Ein Zeugnis dessen, was passiert, wenn Politik an ihre Grenzen stößt
300 Seminare für einen geordneten Übergang in den Ruhestand
DBwV für neues Artikelgesetz Militärische Sicherheit, fordert aber Nachbesserungen
Mannschaften, eine Dienstgradgruppe vor großen Aufgaben
Eine Frau, die mutig für ein anderes Leben kämpfte
Kameradschaft und Selbstverständnis
„Die Bundeswehr braucht eine Revolution“
Auftakt für das Wahljahr 2026
EuGH: Fahrten von einem zentralen Stützpunkt zu wechselnden Einsatzorten können Arbeitszeit sein
Kabinett beschließt Novellierung der Bundeslaufbahnverordnung – wichtige Forderungen umgesetzt
Panzerbrigade 45: Einsatzversorgung in Litauen gesichert
Verbandserfolg: Ehepartnerzuschlag für ins Ausland mitreisende Ehegatten durchgesetzt
Bundeswehr bleibt im Einsatz gegen IS
Weihnachtszeit im Libanon und in Litauen
Bundestag verlängert EU- und Nato-Mission im Mittelmeer
Bundestag berät über vier Auslandseinsätze
16K3-Gedenkmarsch: Erinnerung an das Karfreitagsgefecht
Erinnerung an die Gefallenen vom OP North
Erzählen Sie Ihre Veteranengeschichte!
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Illustration aus dem 19. Jahrhundert: Friederike Auguste Krüger, Unteroffizier in den Befreiungskriegen, erhält das „Eiserne Kreuz“. Foto: picture alliance/ullstein bild
Unteroffizier Friederike Krüger hat zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit ihrem Dienst in der preußischen Armee während der Befreiungskriege den Weg für die Frauen in der Bundeswehr bereitet. Sie war mutig, tapfer, Mutter und selbstverständlich Patriotin.Der Dienst von Frauen in deutschen Streitkräften ist in der neuesten Geschichte eine, die in vielerlei Hinsicht bemerkenswert ist. Vor allem deshalb, weil die bekannteste „Vorkämpferin“, die Mecklenburgerin Friederike Krüger, im 19. Jahrhundert einen Weg bereitet hat, der seit dem Kreil-Urteil selbstverständlich ist – Frauen in den deutschen Streitkräften, das ist vor allem wohltuende Normalität, die entscheidend sein wird für eine Bundeswehr, die wieder das werden soll, was sie bis 1990 war: Fähig zur Verteidigung der Heimat von mehr als 80 Millionen Deutschen, bereit, den Verbündeten der NATO beizustehen, wenn ein Aggressor den Frieden bricht.
Aber zurück zur Protagonistin, die so symbolisch steht für einen Aufbruch in der Bundeswehr, der 1975 mit dem Einrücken der ersten Freiwilligen für den Sanitätsdienst und den Dienst in der Militärmusik begonnen hat. Das ist etwas mehr als ein halbes Jahrhundert her. Friederike Krüger kam wenige Monate nach der Französischen Revolution zur Welt. Ein Ereignis, das ihr Leben verändern sollte, wie es auch die Geschichte des Kontinents nachhaltig prägte.
In Friedland in Mecklenburg erwartet die in ärmlichen Verhältnissen Aufgewachsene nicht viel, als sie am 4. Oktober 1789 geboren wird. Ihre Eltern sind Tagelöhner, Leibeigene, sie wird ein Dienstmädchen, soll Schneiderin werden, entscheidet sich aber unter dem Eindruck der Befreiungskriege anders. Sie tritt unter dem falschen Namen August Lübeck im Frühjahr 1813 in die 4. Kompanie des 1. Bataillons im 9. Preußischen Infanterie-Regiment ein. Friederike Krüger nimmt dazu allen Mut zusammen, kleidet sich wie ein Mann, Jacke, Hose und Hemd hat sie selbst genäht, schneidet sich die Haare kurz und lässt sich rekrutieren. Sie kämpft so tapfer, dass ihre Kameraden sie nicht verraten, auch wenn sie längst wissen, dass unter dem Gewand des „Haudegens“ eine Frau steckt.
Ihre Motivation: Sie selbst hatte bereits schlimme Erfahrungen im Krieg mit den Franzosen machen müssen: Rund 70.000 französische Soldaten waren durch ihren Heimatort Friedland in Mecklenburg gezogen. Sie habe die „Bedrückungen und Schändlichkeiten“ der Besatzer erleben müssen, schrieb sie danach. „Ich lernte in meinem elterlichen Hause ihre Habsucht und Tyrannei kennen.“
Der Rest ist Geschichte, eine spannende und herausragende, denn es ist der preußische König Friedrich-Wilhelm III. selbst, der ihr nach Kenntnis des eigentlich unglaublichen Vorgangs erlaubt, als Friederike Krüger, als Frau unter Männern weiter zu dienen und zu kämpfen – es ging um nichts weniger als die Rettung Preußens vor den Truppen des Franzosenkaisers Napoleon, der Mitteleuropa und Russland seit Jahren mit Krieg und Zerstörung überzog. Sie kämpft in den Schlachten von Großbeeren und Dennewitz und zieht schließlich 1814 mit den Alliierten in Paris ein, was für ein Triumph für eine junge tapfere Frau, eine Patriotin, die ihre Heimat und Freiheit verteidigt. Sie wird am Ende sogar zum Unteroffizier befördert, eine hohe Ehre seinerzeit.
Dafür wird sie fürstlich belohnt, bekommt vom preußischen König und vom Herzog von Mecklenburg-Strelitz eine Leibrente, darf in der Berliner Garnisonkirche heiraten und lebt bis zu ihrem Tod mit ihrer Familie, sie ist Mutter von drei Töchtern und einem Sohn, im brandenburgischen Templin und ist Trägerin des Eisernen Kreuzes, das der König 1813 für die tapferen Landsleute gestiftet hatte. Der Stiftungszweck ist Programm: „Auszeichnung des vaterländischen Verdienstes, das in dem jetzt ausbrechenden Kriege, entweder im Kampf mit dem Feinde oder ausserdem im Felde oder daheim, jedoch in Beziehung auf diesen grossen Kampf um Freiheit und Selbstständigkeit erworben wird.“
Freiheit und Selbstständigkeit, genau das wollte Friederike Krüger, sie hat all das erreicht. Vor wenigen Monaten ist die Kaserne der Panzerlehrbrigade 9 in Munster nach ihr benannt worden. Zuvor trug sie den Namen des früheren Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Sie sei unter anderem „ein identifikationsstiftendes Vorbild für alle Soldatinnen und Soldaten“, wurde die Namensgebung im Herbst 2025 von der Bundeswehr erklärt.
Zurück zur Liste der Beiträge
DIESE SEITE:
TEILEN:
FOLGEN SIE UNS: