldern des Krieges verloren. 40.000 Zivilisten gelten in der Ukraine als getötet oder verletzt. Ein Ende des Krieges ist nicht abzusehen, Russland rüstet weiter auf, die Ukrainer wehren sich tapfer und haben 900.000 Soldaten unter Waffen, die Bundeswehr hat geliefert, was sie vom Wenigen liefern konnte. Inzwischen lernen deutsche Soldaten von ukrainischen den Drohnenkrieg.
Dennoch wird der Waffengang zwischen Bug und Dnjepr erstaunlich konventionell ausgetragen – mit Panzern und Artillerie, Infanterie und Luftschlägen, aber auch mit Drohnenschwärmen, die in der Ukraine beinahe jede Nacht die Zivilbevölkerung terrorisieren. Mehr als sechs Millionen Ukrainer sind seit dem Beginn der russischen Großoffensive am 24. Februar 2022 auf der Flucht in ganz Europa gestrandet.
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