04.07.2017
dpa

Wieder schwere Kämpfe nahe nordafghanischer Stadt Kundus

Kabul. Nahe der wichtigen nordafghanischen Provinzhauptstadt Kundus sind erneut schwere Kämpfe mit radikalislamischen Taliban ausgebrochen. Das bestätigte am Montag ein Mitglied des Provinzrats, Amruddin Wali. Die Gefechte hätten am Sonntag begonnen.

Die Menschen hätten Angst, dass die Taliban zum dritten Mal innerhalb von knapp zwei Jahren versuchen könnten, die Stadt zu erobern. Die vollständige Eroberung von Kundus ist ein Hauptziel der Taliban. Sie kontrollieren bereits weite Teile der neun Bezirke der Provinz. In Kundus war bis 2013 noch die Bundeswehr stationiert.

Zur Lage in Kundus gab es widersprüchliche Informationen. Das Provinzratsmitglied Wali sagte, die Kämpfe dauerten an und seien nur vier bis sechs Kilometer von den Stadtgrenzen entfernt. Ein anderes Provinzratsmitglied, Fausia Jaftali, sagte, die Gefechte hätten nachgelassen. Die Sicherheitskräfte seien diesmal nicht von ihren Posten geflohen, das sei ein Fortschritt. Zuverlässige Angaben zu Opfern gab es zunächst nicht.

Ein Kollege von Jaftali und Wali, Maulawi Abdullah, sagte, die Taliban hätten die Schnellstraße zwischen Kundus und der Nachbarprovinz Baghlan für Sicherheitskräfte und Regierungsmitarbeiter gesperrt. "Normale Menschen" hätten aber kommen und gehen können. Nach Angaben der Polizei ist die für den Norden des Landes wichtige Verkehrsader mittlerweile wieder geöffnet. Abdullah äußerte die Sorge, dass die Taliban in der kommenden Nacht wieder angreifen könnten.

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