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Kabul. Rückschlag auf der Suche nach Frieden in Afghanistan: Ein für Freitag geplantes Treffen zwischen den Taliban und einer Delegation aus Kabul wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Im Zentrum der Differenzen steht eine Liste.
Kabul. Für diese Woche geplante Gespräche über Frieden in Afghanistan im Golfemirat Katar sind auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das bestätigte ein Mitarbeiter des Präsidentenpalastes in Kabul, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Donnerstag. Das für ab Freitag angesetzte Treffen zwischen Vertretern der radikalislamischen Taliban und einer Delegation aus Kabul galt als wichtige vertrauensbildende Maßnahme auf dem Weg zu Frieden. Als Hauptgrund für die Verschiebung werden Differenzen über die Zusammensetzung der Delegation aus Kabul genannt.
Bis zuletzt war intensiv darum gerungen worden, wer von der Nicht-Taliban-Seite zu den Gesprächen nach Doha fahren sollte. Immer wieder war die Liste als nicht inklusiv genug kritisiert worden. Nach rund 40 Jahren Krieg in Afghanistan fehlt bei vielen das Vertrauen, dass eine Partei oder Person auch die Interessen anderer vertreten kann und nicht nur eigene Interessen verfolgt.
Die Liste aus Kabul wuchs auf 250 Delegierte an. Vorgesehen waren Vertreter von Parteien, hochrangige Politiker, ehemalige Dschihad-Führer, Kleriker, Frauen, Vertreter der Zivilgesellschaft oder Journalisten. Die Taliban verspotteten Kabul dafür und forderten, man solle in einer vernünftigen Delegationsgröße anreisen.
Auch einflussreiche Politiker hatten die Liste kritisiert. Laut Polit-Analyst Dschawid Kohistani, der auch auf der Liste stand, hatte eine Gruppe rund um den Ex-Präsidenten Hamid Karsai Mittwochnacht noch eine neue Liste an den Präsidentenpalast geschickt. Ihnen hätte missfallen, dass ein Großteil der Delegierten Präsident Aschraf Ghani oder Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah nahestehen würden. Aber auch von der Seite der Taliban habe es Einwände gegen die Delegation aus Kabul gegeben, sagte Kohistani.
Das Treffen in Doha war als Konferenz mit Potenzial für einen Durchbruch im innerafghanischen Friedensprozess gesehen worden. Die Taliban hatten sich bisher geweigert, mit der Regierung Ghani zu sprechen, die sie als Marionette des Westens betrachten. Vergangene Woche akzeptierten sie die Teilnahme von Regierungsvertretern schließlich indirekt: Sie würden als Privatpersonen betrachtet, hieß es in einer Taliban-Erklärung.
Die Taliban sprechen seit Sommer 2018 mit den USA über eine politische Beilegung des Konflikts. Die nächste USA-Taliban-Runde sollte in den Tagen nach dem innerafghanischen Treffen stattfinden. Es sollte eigentlich auch auf die Ergebnisse des innerafghanischen Treffens aufbauen.
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