Die Teilnehmer der KERH Neubrandenburg am historischen Rundgang in der örtlichen Tollense-Kaserne. Foto: Steffen Braun

Die Teilnehmer der KERH Neubrandenburg am historischen Rundgang in der örtlichen Tollense-Kaserne. Foto: Steffen Braun

30.10.2026
Steffen Braun

Neubrandenburg: Denkmalschutz Rundgang durch die Tollense Kaserne

Zu einem Denkmalschutz Rundgang durch die Tollense Kaserne trafen sich die Kameradinnen und Kameraden der Kameradschaft Ehemalige/Reservisten/Hinterbliebene (KERH) Neubrandenburg Ende September 2026 an der Offizier Heimgesellschaft der Kaserne in Neubrandenburg.

Eine kleine, aber feine Gruppe von Mitgliedern und deren Angehörige hatten sich bei der Begrüßung durch den Vorsitzenden der KERH Neubrandenburg, Hauptmann a. D. Steffen Braun eingefunden. Der Vorsitzende nutze seine kurze Einleitung auch, um den an diesem Tag als Führer durch die Kasernenanlage fungierenden Oberstleutnant kurz vorzustellen. Bevor sich die Gruppe auf den Rundgang durch die Kaserne machte, gab es einen kurzen Überblick zur Denkmalschutzthematik in Liegenschaften der Bundeswehr.

Konkret am Beispiel der Tollense-Kaserne machte der als im Personalbereich der Brigade eingesetzte Oberstleutnant deutlich, welche Teile der Kaserne unter Denkmalschutz stehen und welche Auswirkungen diese Festlegung hat. Dabei wies er auch auf Einritzungen und Beschriftungen der unterschiedlichen Nutzungsepochen hin und erwähnte das Wandreliefbild „Humanistischen Charakter der Nationalen Volksarmee“ sowie das Soldatendenkmal „Waffenbrüderschaft“, die bis heute erhalten wurden. Während des Rundganges gab es auch einige Informationen zur Historie der Kasernenanlage, die ab 1938 innerhalb nur eines Jahres erbaut wurde und zur Unterbringung eines Panzerregimentes oder anderer motorisierter Einheiten vorgesehen war. Genutzt wurde die Kaserne aber zu Beginn als Gefangenenlager für belgische Offiziere.

Danach wurden polnische Offiziere hier unter Selbstverwaltung gefangen gehalten und durch ein Wachbataillon der Wehrmacht bewacht. Nach Kriegsende und der Besatzung der Region durch die Rote Armee, wurde die Liegenschaft als Repatriierungslager und Flüchtlingssammelpunk genutzt, bevor sie die Sowjetarmee ab 1946 für eigene Zwecke übernommen hat. Auch nach der Gründung der DDR war die Tollense-Kaserne weiterhin militärische Einrichtung und wurde zunächst durch die Kasernierte Volkspolizei und dann bis zur politischen Wende im Jahr 1989 als Kaserne für den Militärbezirk III genutzt. Am 3. Oktober 1990 wurde die Kaserne schließlich durch die Bundeswehr übernommen und gehört bis heute zu den Standorten in Osten der Bundesrepublik.

Zum Ende des Rundgangs dankte der Vorsitzende der KERH dem Angehörigen des Stabes der Panzergrenadierbrigade 41 für die zahlreichen Informationen. Gleichzeitig lud er die Teilnehmenden zur nächsten Veranstaltung der KERH Ende Oktober 2026 ein, die sich mit dem Thema „Logistik im Pazifik“ beschäftigen wird, ein. Ein gemütliches Beisammensein mit der Möglichkeit zum persönlichen Gespräch rundete die gelungene Veranstaltung ab.

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