Stabsfeldwebel a.D. und Oberstabsfeldwebel d.R. Frank-Udo Reiche (2. von links) übergab eine Spende für die Organisation „Life Bridge Ukraine“ an Gründerin und Geschäftsführerin Dr. Janine von Wolfersdorff (2. von rechts) – gemeinsam mit Hauptmann a.D. Ingo Zergiebel (rechts), Vorsitzender Ehemalige im DBwV und dessen Stellvertreter Oberstabsfeldwebel a.D. Uwe Schenkel (links). Foto: DBwV/Eva Krämer

Stabsfeldwebel a.D. und Oberstabsfeldwebel d.R. Frank-Udo Reiche (2. von links) übergab eine Spende für die Organisation „Life Bridge Ukraine“ an Gründerin und Geschäftsführerin Dr. Janine von Wolfersdorff (2. von rechts) – gemeinsam mit Hauptmann a.D. Ingo Zergiebel (rechts), Vorsitzender Ehemalige im DBwV und dessen Stellvertreter Oberstabsfeldwebel a.D. Uwe Schenkel (links). Foto: DBwV/Eva Krämer

29.04.2026
Eva Krämer

Kameradschaften der ERH im LV Ost sammeln Spenden für verwundete ukrainische Soldaten

1.170 Euro haben mehrere Kameradschaften der Ehemaligen, Reservisten und Hinterbliebenen des Landesverbands Ost für die Organisation „Life Bridge Ukraine“ gesammelt. Auch auf dem Festakt 35 Jahre Landesverband Ost wurden Spenden für Life Bridge Ukraine gesammelt. Im Rahmen der ERH-Tagung des Landesverbands Ost wurde die Spende von Stabsfeldwebel a.D. und Oberstabsfeldwebel d.R. Frank Udo Reiche, Vorsitzender ERH im Landesverband Ost, an Dr. Janine von Wolfersdorff übergeben. Sie ist die Geschäftsführerin und Gründerin von „Life Bridge Ukraine“.

Die Organisation „Life Bridge Ukraine“ baut gemeinsam mit lokalen Partnern Prothesenzentren in der Ukraine, ermöglicht ukrainischen Veteranen eine Kompaktausbildung zum Prothesentechniker und leistet Nothilfe für verletzte ukrainische Soldaten. Gründerin Dr. Janine von Wolfersdorff wird von einem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen sowie Orthopädietechnikern unterstützt. 

„Erst das Lazarett zeigt, was Krieg ist. Die Verletzungen der ukrainischen Soldaten sind brutal“, sagt von Wolfersdorff. „Durch Hightech-Waffen wie Drohnen werden die Verletzungen immer schwerer. Wenn ein Soldat ‚nur‘ seinen Unterschenkel verliert, hat er noch Glück gehabt.“ Von Wolfersdorff erzählt von einem ihrer Patienten: „Er wurde auf einem Minenfeld schwer verletzt und verlor dabei seinen Ober- und Unterschenkel.“ Durch die Hilfe von „Life Bridge Ukraine“ wurde der Ukrainer in Berlin mit einer Prothese versorgt. „Inzwischen ist er in die Ukraine zurückgekehrt, um wieder beim Militär zu dienen“, sagt sie.

Derzeit beschäftigt sich die Organisation von Wolfersdorff vermehrt mit Augenverletzungen. „Wir sehen immer wieder Soldaten, die durch Splitter ihr Augenlicht verlieren. Leider sind die Soldaten nicht flächendeckend mit ballistischen Schutzbrillen ausgestattet“, sagt sie. 

Für den Sommer plant von Wolfersdorff mit ihrem Team ein weiteres Projekt: „Wir wollen elf ukrainische Veteranen in Prothetik ausbilden. Viele von ihnen tragen selbst eine Prothese. Die Ausbildung in Deutschland dauert zwölf Monate, dann kehren sie in die Ukraine zurück.“

Alles begann mit einer Crowdfunding-Aktion zu Beginn des Krieges in der Ukraine. „Als der Krieg anfing, war ich geschockt. Ich wollte helfen und besonders schutzbedürftige Menschen – Frauen und Kinder sowie Menschen mit Beeinträchtigungen – aus der Ukraine holen“, erzählt von Wolfersdorff. „In den ersten Monaten haben wir 1.200 Menschen aus der Ukraine geholt.“ 

Die Organisation unterstützt nicht nur verwundete Soldaten, sondern auch die ukrainische Zivilgesellschaft. So leistete „Life Bridge Ukraine“ im Januar 2026 auch Kältehilfe: Von Polen aus wurden 6.000 Campingkocher, 24.000 Gaskartuschen sowie über 7.000 Wärmflaschen nach Kiew geschickt. Für ihr Engagement wurde Janine von Wolfersdorff im Oktober des vergangenen Jahres vom Berliner Oberbürgermeister Kai Wegner (CDU) mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet. 

„Sie sind ein Mensch, der über den Tellerrand hinausschaut“, lobte Frank Udo Reiche das Engagement von Janine von Wolfersdorff. „Die Ukraine ist auf Initiativen wie diese angewiesen. Mit unserer Spende können wir immerhin einen kleinen, bescheidenen Beitrag leisten.“

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