Stellungnahme des DBwV zum Bundesalimentationsgesetz
Beförderungsstopp für Feldwebel: Fragen über Fragen!
Schweriner Sicherheitsdialog: Künstliche Intelligenz zwischen Potenzial und Gefahr
Übertragung Tarifabschluss und verfassungskonforme Alimentation
„Es werden immer diejenigen erfolgreicher sein, die sich am schnellsten anpassen können!“
Neue Facette der Veteranenbewegung: Invictus Germany Sports Festival
Peacekeeper in Berlin ausgezeichnet
ILA ist in Berlin gestartet – Regierung präsentiert neue Luftfahrtstrategie
Leistungen im Soldatenentschädigungsgesetz werden angepasst
Brücke in die Zukunft: Die Tagung für Soldaten auf Zeit
Vom Dienstherrn zum Arbeitgeber: Wie Soldaten im Justizvollzug eine neue Zukunft finden
SaZ-Onlinetreff: Rentenansprüche sichern – Nachversicherung, Aufstockung und Übergangsleistungen richtig nutzen
EUFOR Althea und KFOR: Bundestag stimmt für Verlängerung
Bundestag berät über letztmalige Verlängerung des Bundeswehreinsatzes im Libanon
Bundestag berät über die Bundeswehrbeteiligung an KFOR und EUFOR ALTHEA
Anpassung des Auslandsverwendungszuschlags in Jordanien und Erbil
Debatte im Bundestag und Feierstunde in Brandenburg: Zeichen der Anerkennung für unsere Veteraninnen und Veteranen
Gedenken: Vor 23 Jahren fielen vier Kameraden in Kabul
Erinnerung an Alexej Kobelew
„Die Wertschätzung für die Soldaten und ihren Dienst spielt eine immer größere Rolle“
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Nach erfolgreicher Identifizierung des Ziels feuerte „Bird of Prey“ eine Luft-Luft-Rakete ab. Foto: Airbus Defence and Space GmbH 2026
Marco Gumbrecht ist Vertriebsleiter Deutschland bei Airbus Defence and Space. Im Interview mit unserem Verbandsmagazin spricht er über immer kürzer werdende Innovationszyklen, ausgeklügelte Logistik-Konzepte und natürlich das neue Airbus-Projekt: das Drohnen Abfangsystem „Bird of Prey“.
Die Bundeswehr: Sehr geehrter Herr Gumbrecht, Airbus hat vor wenigen Wochen mit seinem Abfangsystem „Bird of Prey“ (dt.: Raubvogel) die Bekämpfung einer mittelgroßen Einweg-Angriffsdrohne erstmals getestet. Soll das System eine Konkurrenz für bodengebundene Systeme wie den „Skyranger“ werden?
Marco Gumbrecht: Das Besondere an „Bird of Prey“ ist, dass wir zum einen in der Tiefe des Raumes wirken können, also mehr Distanz zu kritischer Infrastruktur schaffen, und er pro Einsatz mehrere mittelgroße Einweg-Angriffsdrohnen mit kleinen Lenkflugkörpern direkt aus der Luft bekämpfen kann. Er lässt sich über etablierte Führungs- und Kontrollsysteme in die Luftverteidigungsarchitektur der NATO integrieren – damit ist er ein idealer, komplementärer Baustein für jegliche integrierte, mehrstufige Luft- und Raketenabwehrlösung. Grundsätzlich steht „Bird of Prey“ allen Streitkräften zur Verfügung, die eine solche Lösung für die Landesverteidigung benötigen.
Seit der Konzeptphase sind wohl nur rund neun Monate vergangen. Wie gehen Sie im Bereich Drohnen generell mit den kurzen Innovationszyklen um, die man in der Ukraine beobachtet? Dort sollen die Systeme nach wenigen Wochen schon überholt sein.
Geschwindigkeit ist natürlich ein zentrales Thema. Deshalb haben wir unseren „Bird of Prey“ ja auch in so kurzer Zeit zum Demonstrationsflug gebracht. Wir wollen das System noch in diesem Jahr zur vollen operativen Einsatzfähigkeit führen. Aber auch danach werden wir es ständig weiterentwickeln, damit es relevant bleibt und mit künftigen Bedrohungen Schritt halten kann. Die schnellsten Iterationen kann man hierbei sicher mit Software-gestützten Modifikationen erzielen, aber auch Hardware-Modifikationen lassen sich in dieser Größen- und Zulassungsklasse schnell umsetzen.
Welche Rolle hat künstliche Intelligenz bei dem Test gespielt? Wie autonom werden die Systeme zukünftig sein?
