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Im Bundestag stand eine Debatte zum Veteranentag auf der Tagesordnung. Foto: DBwV/Yann Bombeke
Am heutigen Freitag, 12. Juni, stand der Nationale Veteranentag im Mittelpunkt des parlamentarischen Geschehens. Im Deutschen Bundestag fand eine 30-minütige Debatte unter dem Titel „Der Veteranentag – In Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit für den Einsatz unserer Veteraninnen und Veteranen für Frieden und Freiheit“ statt. Abgeordnete aller Fraktionen würdigten dabei den Dienst aktiver und ehemaliger Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr und unterstrichen deren Beitrag für Frieden, Freiheit und die Sicherheit unseres Landes.
Auch der Deutsche BundeswehrVerband war vertreten. Der stellvertretende Bundesvorsitzende, Oberstabsgefreiter Marcus Meissner, sowie der stellvertretende Landesvorsitzende des Landesverbands Ost, Hauptmann Alexander Dreiser, waren als Ehrengäste mit weiteren Soldatinnen und Soldaten sowie Vertretern der Veteranen-Verbände und -Organisationen vor Ort und verfolgten die Debatte.
Standing Ovations für die Gäste auf der Ehrentribüne
Gleich zu Beginn fand Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen) treffende Worte, als er die Gäste auf der Ehrentribüne begrüßte: „Im Namen des hohen Hauses vielen Dank für Ihren Einsatz. Sie verdienen nicht nur stellvertretend öffentliche Anerkennung, sondern auch Respekt und Wertschätzung für das, was Sie und Ihre Kameradinnen und Kameraden für unser Land leisten und geleistet haben.“
Nicht nur diese einleitenden Worte zeigten die Bedeutung der Aussprache. Mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations wurden die Gäste von den Abgeordneten nahezu aller Fraktionen begrüßt. Nouripour nutzte die Gelegenheit, um sich ebenfalls ausdrücklich bei den Familien und Angehörigen zu bedanken, die den Dienst ihrer Soldatinnen und Soldaten mittragen und oftmals selbst große Entbehrungen auf sich nehmen.
Eröffnet wurde die Debatte von Claudia Moll (SPD). Sie zeichnete die vielfältigen Lebenswege der Veteraninnen und Veteranen nach und betonte zugleich die Gemeinsamkeit, die sie alle verbindet: die Bereitschaft, Verantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen. Dabei machte sie deutlich, dass Anerkennung mehr sein müsse als ein symbolischer Akt: „Wertschätzung zeigt sich nicht nur in Worten, sie zeigt sich auch in unserem Handeln. Sie zeigt sich darin, ob wir Veteraninnen und Veteranen zuhören, ob wir ihre Erfahrungen ernstnehmen, ob wir ihnen die Unterstützung geben, die sie benötigen und, ob wir dafür sorgen, dass sie auch nach ihrem Dienst die gesellschaftliche Anerkennung erfahren, die sie verdienen.“
Der Veteranentag trage dazu bei, diese Anerkennung sichtbar zu machen und das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Sicherheit nicht selbstverständlich ist, sondern von Menschen gewährleistet wird, die bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. Oftmals unter persönlichen Risiken und mit langfristigen Folgen. Die Fürsorge für diese Menschen sei ebenfalls Aufgabe des Staates.
Vivian Tauschwitz (CDU) hob die besondere Bedeutung des Veteranentags hervor. Es sei „mehr als ein Kalendereintrag“ und vor allem ein „Tag des Dankes. Ein Tag, an dem wir Menschen Anerkennung aussprechen, die unserem Land in Uniform gedient haben und immer noch dienen. Und ein Tag, an dem wir sichtbar machen müssen, was hinter diesem Dienst steht.“ Dabei richtete sich ihr Dank nicht allein an die Veteraninnen und Veteranen, sondern ausdrücklich auch an ihre Familien und Angehörigen. Hinter jedem Bürger in Uniform stünden Menschen, die die Verantwortung, die Belastungen und die Entbehrungen des Dienstes mittragen.
