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Bei «Cold Response 2026» trainieren Nato-Staaten im Hohen Norden. Vor dem Hintergrund der Bedrohung durch Russland und auch wegen des Streits um Grönland kommt auf Deutschland eine größere Rolle zu.
Bardufoss. Die Bundeswehr baut ihr Engagement nördlich des Polarkreises weiter aus: Im Norden Norwegens beteiligen sich etwa 1.600 Soldaten des Deutschen Heeres, vor allem Gebirgsjäger, an der Übung «Cold Response 2026», mit der Nato-Partner üben, einen Angreifer unter arktischen Bedingungen zurückzuschlagen.
Der deutsche Heeresinspekteur Christian Freuding betont die Bedeutung der verstärkten Zusammenarbeit für die Abschreckung. «Russland ist hier in der Region genauso die größte Bedrohung wie in Mitteleuropa», sagte der Generalleutnant am Rande des Besuchs bei der Militärübung.
Gewicht hat die verstärkte deutsche Beteiligung auch vor dem Hintergrund des Streits um Grönland bekommen, als Gebietsansprüche von US-Präsident Donald Trump zur Zerreißprobe für das Bündnis wurden.
Schwieriges Gelände und fordernde Witterungsbedingungen
Mehr Präsenz der europäischen Nato-Partner im Hohen Norden soll den drohenden Konflikt zu entschärfen helfen. «Cold Response 2026» ist deswegen in den neuen Nato-Einsatz «Arctic Sentry» eingebettet, mit dem das Bündnis zusammen mehr Flagge im Norden erhöht.
Die Übung finde unter herausfordernden Bedingungen statt, sagt Freuding. «Die Männer und Frauen sind teilweise zehn Tage, teilweise sogar länger hier im schwierigsten Gelände unter sehr fordernden Witterungsbedingungen unterwegs», sagt er. Der taktische Auftrag sei fordernd und realistisch.
An der von Norwegen ausgerichteten Übung sind insgesamt rund 25.000 Männer und Frauen aus 14 Nationen beteiligt. Die Bundeswehr ist in und vor Norwegen mit Heer, Luftwaffe und Marine dabei, die die Fregatte «Sachsen» und das Unterseeboot 35 stellt. Geübt wird auch das Zusammenspiel der Soldaten zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Im Gefechtsstand vor dem deutschen Gegenangriff
Dem Übungsszenario folgend hat Russland am 8. Februar «auf breiter Front» Nato-Gebiet angegriffen. Der Gegner ist zwar mit einem Fantasienamen versehen, aber ein Blick auf die Lagekarten an den Wänden und ein gewisser Wladimir Putin als Staatschef lassen keinen Zweifel, wer der Angreifer ist.
Die Gebirgsjägerbrigade 23 hat ihren Gefechtsstand in einem Bergstollen nahe der nordnorwegischen Ortschaft Bardufoss eingerichtet. Ein Oberstleutnant trägt zur Feindlage und den vermuteten Absichten des Gegners vor. Es geht darum, Kontrolle über Schlüsselpunkte in der Geografie und der Straßeninfrastruktur zurückzugewinnen und dem Feind den Zugang abzuschneiden.
Ein Fernspäher berichtet über Aufklärungsergebnisse und wo die Kundschafter stehen. Für den Angriff wurden Passagen über Eis und Schnee abseits der Straßen erkundet und von Pionieren auf Befahrbarkeit mit den Spezialfahrzeugen vorbereitet.
Auftrag nun: Sich vor die bislang an vorderster Front kämpfenden US-Marines zu setzen und den Gegenangriff über vereistes Berggebiet weiterzuführen - «Ablösung durch Angriff» («Forward Passage of Lines») heißt die Gefechtshandlung in der Militärsprache. Es geht darum, die kämpfende Truppe durch frische Kräfte mit anderen Fähigkeiten abzulösen.
Der Gegenangriff läuft
Langsam arbeiten sich die Gebirgsjäger in Raupenfahrzeugen vor. Dass sie abseits der Straßen kommen werden, kann einen Überraschungsschlag ermöglichen. «Die Aufklärungskräfte sind bereits im Aufklärungsziel», sagt der Generalleutnant, der die Soldaten im Hubschrauber besucht. «Und jetzt wird es darauf ankommen, so ins Angriffsziel vorzustoßen, dass man den Feind dort wirft und den Raum nimmt.»
Norweger und Spanier stellen die feindlichen Truppen bei dieser Übung. Dass es einem Gebirgsaufklärer gelungen ist, schon bis auf Hörweite an die Spanier heranzukommen, wird als beachtlich gehandelt.
Schwächen macht die Übung bei der Kommunikation und dem Datenaustausch mit den anderen Nationen deutlich. Auch ist die Gefahr durch Drohnenangriffe wohl nicht so abgebildet, wie es Lektionen aus dem Ukraine-Krieg nötig erscheinen lassen. Die Bundeswehr und andere Nato-Staaten haben hier eine Baustelle.
Die Soldaten sind auch darauf vorbereitet, dass es unerwartete Zwischenfälle geben könnte und verfügen über eine Skizze mit echten russischen Drohnen. Zwei unbekannte Flugkörper wurden bereits gemeldet.
Norwegen möchte die Gebirgsjäger in der Verteidigungsplanung
Was auf der russischen Seite der Grenze real passiert, beobachten die Skandinavier mit Sorge. Zwar hat sich die Zahl der Soldaten verringert, weil Verbände für den Krieg gegen die Ukraine abgezogen wurden. Doch werden Straßen und Bahnlinien für künftige Militärtransporte an die Grenze gebaut.
«Russland hat klargemacht, dass es wegen einer veränderten Lage die doppelte Zahl an Landstreitkräften an den Grenzen zu Russland und Finnland haben will. Und wir sehen, dass sie Infrastruktur bauen für eine Verstärkung, sobald der Ukraine-Krieg vorbei ist», sagt Lars Lervik, Chef der norwegischen Landstreitkräfte.
Am Rande der Übung zeigt er das Militärcamp Akkasaeter. Die Norweger haben es für ausländische Partner und nach Wünschen der Bundeswehr gebaut. Lervik macht deutlich, dass er auf eine größere Rolle Deutschlands bei der Verteidigung im Norden hofft. Ziel der Norweger ist es, die deutsche Gebirgsjägerbrigade künftig fest in die regionale Verteidigungsplanung im Norden einzuplanen.
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