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Hunderte Menschen wurden bei einem Raketeneinschlag in ein Krankenhaus im Gazastreifen verletzt und getötet. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Abed Khaled
Nach einem Raketeneinschlag nahe des Al-Ahli-Arab-Krankenhauses in Gaza machen sich Hamas und Israel gegenseitig für den Angriff verantwortlich. Die bisherigen Beweise sprechen dafür, dass die Rakete auf einem Friedhof in der Nähe der Klinik von der Terrororganisation Islamischer Dschihad abgefeuert wurde. Die Rakete startete mit zahlreichen anderen Fluggeschossen von Gaza aus Richtung Israel, eine sackte offenbar kurz nach dem Start ab und stürzte auf den Parkplatz der Klinik. Hunderte Menschen seien nach Angaben aus Gaza verletzt oder getötet worden. Diese Angaben werden angezweifelt.
In der Klinik seien tausende Flüchtlinge aus dem Norden der Küstenenklave untergebracht, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit, das der militant-islamischen Hamas untersteht. Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Es gibt aber inzwischen Fotos und Videos im Internet und bei Nachrichtenportalen, die zeigen, dass die Klinik nicht direkt getroffen worden ist.
Die Zahl der Opfer ist noch unklar: Der Leiter des Zivilschutzes in Gaza sprach im Sender Al Jazeera von mindestens 300 Toten. Das Gesundheitsministerium in Gaza sprach dagegen von mindestens 500 Toten und Verletzten.
Israelis und Araber machen sich gegenseitig verantwortlich
Das israelische Militär hat die Verantwortung für den Raketeneinschlag klar zurückgewiesen. „Das Krankenhaus wurde durch eine fehlgeschlagene Rakete der Terrororganisation Islamischer Dschihad getroffen“, teilte die israelische Armee mit. Veröffentlichte Aufnahmen des Angriffes sollen dies beweisen.
Der Islamische Dschihad bezeichnet die Anschuldigung Israels als eine „Lüge“. Das Land wolle „seine Angriffe auf Krankenhäuser rechtfertigen“ und „sich der Verantwortung für sein Verbrechen entziehen“. Auch die Hamas macht Israel für den Raketeneinschlag verantwortlich. Die Gruppe Islamischer Dschihad wurde 1983 mit de Anschlag auf die US-Botschaft in Beirut bekannt. Die Gruppe rekrutiert Jugendliche aus den Autonomiegebieten in Palästina regelmäßig für Selbstmordattentate.
Treffen mit Jo Biden abgesagt
US-Präsident Jo Biden ist am Mittwochmorgen zu einem Solidaritätsbesuch in Israel eingetroffen. Der Raketeneinschlag auf das Krankenhaus in Gaza überschattet den Besuch des US-Präsidenten: Ein Treffen in Jordanien mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, dem ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und dem jordanischen König Abdullah II. wurde von jordanischer Seite in Absprache mit der US-Delegation abgesagt. Abbas werde wegen der dreitägigen Trauer nach der Explosion nicht anreisen. Biden wird nun auf dem Rückflug Gespräche mit Abbas und Al-Sisi führen.
Flug des Bundeskanzlers verschob sich wegen Raketenalarm
Das Auswärtige Amt verurteilte den Angriff scharf: „Wir sind zutiefst schockiert angesichts der Berichte über hunderte Tote im Al-Ahli-Krankenhaus in Gaza“, erklärt das Außenministerium auf X, früher Twitter. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich zu den verheerenden Zerstörungen: „Ich bin entsetzt über die Bilder, die uns von der Explosion on einem Krankenhaus in Gaza erreichen“, schrieb er auf X.
Der Bundeskanzler hielt sich zum Zeitpunkt des Raketeneinschlags nahe des Krankenhauses in Israel auf. Sein Flug nach Ägypten hatte sich wegen eines Raketenalarms verzögert.
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