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Gewinnen, qualifizieren, binden: AG 3 zieht Bilanz für Soldaten auf Zeit
Beförderungsstopp: Einen Schritt weiter, aber noch lange nicht am Ziel
70 Jahre DBwV – Die Erfolgsgeschichte geht weiter
Alimentation: Wieder nur eine Nebelkerze?
Jahressteuergesetz 2026 – Sachverständige kritisieren geplante Verkürzung der 48-Monatsfrist
„Mit dem Gesetz wird es möglich sein, schneller zu bauen“
Mehr Europa, weniger Amerika: Eine sicherheitspolitische Bilanz nach 21 Monaten Trump
Neues Magazin mit Beilage „Qualifikation und Ausbildung“
Leistungen im Soldatenentschädigungsgesetz werden angepasst
Brücke in die Zukunft: Die Tagung für Soldaten auf Zeit
Vom Dienstherrn zum Arbeitgeber: Wie Soldaten im Justizvollzug eine neue Zukunft finden
Bundestagsmandate im Mittelmeer: Fortsetzung für EUNAVFOR MED IRINI und SEA GUARDIAN auf den Weg gebracht
Mandatsverlängerung für Bundeswehreinsätze im Südsudan und dem Roten Meer
Bundeswehrbeteiligung bei UNMISS-Mission und EUNAVFOR Aspides soll fortgeführt werden
Mandat ein letztes Mal verlängert: Bundeswehreinsatz UNIFIL im Libanon
Gedenken: Erinnerung an Patrick Behlke und Roman Schmidt
Gedenken: Erinnerung an Feldwebel Alexander Arndt
Gedenken an Oberstabsarzt Dr. Dieter Eißing
Erinnerung an Oberfeldwebel Florian Pauli
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Dorohusk. Schuldirektor Jaroslaw Wojcicki öffnet eine Tür, steigt die Treppe hinab und führt in einen Kellerraum seiner Schule. Die Fenster sind mit Sperrholz verbarrikadiert, auf einem Regal stehen Behälter mit Trinkwasser, Taschenlampen und ein Erste-Hilfe-Koffer. Vor ein paar Wochen hat er die Schüler seiner Schule hier in Sicherheit bringen müssen: «Von den Kleinen haben einige geweint, die Großen hatten keine Angst.»
Die Grundschule liegt im ostpolnischen Dorohusk an der Grenze zur Ukraine. Der Krieg ist von hier nur einen Kilometer entfernt. Kaum ein Tag ohne die Warnmeldungen des staatlichen Krisenzentrums auf dem Handy: «Achtung! Russischer Luftangriff auf die Ukraine. Erhöhte Bereitschaft.» Nähert sich eine Drohne oder Rakete dem polnischen Gebiet, werden die Menschen aufgefordert, in Schutzräume zu gehen.
«Ich konnte die Explosion nicht nur hören, sondern sehen»
Seit diesem Herbst ist das Gefühl der Bedrohung größer geworden. Im September schlugen mehrfach Drohnen auf der ukrainischen Seite unweit des Grenzübergangs ein, auch ein Passagierzug von Kiew nach Warschau wurde angegriffen. «Die eine Explosion habe ich nicht nur gehört - ich konnte es sehen», erzählt Rentner Andrzej (62), dessen Haus in der Nähe vom Grenzfluss Bug steht.
Auch wenn es zuletzt an der Grenze zur Ukraine ruhig war: Deutschlands Nachbarland fürchtet weitere Vorfälle dieser Art. Regierungschef Donald Tusk rechnet sogar mit verdeckten Drohnenangriffen und Raketenschlägen gegen sein Land. Das EU- und Nato-Mitglied Polen, das der von Russland angegriffenen Ukraine beisteht, sieht sich auch selbst von Moskau bedroht.
