22.06.2017
dpa

UN sieht "sehr gefährliche" Lage in Afghanistan

Kabul. Die jüngsten Kämpfe und Anschläge in Afghanistan könnten nach Einschätzung der Vereinten Nationen der Auftakt zu einer "noch viel schlimmeren und fragileren Periode" am Hindukusch sein. Zwischen dem 1. März und dem 31. Mai hätten die UN 6252 "Sicherheitsvorfälle" wie Kämpfe und Minenexplosionen registriert, heißt es in dem jüngsten Dreimonatsbericht an den UN-Sicherheitsrat zu Afghanistan. Das seien zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Am stärksten habe die Gewalt im Osten und Süden zugenommen, heißt es in dem Bericht. Im Osten allein sei die Anzahl der Vorfälle um 22 Prozent angestiegen. Die Taliban hätten Angriffe auf Kundus, Badachschan, Baghlan, Farah, Fariab, Helmand, Kunar, Laghman, Sare-e Pul, Sabul und Urusgan konzentriert. In Badachschan, Baghlan und Kundus war bis vor einigen Jahren die Bundeswehr Schutzmacht gewesen.

In einem ebenfalls in der Nacht zum Donnerstag dem US-Senat vorgestellten Lagebericht des Pentagons heißt es, die kontinuierlichen Talibanangriffe im ganzen Land hätten das Vertrauen der Bevölkerung in die afghanische Regierung weiter geschwächt. Zwischen Januar und Ende Mai habe es acht große Anschläge in Kabul und 42 große Anschläge in anderen Landesteilen gegeben. Afghanistan werde nicht nur von den Taliban bedroht, sondern von bis zu 20 terroristischen Organisationen. Das sei die höchste Konzentration von Terrorgruppen in der Welt.

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