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Bei der Dankfeier für Heimkehrer aus den Weltkriegen in Oberschwaben auf dem Bussen legten Fahnenabordnungen von Krieger- und Reservistenverbände am Ehrenmal Blumengebinde nieder. Foto: Albert Schneider
Auch nach 80 Jahre im Frieden erinnert das Heimkehrer-Treffen auf dem Bussen in Oberschwaben an die Gefallenen der zwei Weltkriege. Landesvorsitzender Oberstleutnant a.D. Josef Rauch als Gast dieser traditionellen Gedenkveranstaltung hielt die Festansprache. Gerade in heutiger Zeit ist es von Bedeutung, Erlebtes und Geschehenes der beiden Weltkriege in Erinnerung zu rufen, um die Zukunft verantwortungsvoll gestalten zu können. Zahlreiche Fahnenabordnungen der umliegenden Krieger- und Reservistenverbände legten am Ehrenmal unter musikalischer Umrahmung durch das Musikensemble aus Offingen Blumengebinde nieder.
Beim Dank- und Festgottesdienst in der Bussenkirche erinnerte Bürgermeister Werner Binder an das Ziel, welches die Menschen bei dieser Gedenkfeier auf dem Bussen vor Augen habe: „kein Krieg mehr, vielmehr in Frieden leben zu können“. Pater Alfred Tönnis mahnte deshalb auch an, weiter die Gesellschaft wachzurütteln, so wie es Jesus immer getan hat.
Kriege sind wieder nah, bedrohen Frieden und Demokratie
Obwohl nur 45 Kilometer vom Bussen entfernt beheimatet, war Oberstleutnant a.D. Josef Rauch diese Dankfeier für Heimkehrer aus den beiden Weltkriegen auf dem Bussen nicht bekannt. Dem Vorsitzenden des Landesverbandes Süddeutschland war bald nach seiner Einladung klar: „Hier bin ich richtig!“, auch weil er vor diesem Hintergrund einen sehr persönlichen Grund zur Dankbarkeit hat. So berichtete Rauch in seiner Ansprache von dem Moment, als im Jahr 1949 seine Mutter – damals 10 Jahre – einem 38 Jahren alten, ausgemergelten Mann die Wohnungstür öffnete. Schreiend vor Angst rannte die damals knapp 10-Jährige zu ihrer Mutter und konnte es nicht fassen, dass diese den etwas verwahrlosten Menschen in die Arme nahm und vor Freude weinte. Es war der aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Ehemann und Vater. Es brauchte Zeit, bis sich ein normales Vater-Kind Verhältnis einstellte. Seinen Opa – so Rauch – habe er überaus geschätzt, hat er doch sein Leben maßgeblich mitgeprägt.
Erinnerungen an diese dunklen Zeiten deutscher Vergangenheit sind angesichts aktueller Kriege wie in der Ukraine wichtig. „Auf der ganzen Welt herrschen Terror, Tod, Verwundung, Gewalt und versetzt Menschen in Angst und Schrecken!“, so Rauch. Der Frieden in unserem Land werde aber auch von Innen bedroht – Islamismus, Extremismus und Populismus gefährden unsere Art zu leben. Rauch betonte, dass die Bewahrung des Friedens und des Zusammenhalts der Gesellschaft erfordere, sich für unsere Werte und unsere Demokratie einzusetzen. Aktuelle politische Entwicklungen in unserem Land zeigen eine hohe Unzufriedenheit und einen Verlust an Vertrauen in politische Parteien. Dies stärke Parteien an den politischen Rändern, die mit vermeintlich einfachen Antworten vorgeben, komplexe politische Probleme lösen zu können. Deren Antworten auf die Migrationskrise und ihre Putin folgende Argumentation und Haltung zum Ukraine-Krieg bedeuteten die Aufgabe demokratischer Werte. Diese Parteien verkennen die Gefahren für den Zusammenhalt demokratischer Gesellschaften und den Frieden.
„Mein Lebensinhalt zielt darauf hin, in Frieden einschlafen, in Freiheit aufzuwachen und tagsüber meine Meinung sagen zu dürfen." Der Landesvorsitzende warb darum, sich für Frieden, Freiheit und Demokratie in unserer Gesellschaft einzusetzen, so wie es auch der Sinn der Gedenkfeier auf dem Bussen sei.
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