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Anpassung des Auslandsverwendungszuschlags in Jordanien und Erbil
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Weihnachtszeit im Libanon und in Litauen
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Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
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Gemeinsames Bekenntnis zur Sicherheit beim Jahresempfang Bayern des Landesverbandes Süddeutschland: Wolfgang Fackler (von links, MdL, CSU), Prof. Dr. Eva-Maria Kern, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Landesvorsitzender Oberstleutnant a.D. Josef Rauch, Brigadegeneral Thomas Hambach Florian Siekmann (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: IK
Beim Jahresempfang Bayern des Landesverbands Süddeutschland an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg stand die aktuelle Sicherheitslage klar im Zentrum. Der stellvertretende Landesvorsitzende Oberstabsfeldwebel Dieter Götz eröffnete die Veranstaltung, zu der zahlreiche Gäste aus Politik, Bundeswehr, Wissenschaft, Kommunen und Reservistenorganisationen erschienen waren. Die hochrangige und vielfältige Gästeliste zeigte deutlich, wie entscheidend der Austausch zwischen Truppe, politischer Entscheidungsebene und der Interessenvertretung der Soldaten in Zeiten internationaler Spannungen geworden ist.
Zuversicht, Reformen, Resilienz: Klare Schwerpunkte in den Grußworten
Als Hausherrin begrüßte Prof. Dr. Eva-Maria Kern, Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, die Gäste und erinnerte daran, dass die UniBw ein strategischer Zukunftsort sei, an dem akademische Exzellenz, Forschung und militärische Führung zusammenwirken. Hier entstehe das intellektuelle Fundament für den Offiziersnachwuchs, der in einer immer komplexeren sicherheitspolitischen Umgebung Verantwortung übernehmen muss.
Auch die weiteren Grußwortredner machten deutlich, wie sehr Deutschland und Europa unter Druck stehen. Brigadegeneral Thomas Hambach, Kommandeur des Landeskommandos Bayern, betonte die vorhandene Stärke von Gesellschaft und Bundeswehr und rief zu Mut, Resilienz und Zuversicht auf. Der Vorsitzende Arbeitsgruppe Wehrpolitik der CSU-Landtagsfraktion, Wolfgang Fackler (MdL), forderte strukturelle Reformen, darunter einen verpflichtenden Wehrdienst oder ein Gesellschaftsjahr, und unterstrich, dass ohne Verteidigungsfähigkeit weder Frieden noch Freiheit zu sichern seien. Der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Florian Siekmann (MdL), hob die Notwendigkeit verlässlicher Investitionen, guter Rahmenbedingungen für die Truppe sowie eines starken Zivilschutz- und Krisenmanagements der Länder hervor und plädierte für engere gemeinsame Übungen aller sicherheitsrelevanten Akteure.
Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte waren sich alle Grußwortredner einig: Eine gut ausgestattete, glaubwürdig handlungsfähige Bundeswehr und eine widerstandsfähige Gesellschaft sind zentrale Voraussetzungen, um den sicherheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen.
In seiner Festrede zeichnete Staatsminister Dr. Florian Herrmann ein eindringliches Bild der globalen Sicherheitslage und machte deutlich, dass Deutschland sich „in einer historisch ernsten und komplexen Bedrohungssituation“ befinde. Russlands Angriffskrieg, hybride Destabilisierungsversuche und die Erosion der internationalen Ordnung zeigten, „dass der Urlaub von der Geschichte vorbei ist.“
Herrmann betonte, dass die Verteidigung von Freiheit und Demokratie drei Voraussetzungen brauche: „Den klaren Willen, unsere freiheitliche Ordnung zu schützen, moderne militärische Fähigkeiten und Soldatinnen und Soldaten, die wir ausrüsten und unterstützen müssen.“ Er unterstrich die herausragende Bedeutung der NATO, die „das unverzichtbare Fundament unserer Sicherheit bleibt“, und warnte zugleich vor Illusionen europäischer Autarkie: „Ohne die USA wird es nicht gehen – ob wir das wollen oder nicht.“
Mit Blick auf Bayern hob er hervor, dass der Freistaat sich als verlässlicher Partner verstehe: „Wir stehen zur Bundeswehr, wir stehen zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, wir stehen zu unseren militärischen Traditionen.“ Forschung, Innovation und eine starke industrielle Basis seien entscheidend, um die sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit zu stärken. Sein Fazit fiel klar aus: „Nur mit Realismus, Geschlossenheit und Entschlossenheit werden wir dieser Zeitenwende gerecht.“
Rauch fordert mehr Tempo beim Fähigkeitsaufbau
Landesvorsitzender Oberstleutnant a.D. Josef Rauch machte unmissverständlich klar, dass die Bundeswehr angesichts der sicherheitspolitischen Zeitenwende „schneller und entschlossener handlungsfähig werden muss.“ Deutschland stehe vor der Aufgabe, seine Verteidigungsfähigkeit in allen Bereichen wiederherzustellen – personell, materiell und strukturell. „Mit Freiwilligkeit allein werden wir den notwendigen Personalaufwuch nicht erreichen“, betonte Rauch und sprach sich erneut für eine Rückkehr zur Wehrpflicht oder ein verpflichtendes Dienstmodell aus. Es brauche den Wiederaufbau einer starken Reserve, einen beschleunigten Ausbau militärischer Infrastruktur sowie modernerer und schnellerer Rüstungs- und Beschaffungsprozesse. Deutschland habe mit der Lockerung der Schuldenbremse erste wichtige Schritte getan. „Wir sind auf dem richtigen Weg – aber wir müssen das Tempo erhöhen.“
Zum Abschluss dankte Rauch den Grußwortrednern für ihre klaren sicherheitspolitischen Impulse, dem Musikverein Harmonie Neubiberg für die feierliche musikalische Begleitung und den zahlreichen Gästen für ihr großes Interesse sowie ihre Unterstützung für Bundeswehr und Verband – ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Verantwortung in herausfordernden Zeiten.
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