Mehr als 50 Kommandeure und Dienststellenleiter aus dem Verantwortungsbereich des Landesverbandes Nord kamen zur Tagung nach Dötlingen. Foto: DBwV/Yann Bombeke

Mehr als 50 Kommandeure und Dienststellenleiter aus dem Verantwortungsbereich des Landesverbandes Nord kamen zur Tagung nach Dötlingen. Foto: DBwV/Yann Bombeke

27.10.2026
Von Yann Bombeke

Führungskräfte des Nordens: Mit dem DBwV am Puls der Zeit

Der Landesverband Nord hat Kommandeure und Dienststellenleiter zur Tagung eingeladen.

Dötlingen. Kommandeurtagung im Landesverband Nord: Mehr als 50 Kommandeure sowie Dienststellenleiterinnen und Dienststellenleiter kamen im niedersächsischen Dötlingen zusammen, um sich über verteidigungspolitische Themen auszutauschen – und damit über die riesigen Herausforderungen, mit denen die Bundeswehr zurzeit konfrontiert ist. Wie gewohnt bei den Veranstaltungen des Verbandes, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch hier wieder einen Rundumblick auf die Gesamtsituation der Bundeswehr und auf die Arbeitsschwerpunkte des DBwV mitnehmen.

In seiner Begrüßung stellte der Gastgeber, der Landesvorsitzende Oberst Thomas Behr, einige der Punkte heraus, welche die Bundeswehr und den Verband zurzeit beschäftigen: Die Aufstellung der Brigade Litauen, das unerquickliche Thema Mindestdienstzeiten und Beförderungsstopp, der Aufwuchs der Streitkräfte, die Besoldung und damit verbundene verfassungskonforme Alimentation – dies sind nur einige der Themen, die zurzeit mitunter auch für Unruhe in der Truppe sorgen.

Aufwuchs ist aber auch im Landesverband ein Thema – und zwar ein durchaus positives: Mehr als 60.000 Mitglieder, organisiert in 188 Kameradschaften, zählt der Landesverband. Behr dankte den Kommandeuren und Dienststellenleitern für die Begleitung der Kameradschaftsarbeit. 

„Über viele Jahre war ich nur Downsizing in der Bundeswehr gewohnt. Nun werden wir hoffentlich gemeinsam einen noch deutlicheren qualitativen Aufwuchs der Streitkräfte bei Personal und Material erleben“, sagte Oberst Behr. Der Landesvorsitzende stellte zusammenfassend heraus: „Am Ende wird das Land von Menschen verteidigt.“ Deshalb gelte es, die sozialen Rahmenbedingungen zu beachten – seit jeher die Kerndomäne des DBwV.

Wie der DBwV die Aktivitäten im politischen Berlin begleitet, erläuterte der Bundesvorsitzende, Oberst André Wüstner. Mit Blick auf die riesigen sicherheits- und verteidigungspolitischen Herausforderungen, welche die Bundesregierung bewältigen muss, betonte Oberst Wüstner: „Wir müssen alles daran setzen, schnell fertig zu werden.“ Ein Gegner warte schließlich nicht auf eine „Fertigmeldung“, so der Bundesvorsitzende.

Natürlich konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch bei dieser Kommandeurtagung nicht nur Informationen des Verbandes, sondern auch von Verantwortlichen aus dem BMVg und den Ämtern der Bundeswehr mitnehmen. So trug Brigadegeneral David Markus, Unterabteilungsleiter SK I im BMVg, über „Neue Strukturen auf dem Weg zur Einsatzbereitschaft“ vor. Die Kernfrage für Brigadegeneral Markus mit Blick auf die Verteidigungsaufstellung: „Mit welchen Kräften wollen wir was wann erreichen?“ Die Kommandeurtagung sei für ihn ein „gutes Format, um in den Austausch zu kommen“ und zu erfahren, ob die strategischen Planungen im BMVg der Truppe helfen, kriegs- und verteidigungsfähiger zu sein.

Generalleutnant Robert Sieger ist kein Neuling bei der Kommandeurtagung des Landesverbandes Nord – der Präsident des Bundeamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr ist jährlich zu Gast beim Landesverband und konnte berichten, wie sich die Arbeit in seinem Bereich im Laufe des vergangenen Jahres entwickelt hat.

Für Generalleutnant Sieger ist die Kommandeurtagung eine „ideale Plattform, den Aufwuchs der Bundeswehr plastisch in Zahlen, Daten und Fakten darzustellen“. Dabei ginge es um große Änderungen für alle Beteiligten. Vier Punkte stehen für den Präsidenten des BAPersBw im Mittelpunkt: Der Aufwuchs der aktiven Truppe, die Einführung des neuen Wehrdienstes, der Aufwuchs der Reserve und die Aufstellung der Brigade Litauen.

Die Kommandeurtagung endete mit einem Vortrag von Oberstleutnant Armin Bähr, Abteilung Dienstleistungen im BAIUDBw, über neue Konzepte in der bewirtschafteten Betreuung und im operativen Verpflegungsmanagement. 

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