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Washington. US-Präsident Joe Biden hat der afghanischen Regierung weitere Unterstützung auch nach dem Abzug der amerikanischen Truppen zugesichert. «Die Partnerschaft zwischen Afghanistan und den Vereinigten Staaten endet nicht», betonte Biden bei einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani im Weißen Haus am Freitag. Dabei gehe es sowohl um Hilfen für afghanische Regierungstruppen als auch um wirtschaftliche und politische Unterstützung.
Die afghanische Regierung ist in den vergangenen Wochen unter massiven Druck der militant-islamistischen Taliban geraten. Gleichzeitig mit dem Beginn des offiziellen Abzugs der internationalen Truppen am 1. Mai starteten die Taliban mehrere Offensiven in dem Land. Dabei eroberten sie etwa 70 der rund 400 Bezirke neu. Dabei wurden hunderte Sicherheitskräfte der Regierung getötet, verwundet, gefangen genommen oder zur Aufgabe gezwungen.
In der Vergangenheit wurden Taliban-Offensiven vor allem mit Hilfe von US-Luftschlägen und teils auch amerikanischer Spezialkräfte gestoppt. Der Abzug bedeutet, dass die Regierungstruppen nun ohne solche Kampfunterstützung auskommen müssen. Die afghanische Luftwaffe kann nur einen Bruchteil dessen leisten, was amerikanische Kampfflugzeuge bisher boten. Es ist zudem unklar, ob die Maschinen ohne ausländische Vertragskräfte, die sie reparieren und warten, flugtauglich gehalten werden können. Die Luftwaffe ist ein Schlüssel im Kampf gegen die Taliban.
Ghani verwies darauf, dass die Regierungstruppen am Freitag sechs Bezirke wieder von den Taliban zurückerobert hätten, sowohl im Süden als auch im Norden. «Das zeigt unsere Entschlossenheit», betonte er.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hatte zuvor darauf verwiesen, dass die US-Truppen nach einer Vereinbarung von Bidens Vorgänger Donald Trump mit den Taliban zum 1. Mai mit dem Abzug beginnen mussten. «Wenn wir unsere Truppen dort gelassen hätten, wären sie in Gefahr. Die Taliban würden auf sie schießen.» Zugleich handele Biden auch aus seiner eigenen Überzeugung heraus, «dass dies kein Krieg war, den man gewinnen kann».
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