Spionage, hybride Angriffe, Sabotage: Der MAD verzeichnet zunehmende russische Aktivitäten in Deutschland. Foto: picture alliance/Panama Pictures/Christoph Hardt

18.09.2026
JMi

MAD warnt: Hybride Bedrohungslage erheblich verschärft

Wegwerf-Agenten, Cyberattacken, Drohnen-Angriffe – nur einige der Gefahren, vor denen der Militärischen Abschirmdienst (MAD) in seinem jetzt vorgelegten Jahresbericht 2025 warnt. Insgesamt sieht der Dienst eine verschärfte Bedrohungslage, auch und gerade für die Sicherheit von Bundeswehrangehörigen. Er kann allerdings auch auf Erfolge verweisen.

Insgesamt sei das Amt durch die multiplen Krisen in allen Bereichen seiner Tätigkeit sehr stark beansprucht. Erfreulich dabei: Die Bearbeitung der Sicherheitsüberprüfungsverfahren durch die Behörde hat sich in den letzten Jahren deutlich beschleunigt – im Vergleich zu 2020 hat sich die Anzahl der abgeschlossenen Sicherheitsüberprüfungen von etwa 40.000 auf über 80.000 Vorgänge im Jahr verdoppelt. Insgesamt konnten mehr Vorgänge abgeschlossen werden, als neue hinzukamen.

In der Extremismusabwehr ist ein weiterer Anstieg der Verdachtsfälle festzustellen. Das Amt verweist hier auf eine höhere Meldesensibilität aus der Truppe – was durchaus auf politische Bildung und Präventionsarbeit zurückgeführt werden könne. Zugleich wird die Rolle von Sozialen Medien, Messenger-Diensten und Imageboards als Weg in den „Online-Extremismus“ Einzelner betont.

In den einzelnen Phänomenbereichen des vom MAD bearbeiteten Extremismus ist der Rechtsextremismus mit 519 von insgesamt 610 Fällen wie auch in den Vorjahren am bedeutendsten.

Daneben fallen im linksextremistischen Spektrum vor allem die antimilitaristischen Anschläge auf Liegenschaften und Fahrzeuge auf. Tatsächlich bedenklich ist die Zunahme von Angriffen auf Soldaten in der Öffentlichkeit, ausgelöst durch das Tragen der Uniform.

Spionage: Deutschland ist priorisiertes Aufklärungsziel der Russischen Föderation

Die ausgeweitete taktische Aufklärung der russischen Dienste und auch die von Russland ausgehenden hybriden Angriffe zielen unmittelbar auf die Einsatzfähigkeit und das Ansehen der Streitkräfte.  

Gewarnt wird vor einer Zunahme des Bedrohungspotentials von Sabotageangriffen auch durch die Verwendung von „Low-Level-Agents“. Sabotage werde dann besonders wirksam, wenn eine weitere mediale Verwertung im Sinne der Angreifer erfolgt. Als Sonderform wird die verzögert wirkende Sabotage am Beispiel der Korvette Emden beschrieben. Hierbei wird insbesondere die Erkennung der Sabotage als solche durch den Zeitablauf erschwert.

Ausforschung und Anbahnung über Social Media

Das Bundesamt warnt vor Gefahren angesichts der teils offensiven Selbstvermarktung von Soldaten auf entsprechenden Jobportalen. Dort wird oft unvorsichtig mit privaten Daten und auch dienstlichen Informationen umgegangen, was für feindliche Nachrichtendienste eine besonders gute Rekrutierungsgrundlage darstellt.

Wie immer ist der Jahresbericht des MAD mit anschaulichen Fallbeispielen und Informationskästen versehen, hier ist das Dokument abrufbar

 

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