05.07.2017
dpa

Weiter schwere Kämpfe um Kundus in Nordafghanistan - Flüchtlinge

Kabul - Auch am dritten Tag der schweren Kämpfe um die Großstadt Kundus in Nordafghanistan haben Armee und Polizei die radikalislamischen Taliban nicht zurückschlagen können. Das berichteten am Dienstag (4. Juli 2017) mehrere Mitglieder des Provinzrates.

In der Nacht habe es Gefechte an mindestens drei Orten nahe der Provinzhauptstadt gegeben, sagte Ghulam Rabbani Rabbani. Die Taliban hätten außerdem die Schnellstraße zwischen Kundus und dem Bezirk Aliabad gesperrt.

Sein Kollege Sajed Assadullah Sadat sagte, normale Bürger könnten dort reisen, aber Angehörige der Regierung nicht. Er sei auf dem Weg von Kabul nach Kundus steckengeblieben und müsse nun zurück.

Ein anderes Provinzratsmitglied, Saifullah Amiri, sagte, die Taliban hätten einen «strategisch wichtigen» Sicherheitsposten im Dorf Mullah Nasar überrannt. Viele Menschen seien aus Kundus-Stadt und Umgebung geflohen. Eine Bustransportfirma habe in den vergangenen zwei Tagen 23 Busse voll mit Flüchtlingen Richtung Hauptstadt Kabul geschickt.

Nach am Montag veröffentlichten Zahlen der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) sind in Nordafghanistan, wo die Bundeswehr lange Schutzmacht war, seit Jahresanfang mehr als 60.000 Menschen zu Binnenflüchtlingen geworden. Das sind rund 45 Prozent aller Kriegsvertriebenen landesweit. 

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