Die Teilnehmerinnen der Tagung kamen erneut aus den unterschiedlichsten Bereichen der Bundeswehr. Foto: DBwV/Yann Bombeke

Die Teilnehmerinnen der Tagung kamen erneut aus den unterschiedlichsten Bereichen der Bundeswehr. Foto: DBwV/Yann Bombeke

29.06.2026
Von Jana Bartole und Jasmina Perske

„Wir.Frauen.DBwV“ – Gemeinsam Zukunft gestalten

Tagung des Deutschen BundeswehrVerbandes in Berlin setzt Impulse für Vernetzung, Sichtbarkeit und Mitgestaltung.

Berlin. Unter dem Leitgedanken „Wir.Frauen.DBwV – Zukunft gestalten“ kamen am 24. und 25. Juni Frauen aus unterschiedlichen Bereichen der Bundeswehr in der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen BundeswehrVerbandes in Berlin zu ihrer nunmehr dritten Tagung zusammen. Ziel der zweitägigen Veranstaltung war es, Perspektiven für die zukünftige Frauenarbeit im Verband zu entwickeln, Netzwerke zu stärken und neue Formate für Beteiligung und Sichtbarkeit zu erarbeiten.

Die Tagung wurde von Hauptmann Maria Holz, Stellvertretende Vorsitzende Luftwaffe im Bundesvorstand, geleitet. Hauptmann Holz machte gleich zur Eröffnung deutlich, dass erfolgreiche Verbandsarbeit auch von der aktiven Mitgestaltung seiner Mitglieder lebt. Im Mittelpunkt stand dabei die Vorstellung der Projektskizze, welche den Rahmen der Arbeit der Gruppe „Wir.Frauen.DBwV“ aufzeigen soll.

Internationale Perspektiven und Erfahrungen aus der Praxis

Einen besonderen Akzent setzte die Keynote von Oberst Aviran Lerer, dem israelischen Verteidigungsattaché in Deutschland. Unter dem Titel „Frauen in Israels Streitkräften – Ein Erfolgsmodell moderner Militärintegration“ erläuterte er die Entwicklung der Rolle von Frauen in den israelischen Streitkräften und zeigte auf, wie Vielfalt und Chancengleichheit zur Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit moderner Streitkräfte beitragen können.

Dabei brachte er die Bedeutung von Frauen für moderne Streitkräfte mit einer klaren Botschaft auf den Punkt: Frauen in den Streitkräften seien keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Angesichts komplexer sicherheitspolitischer Herausforderungen könne es sich keine Gesellschaft leisten, auf das Potenzial der Hälfte ihrer Bevölkerung zu verzichten. Der Vortrag stieß bei den Teilnehmenden auf großes Interesse, denn er machte eine zentrale Botschaft deutlich: Militärische Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe gehören untrennbar zusammen.

Im Anschluss stellte Stabshauptmann Claudia Schalling die Umsetzung der Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ am Zentrum Innere Führung vor. Ihr Erfahrungsbericht verdeutlichte, wie wichtig Sensibilisierung, Aufklärung und kontinuierlicher Dialog für ein respektvolles Arbeitsumfeld in der Bundeswehr sind.

Mitmachen, gestalten, vernetzen

Wie Mitglieder künftig noch stärker eingebunden werden können, erläuterte Katharina Fechner, Abteilungsleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen BundeswehrVerbandes. Unter dem Motto „Unsere Kanäle – Eure Möglichkeiten“ stellte sie bereits bestehende Kommunikationswege des Verbandes vor und ermutigte die Teilnehmenden, eigene Themen, Erfahrungen und Ideen aktiv einzubringen.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die Workshopphase. In vier Arbeitsgruppen wurde über Möglichkeiten der medialen Mitwirkung, die Bedeutung von „Vielfalt als Stärke“ im beruflichen Alltag, neue digitale Austauschformate sowie den Ausbau von Netzwerken und Partnerschaften diskutiert. Über die Ergebnisse wurde sich anschließend im Plenum ausgetauscht.

Dabei zeigte sich ein breiter Konsens: Die Sichtbarkeit von Frauen im Verband und in den Streitkräften soll weiter gestärkt, niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeiten ausgebaut und bestehende Netzwerke gezielt genutzt werden, um gemeinsame Anliegen wirkungsvoll zu vertreten. Ebenso sollen die Angebote und die Arbeit der Frauengruppe im DBwV zukünftig noch mehr in die Fläche getragen werden.

Wissenschaftliche Impulse und starke Netzwerke

Der zweite Veranstaltungstag begann mit einer Bilanz der bisherigen Ergebnisse durch die Tagungsleitung. Daran schloss sich ein wissenschaftlicher Blick auf die Situation von Frauen in den Streitkräften an.
 

Dr. Gerhard Kümmel, Wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, sowie Prof. Dr. Maja Apelt von der Universität Potsdam stellten aktuelle Forschungsvorhaben und Erkenntnisse aus der Wissenschaft vor. 

Unter dem Titel „Operation Sisterhood: Stimmen & Strategien“ berichteten anschließend Leutnant Emma Kreutzer, Mitinitiatorin von meet B(w), sowie Silvia Petig, Vorsitzende von Women in International Security Deutschland (WIIS), über ihre jeweiligen Organisationen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Entstehungsgeschichte sowie die jeweiligen Themenschwerpunkte der Initiativen. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass gegenseitige Unterstützung und die Bündelung gemeinsamer Interessen zu einer höheren Durchsetzungskraft beitragen.

Blick nach vorn

In der abschließenden Diskussion wurden die Ergebnisse der beiden Veranstaltungstage zusammengeführt. Im Fokus stand die Frage, wie die erarbeiteten Impulse nachhaltig in die Verbandsarbeit integriert werden können sowie die Entwicklung konkreter Maßnahmen für die kommenden Monate.

Die Tagung „Wir.Frauen.DBwV – Zukunft gestalten“ hat wiederholt gezeigt, dass großes Interesse an Austausch, Vernetzung und Mitgestaltung besteht. Die vielfältigen Beiträge aus Wissenschaft, Praxis und Verbandsarbeit lieferten hierzu wichtige Denkanstöße.

Mit zahlreichen Ideen, neuen Kontakten und konkreten Handlungsansätzen endete die Veranstaltung– mit dem gemeinsamen Ziel, die Sichtbarkeit und Wirkungskraft von Frauen im Deutschen BundeswehrVerband weiter zu stärken und zukunftsfähig auszurichten.

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