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Der Chef der Seestreitkräfte bestätigt, dass Anlagen der Bundeswehr gezielt ausgekundschaftet werden. Und sagt, man reagiere darauf.
Berlin - Die Bundeswehr ist nach Einschätzung von Marineinspekteur Jan Christian Kaack auf gezielte Ausspähaktionen ausländischer Staaten vorbereitet. «Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen verbessert. Wir sind dabei, diese Stützpunkte in der Luft, unter Wasser und über Wasser besser zu schützen, auch mit eigenen Drohnenanlagen», sagte der Chef der Seestreitkräfte in dem am Freitag aufgezeichneten «Interview der Woche» des Deutschlandfunks. «Insofern ist das auch in Teilen so ein kleiner Wake-up-Call, dass wir aufwachen, dass wir mehr machen müssen, um unsere Menschen und unser Material entsprechend zu schützen.»
In einem kürzlich veröffentlichten Bericht der «New York Times» hieß es unter Berufung auf Quellen aus US-Behörden und anderen westlichen Staaten, Russland oder russische Unterstützer ließen Routen im Osten Deutschlands, die für die Lieferung von Militärgütern an die Ukraine genutzt würden, mit Drohnen überwachen. Kaack sagte weiter, das Ausspähen finde auf ganz unterschiedliche Art und Weise statt - mit Menschen, mit Drohnen. «Wir haben Eindringversuche und Sabotageversuche.» Einige Soldaten würden auf ihrem Weg nach Hause kontaktiert. «Was wir da machen, ist natürlich zu reagieren.»
Kaack lobt Wehrdienstmodell
Kaack lobte das geplante Wehrdienstmodell, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen worden war. Er sei überzeugt, dass die geplante freiwillige Wehrdienstlösung der Marine massiv helfen werde, ihre Nachwuchsprobleme in den Griff zu bekommen. «Der neue Wehrdienst wird der Game-Changer», sagte Kaack.
Er räumte ein, dass er «immer ein Freund der Wehrpflicht» gewesen sei, allerdings lasse sich die Zeit seit Aussetzen der Wehrpflicht im Jahr 2011 nicht ungeschehen machen. Entsprechend werde die Bundeswehr Zeit brauchen, die damals aufgegebenen Fähigkeiten wiederherzustellen. Man müsse sich zu einer Ausbildungsmarine hinentwickeln, die massiv und regelmäßig eine große Zahl von jungen Menschen dafür begeistere, sich länger zu verpflichten. «Und das braucht auch seine Zeit.»
Nach dem Kabinettsbeschluss soll zunächst versucht werden, die Zahl der Freiwilligen für einen Dienst in der Bundeswehr zu erhöhen. Nach den neuen Nato-Zielen muss die Bundeswehr eine Personalstärke von mindestens 260.000 Männern und Frauen in der aktiven Truppe sowie 200.000 Reservistinnen und Reservisten erreichen. Gelingt es nicht, genügend Freiwillige zu gewinnen, kann dem Gesetzentwurf zufolge eine verpflichtende Heranziehung eingeführt werden. Dies würde aber nicht automatisch geschehen, sondern müsste vom Parlament noch einmal gebilligt werden.
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