31.03.2017
dpa

Afghanisches Militär entlässt Hunderte Korruptionsverdächtige

Kabul - Das von Korruption und Führungsproblemen geplagte afghanische Militär feuert in großem Stil Mitarbeiter. Seit Oktober habe eine neue Transparenzkommission 1394 Militärangehörige entlassen, sagte der Kommissionsleiter, General Hilal Hilaluddin, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag (30. März 2017). Ihnen wurden unter anderem der Verkauf von Waffen, die Unterschlagung von Soldatengehältern oder die Aufgabe von Posten ohne Kampf vorgeworfen. Vorwürfe gegen weitere 2042 Männer würden derzeit von Gerichten untersucht.

Erst am Montag hatte das Verteidigungsministerium einen ehemaligen Kommandeur der Truppen in der großen und schwer umkämpften südafghanischen Provinz Helmand entlassen. General Moin Fakir wurde unter anderem vorgeworfen, Geld gestohlen zu haben, das für die Verpflegung seiner Soldaten vorgesehen war.

Von den offiziell 352.000 Mann starken afghanischen Streitkräften desertieren jedes Jahr Zehntausende Soldaten und Polizisten. Schuld daran seien vor allem die schlechte Betreuung und Führung der Soldaten und Korruption an der Spitze, sagen Experten. An der Verbesserung von Führungsqualitäten sind mit speziellen Lehrgängen auch Berater der Bundeswehr beteiligt.

US-Generäle hatten jüngst mehr Truppen für Afghanistan gefordert, um die seit 2014 stark geschrumpfte Nato-Trainingsmission Resolute Support wieder aufzustocken. Derzeit trainiert die Nato die afghanischen Sicherheitskräfte nur bis zum Korpslevel.

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