10.04.2017
dpa

Experte: Keine Gefahr einer globalen Eskalation des Syrienkonflikts

Berlin - Nach dem US-Luftangriff in Syrien befürchtet der Sicherheitsexperte Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik keine globale Ausweitung des Konflikts. Es sei deutlich geworden, dass weder die USA noch Russland Interesse an einer weiteren militärischen Eskalation hätten, sagte Kaim am Samstag (8. April 2017) dem Deutschlandradio Kultur.

«Es drängt sich der Eindruck auf, dass Russland vorgewarnt worden ist. (.) Und dass Russland nicht ganz unglücklich ist, dass dieser sperrige Verbündete, Präsident (Baschar al-)Assad, gemaßregelt worden ist», sagte Kaim.

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz des syrischen Militärs vom Dienstag mit mehr als 80 Toten hatte US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Freitag einen Luftwaffenstützpunkt mit Marschflugkörpern in dem Bürgerkriegsland angreifen lassen.

Die beiden Hauptakteure Russland und die USA seien sehr penibel darauf bedacht, ihre Differenzen politisch-rhetorisch auszutragen, aber sie hätten kein Interesse an einer unmittelbaren großen und offenen militärischen Konfrontation, sagte Kaim.

Die Debatte um ein mögliches Eingreifen der Nato in Syrien hält Kaim für abwegig und nicht nachvollziehbar: «Das hat niemand gefordert und würde auch auf erhebliche Widerstände stoßen.» Auch ein Einsatz der Bundeswehr stehe angesichts fehlender Rahmenbedingungen überhaupt nicht zur Debatte, sagte Kaim. Es gebe weder ein Mandat des UN-Sicherheitsrates noch eine Bereitschaft der Nato oder EU, in Syrien militärisch tätig zu sein. «Von daher kann sich die Bundesregierung vergleichsweise entspannt zurücklehnen. Das ist eine Frage, die sich im Moment wirklich nicht stellt», sagte Kaim. 

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