Polen auch an der Grenze zu Kaliningrad unter Druck
Erst am Dienstag rückten im Nordosten Spezialeinheiten von Polizei und Armee zu einem großangelegten Einsatz an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad aus: Es habe von den Geheimdiensten sehr genaue Informationen gegeben, wonach es zum Eindringen bewaffneter Menschen auf das polnische Staatsgebiet kommen könne, sagte Tusk. Personen mit Taschenlampen seien nahe der Grenze unterwegs gewesen. Durch eine schnelle Reaktion habe man Provokationen verhindern können. Polen hat Abschnitte der Grenze zu Kaliningrad mit Panzersperren gesichert - Pioniere der Bundeswehr halfen dabei.
Das alles passt zu Warnungen westlicher Geheimdienste, wie etwa dem Bericht des dänischen Militär- und Auslandsgeheimdienstes DDIS, vor einem wachsenden Risiko begrenzter militärischer Angriffe Russlands auf einen oder mehrere an Russland grenzende Nato-Staaten - und zwar schon in den kommenden Monaten. Sogar ein begrenzter Einsatz russischer Soldaten auf Nato-Gebiet wird als mögliches Szenario beschrieben.
Gemeinde hat 2.500 Liter Diesel für den Notfall gebunkert
Auf dem Parkplatz des Gemeindeamtes in Dorohusk steht ein großer gepanzerter Tank. Gut 2.500 Liter Diesel könnten hier gebunkert werden, erklärt Bürgermeister Wojciech Sawa - Vorrat für Feuerwehr und Hilfskräfte im Notfall. «Wir haben hier einen der beiden größten Grenzübergänge zur Ukraine - solche Provokationen können jederzeit wiederkehren.»
Gibt es Menschen, die wegen der Gefahr aus Dorohusk wegziehen? «Das habe ich noch von niemandem gehört», sagt der Bürgermeister. In dem ländlich geprägten Ort würden die meisten darauf setzen, dass sie bei Gefahr ihre Keller als Schutzräume nutzen können. «Wo soll ich denn neu anfangen?», sagt Rentnerin Henryka (63), «hier habe ich meine Hütte und mein Dach. Nur die dauernden Alarme gehen mir auf den Geist.»
Großstadt Lublin schult ihre Bürger in Zivilschutz
Auf verstärkten Zivilschutz setzen nicht nur die Behörden im Grenzort Dorohusk. Auch in der 90 Kilometer entfernten Großstadt Lublin sind mittlerweile alle Kindergärten und Schulen mit Schutzräumen für den Fall eines Luftalarms ausgerüstet.
Im Sommer war während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt in der Nähe der Stadt Lublin abgestürzt. Nach Angaben von Polens Regierung war es ein russischer Marschflugkörper. Verletzt wurde niemand, doch der Schock saß tief - besonders, weil Bürger beklagten unzureichend informiert worden zu sein. Die Sirenen heulten, doch niemand wusste, worin die Gefahr besteht.
Die Stadt hat begonnen, die Bürger in Zivilschutz zu schulen. «Wenn ich weiß, was ich bei Luftalarm machen soll, kann ich mit der Angst besser umgehen», sagt Dariusz Krzysztofik, Zivilschutzbeauftragter der Stadt. In einer Bibliothek erklärt er seinen Zuhörern, wie sie sich selbst schützen können und warum ein Bunker dafür nicht unbedingt notwendig ist. «Wir haben Frieden, keinen Krieg.»
«Wir dürfen uns nicht in Panik versetzen lassen»
Für einen eventuellen Drohnenangriff reiche es völlig aus, wenn man im Büro, im Supermarkt oder zuhause die Regel beachte, möglichst zwei Wände zwischen sich und die Außenwelt zu bringen. Denn die Erfahrung aus der Ukraine zeige: «Die Drohnen richten nicht immer so gewaltigen Schaden an, aber sie können tödlich sein, wenn man von vielen Splittern getroffen wird.» Und noch etwas gibt der ehemalige Offizier, der mit Polens Armee im Irak-Krieg war, seinen Zuhörern mit: «Wir dürfen uns nicht derart in Panik versetzen lassen, dass wir nicht mehr normal leben können.»
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