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Mit zahlreichen Veranstaltungen, wie hier auf dem Standortfriedhof in der Berliner Lilienthalstraße, wurde beim Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Foto: DBwV/Yann Bombeke
In ganz Deutschland wurde mit Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen der Volkstrauertag begangen – der in diesem Jahr unter dem Schatten des brutalen Krieges in der Ukraine stand.
Krieg, Terror und Gewaltherrschaft haben im 20. Jahrhundert Millionen Menschen das Leben gekostet. „Nie wieder Krieg“ war immer die zentrale Losung beim Volkstrauertag, an dem seit 1922 an die Opfer der Barbarei erinnert wird. In diesem Jahr ist der Krieg jedoch wieder nach Europa zurückgekehrt – unter diesem Eindruck stand auch die Zentrale Gedenkstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Deutschen Bundestag. „Nie wieder Krieg – wir dachten, dass wir eine Selbstverständlichkeit aussprechen“, sagte General a.D. Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes, zum Auftakt der Gedenkstunde im Bundestag, die unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas stand. Seit nunmehr neun Monaten gebe es wieder Krieg mitten in Europa, sagte der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr. „Das Volk der Ukraine, das schon im Zweiten Weltkrieg ungeahnten Terror aushalten und einen riesigen Blutzoll entrichten musste, ist wieder Opfer, diesmal eines von Russland ausgehenden Angriffs“, sagte Schneiderhan. Wie im Zweiten Weltkrieg ginge es dem Aggressor um die Vernichtung eines Volkes und um die Auslöschung eines Staates. Das Gedenken um die Opfer des Zweiten Weltkriegs sei damit aktueller und notwendiger denn je.
Schneiderhan mahnte vor den Zuhörern im Parlament, unter ihnen auch Oberstleutnant i.G. Marcel Bohnert, stellvertretender Bundesvorsitzender: „Wir lernen aus jedem Krieg, dass er auf seine Verursacher zurückschlägt.“ Die Deutschen wüssten aus eigener Erfahrung, wie schwierig und langwierig ein Prozess der Versöhnung ist, sagte der Präsident des Volksbundes und bezog die Opfer des russischen Angriffs auf die Ukraine beim Gedenken mit ein. Schneiderhan weiter: „Auch aus ihren Gräbern erschallt der Ruf: nie wieder Krieg.“
Die Gedenkrede im Bundestag hielt der lettische Staatspräsident. Egils Levits hob hervor, dass sich Deutschland nicht der Verantwortung für seine gewaltgeprägte Vergangenheit entzogen habe. Voraussetzung dafür seien eine umfassende politische und moralische Reflexion über die jüngste Geschichte gewesen. „Die deutsche Gesellschaft war und ist bereit, fortwährend über die eigene Vergangenheit nachzudenken und dabei zugleich Bezüge zur Gegenwart herzustellen“, sagte Levits und betonte, dass Deutschland ohne Vergangenheitsbewältigung nie die Achtung seiner Nachbarn wiedererlangt hätte. Die deutsche Vergangenheitsbewältigung sei zu einem globalen Vorbild geworden, Russland hingegen nannte Levits ein „krasses Gegenbeispiel“ im Umgang mit der eigenen Vergangenheit.
Die russische Gesellschaft habe niemals ernsthaft die Bewältigung der eigenen Vergangenheit angestrebt oder angefangen, warf Levits dem östlichen Nachbarn der baltischen Staaten vor. Bis zur Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit war Lettland der Sowjetunion einverleibt, im Zweiten Weltkrieg war das Land zudem noch dem Terror des deutschen Nazi-Staats ausgesetzt. „Wir müssen gebührend in unsere Verteidigung investieren“, forderte Levits, „und wir müssen solidarisch mit denjenigen sein, die für unsere Demokratie und unsere Werte kämpfen“. Der lettische Staatschef abschließend: „Freiheit und Demokratie sind es wert, geschützt zu werden.“
Zuvor hatten der lettische Präsident Levits, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, Bundesratspräsident Peter Tschentscher, Bundesverfassungsgerichtsvizepräsidentin Doris König und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht Kränze an der Neuen Wache niedergelegt. Dies war nur eine von vielen Gedenkveranstaltungen in ganz Deutschland zum Volkstrauertag.
Verteidigungsministerin Lambrecht gedachte im Bendlerblock der Gefallenen und Toten der Bundeswehr. Auch an dieser Veranstaltung am Ehrenmal der Bundeswehr nahm Oberstleutnant i.G Marcel Bohnert teil. Einen Kranz des DBwV legte dort Stabshauptmann Michael Richter als Vorsitzender der Berliner Standortkameradschaft gemeinsam mit dem Bezirksvorsitzenden Berlin/Brandenburg, Stabsfeldwebel a.D. und Oberstabsfeldwebel d.R. Frank Udo Reiche, nieder. Am Vortag fand die internationale Gedenkveranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Standortfriedhof in der Berliner Lilienthalstraße statt. Dort legte Stabshauptmann Michael Richter einen Kranz des DBwV nieder. Die Gedenkrede hielt Generalleutnant Markus Laubenthal, Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr.
Auch bei der Einweihung des Ehrenhains aus Masar-e-Sharif im Wald der Erinnerung beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Schwielowsee bei Potsdam am Freitag waren zahlreiche Kränze niedergelegt worden. Für den DBwV war Stabsfeldwebel Thomas Schwappacher, Stellvertreter des Bundesvorsitzenden, vor Ort. Zuvor hatte Hauptmann a.D. Uwe Köpsel, Vorsitzender der Soldaten und Veteranen Stiftung, gemeinsam mit Stabsfeldwebel a.D. und Oberstabsfeldwebel d.R. Frank Udo Reiche einen Kranz der SVS niedergelegt.
Am Samstag war der Vorsitzende Luftwaffe, Oberstabsfeldwebel Heiko Stotz, am Ehrenmal der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, um dort einen Kranz niederzulegen. Die Gedenkveranstaltung am Ehrenmal des Heeres in Koblenz findet hingegen erst am 17. November statt. Dort wird der Vorstand Heer mit Oberstleutnant Robert Thiele und Oberstabsfeldwebel Frank Heidemann erwartet.
Für den Landesverband Süddeutschland nahm der Landesvorsitzende, Stabsfeldwebel a.D. Gerhard Stärk, an zwei Veranstaltungen teil: Zunächst war Stärk bei der Zentralen Gedenkveranstaltung Baden-Württemberg am Samstag in Stuttgart, dann bei der Zentralen Gedenkveranstaltung Bayern am Sonntag in Bayreuth. Gleichzeitig legte die Standortkameradschaft München gemeinsam mit der KERH München einen Kranz am Kriegerdenkmal im Hofgarten der bayrischen Landeshauptstadt nieder.
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