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Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Ein Leopard 2A6 der Bundeswehr bei einer Übung im Februar 2010: Deutschland will der Ukraine Medienberichten zufolge Leopard-Panzer in Kompaniestärke liefern. Foto: Bundeswehr/Michael Mandt
Deutschland wird der Ukraine im ersten Schritt mindestens eine Kompanie Kampfpanzer Leopard 2 zur Verfügung stellen. Das sind 14 Stück: "Man muss allerdings auch auf die Konsequenzen hinweisen. Wir sind in der Bundeswehr sowieso in einer prekären Lage. Mit dieser Lieferung wird die Verteidigungsfähigkeit national und auch im Bündnis weiter geschwächt", sagt der DBwV-Bundesvorsitzende André Wüstner. Er forderte Nachschub für die Bundeswehr. "Wir brauchen jetzt eine Art Kriegswirtschaft."
Berlin. Die Hilfe für die Ukraine sei notwendig, hat Wüstner am Dienstagabend in der ZDF-Nachrichtensendung "heute journal" betont. Der Bundesvorsitzende: "Ich gehe nicht davon aus, dass es gelingt, das System Putin zu schlagen. Vielleicht wird es 2023/24 gelingen, Putins Truppen aus der Ukraine zu werfen. Ich wünsche der Ukraine das. Der Punkt ist, ich glaube nicht, dass Putin aufhören wird mit seiner Aggression. Deshalb ist konventionelle Abschreckung weiterhin von Bedeutung und deshalb müssen wir in die Industrie investieren, damit wir diese Abschreckungsfähigkeit nicht nur wollen, sondern auch können. Da ist die Zeitenwende in den Köpfen von Regierung und Parlament noch nicht angekommen."
Die Lieferung von Leopard-Panzern auch aus Deutschland an die Ukraine wird seit Wochen hitzig diskutiert. Der Nachrichtensender n-tv berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, dass eine Kompanie Leopard abgegeben werden soll – dies entspricht in der Bundeswehr und den meisten NATO-Staaten einer Zahl von 14 Panzern. Es soll sich um Fahrzeuge des Typs Leopard 2A6 handeln. Zuvor hatten Medien berichtet, dass auch die USA Kampfpanzer M1A1 Abrams liefern wollen.
Zudem meldet die Nachrichtenagentur dpa, dass die Bundesregierung es anderen Leopard-Nutzerstaaten erlauben will, Kampfpanzer aus ihren Beständen an die Ukraine abzugeben. Polen hatte unlängst eine Initiative gestartet und angekündigt, der Ukraine Leopard-Panzer zur Verfügung stellen zu wollen. Finnland hatte signalisiert, sich an einer solchen europäischen Initiative beteiligen zu wollen.
Es ist das erste Mal, dass die Ukraine Kampfpanzer westlicher Bauart erhält. Bislang waren nur ältere Panzer sowjetischer Bauart wie etwa der T-72 von europäischen Staaten an die von Russland überfallene Ukraine geliefert worden. Auch Frankreich und Großbritannien sind offenbar bereit, ihre Kampfpanzer Leclerc und Challenger an die Ukraine zu liefern.
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