Oberstleutnant Heinz Glutsch (l.) im Gespräch mit dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten Heinz Kühn (SPD). Foto: DBwV/Archiv

Oberstleutnant Heinz Glutsch (l.) im Gespräch mit dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten Heinz Kühn (SPD). Foto: DBwV/Archiv

23.04.2026
Von Michael Rudloff

Trauer um Oberstleutnant a.D. Heinz Glutsch

Am 17. Dezember 2025 vollendete sich nach 106 Jahren das erfüllte Leben von Oberstleutnant a.D. Heinz Glutsch. Nahezu sieben Jahrzehnte engagierte er sich für den Deutschen BundeswehrVerband, zuletzt in der ERH Großraum Düsseldorf-Bergisches Land.

Am 9. November 1919, auf den Tag genau ein Jahr nach dem Ende der Monarchie, wurde Heinz Glutsch als Sohn eines Beamten in Berlin geboren. Er erlebte die Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus, nahm als Infanterie-Offizier am Zweiten Weltkrieg teil. Nach seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft baute er sich als Vertreter im Lebensmittelgroßhandel eine berufliche Existenz auf.

1956 trat Heinz Glutsch als Hauptmann in die Bundeswehr ein und führte zunächst eine Grenadierkompanie, später eine Versorgungskompanie und übernahm – zwischenzeitlich zum Major befördert – ein Lehramt an der Kampftruppenschule IlI in Munster-Lager. 1967 wurde ihm das Kommando des neu aufgestellten Versorgungsbataillons 737 in Hilden übertragen. 1968 erfolgte seine Beförderung zum Oberstleutnant. Seiner Wahlheimat Hilden blieb er bis zu seinem Lebensende eng verbunden, 1968 bis 1971 als erster Standortältester der Bundeswehr, später als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Freundeskreises der Waldkaserne. Unvergessen bleiben seine Verdienste um das gute Miteinander von Soldaten und Bürgern in Hilden und sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement als Ratsmitglied und von 1984 bis 1989 als Stellvertretender Bürgermeister der Stadt.

Im Februar 1958 trat Heinz Glutsch in Fritzlar in den DBwV ein. Der Bundesvorstand ernannte ihn am 1. April 1971 zum ehrenamtlichen Verbandsbeauftragten für den Wehrbereich III. In dieser Funktion, die der eines Landesvorsitzenden für NRW entsprach, übernahm er die Betreuung von rund 230 Truppen- und Standortkameradschaften mit zu dieser Zeit 23.274 Mitgliedern. Es gelang ihm innerhalb eines Jahres, die Zahl der Mitglieder auf 25.300 zu steigern. Zur positiven Bilanz zählte die Gründung von zehn weiteren Standortkameradschaften. Aus dienstlichen und gesundheitlichen Gründen legte er im April 1972 die Funktion nieder. Mit Erreichen der besonderen Dienstaltersgrenze trat er 1977 in den Ruhestand.

Bis ins biblisch hohe Alter engagierte er sich für die Stadt und ihre Soldaten, zuletzt als Ehrenvorsitzender des Freundeskreis Waldkaserne. Seinen 100. Geburtstag nutzte er für eine Spendenaktion zugunsten der Aktion „Lachen helfen“ für bedürftige Kinder in Kriegs- und Krisengebieten. Die Bundeswehr würdigte seine Verdienste mit dem Ehrenkreuz in Gold. Bundespräsident Richard von Weizsäcker ehrte ihn 1990 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande.

Der Deutsche BundeswehrVerband wird Oberstleutnant a.D. Heinz Glutsch stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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