Auch Robin Wagener (Bündnis 90/ Die Grünen) fand eindrückliche Worte, um seinen Dank und seinen Respekt zum Ausdruck zu bringen. In seinen Begegnungen mit Soldatinnen und Soldaten habe ihn immer wieder beeindruckt, dass Menschen Verantwortung für die Verteidigung unserer Demokratie übernehmen und dafür ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit riskieren. Die vielen persönlichen Geschichten und Schicksale würden oft erst im direkten Austausch sichtbar, genauso, wie die Hintergründe und Entbehrungen. „Denn neben den Soldatinnen und Soldaten sind es auch die Familien und Freunde, die jeden Tag spüren, welchen Preis der Dienst in der Bundeswehr verlangt.“
Zugleich machte er deutlich, dass die Politik eine besondere Verantwortung für diese Menschen trage. Wer bereit sei, das eigene Leben für die Freiheit und Sicherheit anderer zu riskieren, dürfe nach seinem Dienst nicht allein gelassen werden. Der Veteranentag könne dazu beitragen, Begegnungen zu schaffen und Dankbarkeit sichtbar zu machen. Sein Appell war eindeutig: „Lassen Sie uns gemeinsam den diesjährigen Veteranentag zu einem besonderen Tag machen. Ein Tag der Begegnung, ein Tag, an dem Dankbarkeit sichtbar werden kann.“
In den Redebeiträgen wurde immer wieder deutlich, was längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen sein sollte: Hinter den Aufgaben der Bundeswehr stehen Menschen. Menschen, die Verantwortung übernehmen, anderen helfen und ihr eigenes Wohl hinter das Wohl der Gemeinschaft stellen.
Feierstunde im Brandenburger Landtag
Aber nicht nur im Deutschen Bundestag wurde heute auf den Veteranentag kommende Woche aufmerksam gemacht. Der Brandenburger Landtag beging den Tag mit einer Feierstunde, an der zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Bundeswehr, Politik und Gesellschaft teilnahmen. Im Mittelpunkt der Feierstunde stand das Thema einsatzbedingter Posttraumatischer Belastungsstörungen.
Mit den Veranstaltungen in Berlin und Potsdam wurde deutlich: Der Nationale Veteranentag entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil der deutschen Anerkennungskultur. Er schafft Begegnungen zwischen Bundeswehr und Gesellschaft und macht sichtbar, was oft im Verborgenen bleibt: die Menschen hinter den Uniformen und ihre Schicksale und Entbehrungen.
„Zehn Millionen Veteraninnen und Veteranen, die bereit sind oder waren, ihr Leben und ihre Unversehrtheit für unsere Sicherheit und Freiheit einzusetzen – das verdient ein dickes Dankeschön der gesamten Gesellschaft. Und dieses Dankeschön ist der Veteranentag. Danke für Ihren Dienst!“
„Der Veteranentag ist von besonderer Bedeutung, weil wir dadurch Sichtbarkeit für unsere Veteraninnen und Veteranen bieten, auch für unsere aktiven Soldatinnen und Soldaten. Es ist ein Thema aus der Mitte der Gesellschaft und deswegen ist es wichtig, dass dieser Tag auch wächst.“
„Sichtbarkeit. Anerkennung. Wertschätzung. Begriffe, die in nahezu allen Wortbeiträgen aufgegriffen wurden, die ihre Bedeutung jedoch erst dann entfalten, wenn ihnen konkrete Taten folgen. Die Begehung des zweiten Nationalen Veteranentags ist zweifelsohne eine solche Tat, für sich alleine stehend, aber dennoch nicht ausreichend. Die Bereitschaft für unser Land zu dienen, verdient Anerkennung und Dank. Von der Politik, aber auch von der Gesellschaft. Begegnungen schaffen, Menschen zusammenzubringen, auch dafür ist der Veteranentag da. Deswegen wird sich der Deutsche BundeswehrVerband auch in Zukunft weiter dafür einsetzen, die Geschichten unserer Veteraninnen und Veteranen sichtbar zu machen und sie in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.Ich danke allen Parlamentarierinnen und Parlamentariern für ihre eindrücklichen Worte und die Versprechen, diesen auch Taten folgen zu lassen. Ich freue mich auch künftig auf die enge Zusammenarbeit mit Ihnen, um unser gemeinsames Ziel umzusetzen: Respekt und Anerkennung für unsere Veteraninnen und Veteranen und ihre Familien und Angehörigen – an jedem Tag im Jahr.“
„Es war eine große Ehre, hier stellvertretend für alle Veteraninnen und Veteranen im Bundestag den Dank ausgesprochen zu bekommen. Diese Ehre und diesen Respekt zu erfahren, ist man als Soldat nicht unbedingt gewohnt. Wenn es sich dann manifestiert, macht das schon etwas mit einem. Es waren tolle Reden und tolle Beiträge. Dass sich die Politik dieses Themas annimmt und unsere Veteraninnen und Veteranen so in den Vordergrund stellt und diesen Tag benennt, ist wunderbar. Jetzt muss das eine oder andere noch mit Leben gefüllt und ins politische Tagesgeschäft überführt werden, damit es nicht nur bei Reden bleibt.“
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