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Berlin. Außenminister Johann Wadephul beschwört angesichts anhaltender russischer hybrider Attacken auf Deutschland und das Baltikum die eigenständige Verteidigungsbereitschaft Europas. «Es gilt, der Bedrohung durch Russland durch einen starken europäischen Zusammenhalt zu begegnen», sagte der CDU-Politiker vor dem Abflug nach Litauen. In der Hauptstadt Vilnius will Wadephul mit Regierungschefin Inga Ruginiene und Außenminister Kestutis Budrys über eine Vertiefung der Zusammenarbeit beraten.
Litauen ist EU- und Nato-Mitglied. Unter hybriden Bedrohungen werden militärische, wirtschaftliche, geheimdienstliche und propagandistische Mittel verstanden, mit der auch die öffentliche Meinung beeinflusst werden kann. Unter anderem gehören staatlich gelenkte Cyberattacken dazu.
Entscheidend sei, «dass wir bereit sind, uns und unsere Freiheit eigenständiger zu verteidigen», sagte der Bundesaußenminister. Deutschland und Litauen seien sich einig, dass nur entschlossenes Handeln helfe, um Russland vom Kurs immer weiterer Eskalation abzubringen. Dafür arbeite die Bundesregierung mit Litauen sowie den Partnern in Nato und der EU zusammen - mit mehr Kontrollen auf der Ostsee, höherer Wachsamkeit und Investitionen in robustere Infrastruktur.
Beide Länder eine auch, «dass wir entschieden an der Seite der Ukraine stehen - gerade jetzt in dieser möglicherweise entscheidenden Phase der internationalen Bemühungen, den russischen Angriffskrieg zu beenden», sagte der Minister. Dabei leite Berlin und Vilnius die gemeinsame Überzeugung, dass nur eine starke Ukraine und ein wehrhaftes Europa den Frieden auf dem Kontinent dauerhaft sichern könnten.
Panzerbrigade «Litauen» Zeichen für Ernst der Lage
Am Nachmittag will Wadephul die deutsche Panzerbrigade 45 «Litauen» besuchen, die zum verstärkten Schutz der Nato-Ostflanke dienen soll. Dass Deutschland zum ersten Mal eine solche Truppe im Ausland stationiere, «ist ein Zeichen für den Ernst der Lage aber auch für die Ernsthaftigkeit des Entschlusses, unseren Freunden und Alliierten beizustehen», sagte er. Die Kampfeinheit wurde im April 2025 formal in Dienst gestellt. Sie soll bis 2027 mit 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzfähig sein.
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