Künstliche Intelligenz unterstützt den „Bird of Prey“ dabei, Ziele autonom zu suchen, zu erkennen, zu klassifizieren und zu bekämpfen. Ein menschlicher Operator bleibt aber im Loop wenn nötig und gibt dem System die Freigabe zum Einsatz. Diese Synergie zwischen autonomem System und menschlicher Aufsicht ist entscheidend, da sie eine schnelle Entscheidungsfindung zur Abwehr der Bedrohung durch Einweg-Angriffsdrohnen ermöglicht.
Neben der sich überschlagenden technischen Entwicklung ist auch „Übersättigung“ ein Thema, wenn man über unbemannte Systeme spricht. Wie stellen wir sicher, dass genügend moderne Systeme zur Abwehr oder auch zum Angriff produziert werden können, wenn wir sie brauchen?
Dazu braucht es skalierbare Produktionsfähigkeiten und ausgeklügelte Logistik-Konzepte. Nur so ist es möglich, die eigentliche System-Herstellung am Bedarf der Kunden auszurichten und ihre Anforderungen bestmöglich abzudecken.
Aktuell sind die Abfangsysteme häufig viel teurer als Angriffsdrohnen? Wie passt der „Bird of Prey“ in diese Lage? Wendet er die Kalkulation zu unseren Gunsten?
Unser „Bird of Prey“ wird in der Lage sein, pro Einsatz mehrere Einweg-Angriffsdrohnen zu bekämpfen. Daher werden die Kosten pro Abschuss vergleichsweise gering sein, vor allem, wenn man ihn mit Systemen vergleicht, die auf erheblichem Abstand wirken können, und nicht wie die meisten derzeitigen günstigeren Systeme, kurz vor beziehungsweise über kritischer Infrastruktur.
In der Ukraine kommen bereits deutsche Systeme zum Einsatz, dürfen hierzulande aber nicht geflogen werden. Müssen wir die Vorschriften an die neue Bedrohungslage anpassen?
Grundsätzlich sollten die Taktiken, Prozeduren und Zulassungsverfahren immer auch aktuelle Erfahrungen berücksichtigen. Wir müssen aber zwischen Flugbetrieb im Gefechtsumfeld und Flugbetrieb in friedlichen Gebieten unterschieden. Ein gesunder Pragmatismus unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände ist hier sicherlich am zielführendsten. Im Friedensfall werden derartige unbemannte Systeme immer in Gebieten getestet, in denen die Rahmenbedingungen kontrolliert sind und es keine Risiken für die Zivilbevölkerung gibt.
Der Drohnen-Krieg, wie wir ihn in der Ukraine sehen, hat viele Beobachter überrascht. Gleichzeitig warnen hochrangige Offiziere und Experten davor, die Lehren aus der Ukraine eins zu eins auf die Bundeswehr und NATO-Armeen zu übertragen. Auf welches Szenario stellen Sie sich ein? Welche Trends erwarten Sie für die Zukunft?
Egal, wie das künftige Szenario letztlich aussehen sollte – es werden immer diejenigen erfolgreich sein, die sich am schnellsten an die jeweiligen Anforderungen anpassen können. Insofern sollte es immer oberste Priorität sein, diese Anpassungsfähigkeit auch zu etablieren. Zum Beispiel indem man Waffensysteme verschiedener Größenklassen und Reichweiten auf Basis gemeinsamer Architekturprinzipien einsetzt – von der Loitering Ammunition bis hin zu komplexen, unbemannten und bemannten Systemen. Hinzu kommen die konsequente Umsetzung der Software-Defined-Defence-Prinzipien mit modularem Systemlayout in Bezug auf Hardware- und Software-Anteil sowie agile Industrie-interne Entwicklungsprozesse, und zwar von der Anforderung bis zum In-Service-Support und Training der Nutzer. KI-Anwendungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, etwa bei der Zielerkennung, Aktionsplanung, Datenanalyse, Software-Entwicklung oder Testauswertung.
Eine Herausforderung ist auch die Integration von unbemannten Systemen und die Interoperabilität mit älteren Systemen. Wie können neue Systeme schnell und zuverlässig in den Truppenalltag eingeführt werden?
Indem sich Nutzer und Industrie frühzeitig bei der Entwicklung eines neuen unbemannten Systems austauschen. Trainings- und Simulationskonzepte müssen vom ersten Schritt an ein integraler Teil der Entwicklung sein. Neue Trainingsmethoden mit Live-, Virtual- und Constructive-Umgebungen tragen dazu bei, Streitkräfte für ein neues Waffensystem zu befähigen und dabei auch das Können und die Erfahrung der Nutzer mit einzuschließen. So lassen sich neue Systeme schnell und reibungslos einführen, in Dienst stellen und einsetzen.
Zurück zur Liste der Beiträge
DIESE SEITE:
TEILEN:
FOLGEN SIE UNS: