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Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Wie kommt die Bundeswehr an Nachwuchs? Eine Frage, die ZDF-Moderator Daniel Pontzen am Mittwoch im Mittagsmagazin an den stellv. Bundesvorsitzenden Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert gerichtet hat. Die Truppenstärke nähert sich einem historischen Tiefstand. Mehr als 20.000 Dienstposten sind nicht besetzt. Foto: Frank Jungbluth
Berlin. Vor einem Jahr waren es auch viel zu wenige, aber die Tendenz schien nach oben zu weisen, inzwischen aber ist klar: Die Bundeswehr ist dramatisch weit davon entfernt, ihre Sollstärke bei den Soldatinnen und Soldaten zu erreichen. 183.000 waren es vor zwölf Monaten, 180.000 sind es jetzt nur noch. Fast so wenige, wie 2016, als 166.500 Frauen und Männer in der Truppe dienten. Die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kämpfte mit der Trendwende Personal und besseren Bedingungen für Familie und Beruf dagegen an, unterstützt vom Deutschen BundeswehrVerband.
Vier Jahre sind seitdem vergangen, aber mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat der der dritte Politiker im Amt seit 2018 das Problem geerbt und es wird immer größer, denn das Ziel ist, die Reihen bei der Bundeswehr bis zum Jahr 2031 auf 203.000 Soldatinnen und Soldaten aufzufüllen. Für Oberstleutnant i.G. Marcel Bohntert ist klar: „Die Bundeswehr muss fest in der Gesellschaft, bei den Menschen, verankert sein. Nur dann kann sie als Arbeitgeber dauerhaft einen großen Stellenwert haben."
Pistorius: Wie können wir besser werden?
Der Minister sagte am Mittwoch bei einem ersten Besuch in einem Karrierecenter der Bundeswehr in Stuttgart. „Wir müssen raus aus der Kaserne und rein in die Mitte der Gesellschaft. Das machen wir, aber es stellt sich die Frage, wie können wir besser werden?“, frage Pistorius. Die Berater seien sehr zugewandt und gut informiert gewesen, man müsse sich fragen, ob die Bundeswehr schnell genug sie in der Zeit zwischen Erstkontakt und dem ersten Beratungsgespräch sei. „Junge Menschen haben heutzutage als Bewerber eine Riesenauswahl auf dem Markt. Wir spüren auch den gesellschaftlichen Wandel. Wichtig sei auch, klarzumachen: „Der Dienst bei der Bundeswehr ist einer wie kein anderer.“
DBwV kämpft für mehr Attraktivität
Auch der Deutsche BundeswehrVerband engagiert sich seit Jahren für eine attraktive Truppe, macht aber auch klar, dass Dienen am scharfen Ende auch den Einsatz des Lebens bedeutet. Warum sollen sich junge Menschen ausgerechnet für die Bundeswehr als Arbeitgeber entscheiden? fragt deshalb auch Daniel Pontzen vom Mittagsmagazin des ZDF, der den stellvertretenden Bundesvorsitzenden Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert als Gesprächspartner hatte: „Man hat vor allem auch seit der Zeitenwende einen sehr sinnstiftenden Beruf als Soldatin und Soldat der Bundeswehr“, ist Bohnert überzeugt. Es ist aber auch so, dass sich nicht jeder Soldat unmittelbar im Kampfgeschehen wiederfinde, es gebe mehr als 1.000 spannende Ausbildungsberufe und Einsatzfelder bei der Bundeswehr.“
Zu denken gebe die hohe Zahl der Abbrecher, die nach wenigen Monaten die Truppe wieder verlasse. „Es gibt vieles, mit dem man bei der Bundeswehr junge Menschen begeistern kann, aber es geht natürlich am Ende darum, dass unsere Freiheit und unser Wohlstand verteidigt werden müssen. Das ist klar in diesem Beruf“, macht Bohnert deutlich. Die Menschen, so ist der stellvertretende Bundesvorsitzende überzeugt, müssten die Bundeswehr authentisch erleben, nicht als „Blackbox Bundeswehr“. Dazu diene auch der Marsch der Erinnerung, bei dem in der vergangenen Woche fast 200 Soldatinnen durch Berlin zum Reichstag marschiert seien, um den Gefallenen und Verwundeten der vergangenen Jahre zu gedenken.
Den Mitschnitt eines hr-iNFO-Interviews mit Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert können Sie hier hören:
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