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Der Landesvorsitzende Ost, Hauptmann Ralf Baasch, hatte zum Festakt zum 35-jährigen Bestehen seines Landesverbandes nach Magdeburg eingeladen. Foto: DBwV/Yann Bombeke
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Landesverband Ost! Mit einem großen Festakt an seinem Gründungsort hat der jüngste Landesverband in der DBwV-Familie sein 35-jähriges Bestehen gefeiert.
Magdeburg. Es war kurz nach den Osterfeiertagen, als sich vom 3. bis 5. April 1991 im Magdeburger Congress Center mehr als 200 gewählte Soldatenvertreter zu einer historischen Mission versammelten: Sie gründeten dort im Auftrag von rund 12.000 neuen Mitgliedern des Deutschen BundeswehrVerbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen den Landesverband Ost – der siebente Landesverband in der damaligen DBwV-Struktur. Zu diesem Zeitpunkt war gerade einmal ein halbes Jahr seit dem Tag der Einheit am 3. Oktober 1990 und dem Ende der Nationalen Volksarmee der DDR vergangen.
Da war es für den heutigen Landesvorsitzenden, Hauptmann Ralf Baasch, und sein Team im Landesverband Ost naheliegend, am 15. April den 35. Geburtstag des Landesverbands Ost am Gründungsort Magdeburg mit zahlreichen Vertretern aus Politik, Bundeswehr und Gesellschaft sowie Freunden und Unterstützern des Verbandes zu feiern.
„Hier ist alles vertreten, vom Gründungsmitglied bis zum jungen Mandatsträger“, sagte Hauptmann Baasch in seiner Begrüßung der Gäste, zu denen auch der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Dr. Christian Freuding, gehörte. Der Landesvorsitzende nutzte die Gelegenheit, allen zu danken, die an der 35-jährigen Erfolgsgeschichte des Landesverbandes Ost mitgewirkt haben. Das Jubiläum sei „untrennbar verbunden mit den Umbrüchen der frühen 1990er Jahre“. Baasch weiter: „Die Zeit nach der Wiedervereinigung war geprägt von Aufbruch, Unsicherheit, aber auch von großem Mut. In dieser Phase entstand unser Landesverband Ost, getragen von Menschen, die Verantwortung übernommen, Brücken gebaut und mit Entschlossenheit etwas Neues geschaffen haben.“
„Stolz auf unseren Landesverband“
Der Landesvorsitzende erinnerte aber auch an ein anderes Ereignis, das sich an diesem 15. April jährte: 16 Jahre zuvor waren in Afghanistan – keine zwei Wochen nach dem Karfreitagsgefecht – vier weitere Soldaten gefallen: Major Jörn Radloff, Hauptfeldwebel Marius Dubnicki, Stabsunteroffizier Josef Kronawitter und Oberstabsarzt Dr. Thomas Broer. „Ich durfte damals die Familie Radloff als Begleitoffizier auf diesem letzten Weg begleiten“, erinnerte sich Baasch. Die Bundeswehr der Auslandseinsätze ist eng verbunden mit der Armee der Einheit, waren es doch ebenso Soldaten aus den alten wie auch aus den neuen Bundesländern, die gemeinsam in die Einsätze fernab der Heimat zogen. Baasch betonte, dass es auch der Landesverband Ost sei, der die Betreuung der DBwV-Mitglieder, die Teil der Litauen-Brigade sind, sicherstellt. „Wir sind da, wo unsere Mitglieder sind“, so Baasch. Und abschließend: „Wir können stolz sein auf unseren Landesverband mit seinen mehr als 34.000 Mitgliedern.“
Anschließend gratulierte der Bundesvorsitzende, Oberst André Wüstner, dem Landesverband Ost zum Geburtstag. „Dass aus angeblichen Feinden Freunde wurden, dazu hat unser Verband einen wichtigen Beitrag geleistet“, sagte Wüstner mit Blick auf die NVA der DDR und die Bundeswehr, die sich im Kalten Krieg jahrzehntelang hochgerüstet an der innerdeutschen Grenze gegenüberstanden. Der Bundesvorsitzende wies darauf hin, dass der Deutsche BundeswehrVerband in diesem Jahr noch einen Grund zum Feiern hat: Am 14. Juli wird der Verband 70 Jahre alt.
Klaus Zimmermann, Staatssekretär im sachsen-anhaltinischen Ministerium für Inneres und Sport, überbrachte die Grüße seiner Ressortchefin, Tamara Zieschang (CDU), und des Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Sven Schulze (CDU). Zimmermann betonte, dass eine starke Interessenvertretung gerade in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage „unverzichtbar“ sei. Und für die Landesregierung Sachsen-Anhalts sei die Bundeswehr immer ein verlässlicher Partner. „Diese Partnerschaft lebt vom Einsatz der Menschen“, so Zimmermann.
Auf diese enge Partnerschaft verwies auch Bürgermeisterin Simone Borris (parteilos). Dankbar zeigte sie sich, dass die Bundeswehr bereits zwei Mal bei der Bewältigung von Hochwasserkatastrophen mit großem Einsatz unterstützt habe.
Auf die langjährige Militärtradition Magdeburgs ging Oberst Thorsten Alme, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, ein. „Sachsen-Anhalt ist ein tolles Stationierungsland“, sagte Oberst Alme, „man merkt überall, dass die Bundeswehr sehr willkommen ist“.
Einer der Architekten der Armee der Einheit ist General a.D. Hans-Peter von Kirchbach, von April 1999 bis Juni 2000 Generalinspekteur der Bundeswehr. In seinem Festvortrag schilderte von Kirchbach, wie er im Herbst 1990 das Kommando über die ehemalige 9. Panzerdivision der NVA übernommen hatte. „Das war eine Zeit, die mich sehr bewegt hat“, sagte von Kirchbach und zitierte seinen damaligen Vorgesetzten und späteren langjährigen Innenminister Brandenburgs, Jörg Schönbohm: „Wir kamen nicht als Sieger zu Besiegten, sondern als Deutsche zu Deutschen.“ Für Hans-Peter von Kirchbach war dies ein „Schlüssel zum Erfolg“.
Ein historisches Schlaglicht auf die „Armee der Einheit“ warf Oberst i.G. Prof. Dr. Matthias Rogg, der zurzeit am US Army War College doziert. Rogg wies darauf hin, dass sich viele Soldaten der ehemaligen NVA nachvollziehbar als Verlierer der Geschichte gefühlt haben: Viele wurden nicht in die Bundeswehr übernommen und jene, die es wurden, mussten eine Degradierung hinnehmen.
Letzter Festredner war Hauptmann a.D. Joachim Wohlfeld, ein „Urgestein“ des Landesverbandes Ost, der viele Jahre im Landesvorstand wirkte, zunächst als Bezirksvorsitzender, dann als Landesvorsitzender ERH. Es sei der Deutsche BundeswehrVerband gewesen, der sich der Interessen der Angehörigen der ehemaligen NVA angenommen habe und im Laufe der Jahre mit mühevoller Arbeit vieles für die Mitglieder erreicht habe. „In meinen 20 Jahren im Landesvorstand habe ich gelernt: Es braucht einen langen Atem.“ Die Geschichte des Verbandes sei jedoch noch nicht zu Ende geschrieben: „Wir brauchen auch in Zukunft junge Kameradinnen und Kameraden, die sich engagieren.“
Mit einem Empfang des Landesverbandes nahm der Festakt, der musikalisch durch das Stabsmusikkorps der Bundeswehr umrahmt wurde, seinen Abschluss.
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