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Mannschaften, eine Dienstgradgruppe vor großen Aufgaben
„So einen Aufwuchs hat es seit 1955 nicht gegeben“
Ein Tag im Februar, der alles ändert
Cuxhaven – Eine ganze Stadt freut sich auf die Rückkehr der Bundeswehr
Schneller planen, schneller umsetzen, schneller aufwachsen – so baut die Bundeswehr für die neuen Rekruten
MSC: Viel Grundsätzliches, wenig Konkretes
EuGH: Fahrten von einem zentralen Stützpunkt zu wechselnden Einsatzorten können Arbeitszeit sein
Kabinett beschließt Novellierung der Bundeslaufbahnverordnung – wichtige Forderungen umgesetzt
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Weihnachtszeit im Libanon und in Litauen
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Bundestag berät über vier Auslandseinsätze
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Für Respekt und Wertschätzung: Benefizkonzert zugunsten der Soldaten- und Veteranen-Stiftung
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Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Kiew/Moskau/Berlin. Russlands zerstörerischer und verlustreicher Angriffskrieg gegen die Ukraine geht in sein fünftes Jahr. Hunderttausende Menschen sind seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 gestorben. Millionen Ukrainer und Ukrainerinnen sind geflohen. Das größte Blutvergießen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg erschüttert die Sicherheit des Kontinents. Zwar gibt es Bemühungen um ein Kriegsende. Doch wie stehen die Friedenschancen? Ein Überblick über die Szenarien, die beteiligten Seiten und ihre Motive:
Wie ist die Ausgangslage der Kriegsparteien und anderer Beteiligter?
Ukraine: Ein Fünftel des Landes im Osten Europas ist russisch besetzt. Die Ukraine hat mit ausländischer Hilfe vier Jahre standgehalten. Doch sie kann den allmählichen Vormarsch des Angreifers nur bremsen, seiner Armee Verluste zufügen, kaum selbst in die Offensive gehen. Die Bevölkerung durchleidet wegen der Zerstörungen am Energienetz den kältesten und dunkelsten Winter bislang. Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert eine Waffenruhe und dann eine Regelung für einen «gerechten Frieden». Zugleich setzt er auf eine Einigung in der EU, der Ukraine über zwei Jahre bis zu 90 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, mit denen das Land sich auch weiter gegen den Krieg wehren kann.
Russland: Kremlchef Wladimir Putin hat sich mit dem Überfall auf das Nachbarland übernommen. Die Verluste seiner Armee gehen in die Hunderttausende. Die wirtschaftlichen Probleme verschärfen sich unter dem wachsenden Druck der westlichen Sanktionen. Die Energiegroßmacht, die mit ihrem Verkauf von Öl und Gas etwa an China ihre Kriegsmaschinerie am Laufen hält, musste zuletzt auch schwere ukrainische Gegenschläge auf Raffinerien und Industrieanlagen hinnehmen. Ein wirtschaftlicher Kollaps ist möglich, aber nicht in Sicht. Vielmehr dürfte Russland noch einige Jahre Krieg führen können.
Deutschland und Europa: Die europäischen Länder unterstützen die Ukraine seit 2022 mit Waffen - aber dosiert, um keine Vergeltung der Atommacht Russland zu riskieren. Deutschland ist durch den Wegfall der USA zum größten Waffenlieferanten aufgestiegen. Immer mehr sehen sich die Länder gerade im Osten Europas durch Russland bedroht und rüsten zur Abschreckung auf.
USA: Unter Präsident Joe Biden war Washington größter militärischer Unterstützer der Ukraine. Unter Nachfolger Donald Trump gibt es Waffen nur noch, wenn die Europäer bezahlen. Trump hob die Isolation Russlands auf und traf sich 2025 mit Putin. Sein Verhältnis zu Selenskyj schwankt. Der US-Präsident hat aber russische Ölkonzerne sanktioniert und Käufer von russischem Öl mit Zöllen belegt, um den Kreml unter Druck zu setzen.
Besteht die Chance auf einen raschen Frieden?
Zwar gibt es angesichts der Abnutzung auf beiden Seiten Interesse an Verhandlungen. Aber ein Frieden ist nicht in Sicht. Die direkten Gespräche zwischen den Kriegsparteien unter US-Vermittlung kreisen um militärische, humanitäre und politische Fragen. Die Ukraine sieht auch Fortschritte etwa bei der Frage, wie ein künftiger Waffenstillstand überwacht werden kann. Im humanitären Bereich gibt es Austausche von Kriegsgefangenen, Zivilisten und auch getöteten Soldaten.
Aber am heikelsten sind die politischen Fragen, wie die verfeindeten Nachbarn zu einem friedlichen Zusammenleben kommen können. Und da sind die Gespräche festgefahren, in der Sackgasse.
Russland: Moskau stellt eine lange Liste an Maximalforderungen, die aus Sicht Kiews inakzeptabel sind. Zum einen verlangt Russland, dass die Ukraine im Donbass eigenes Gebiet abtritt, das sie selbst noch kontrolliert. Zum anderen will Russland eine neutrale und blockfreie Ukraine mit Minderheitsrechten für die russischsprachige Bevölkerung, darunter auch die Religionsfreiheit für die russisch-orthodoxe Kirche.
Ukraine: Selenskyj hat sich auf die US-Diplomatie eingelassen, weil aus seiner Sicht künftige Sicherheitsgarantien für sein Land ohne die Supermacht nicht funktionieren werden. Doch der Zeitdruck birgt für Kiew die Gefahr, große Zugeständnisse machen zu müssen. Selenskyj verlangt, dass das Kampfgeschehen an der Frontlinie eingefroren und von dort aus etwa über Gebietsfragen verhandelt wird. Und er will sich möglichst rasch mit Putin treffen, um Fragen für einen dauerhaften Frieden auf höchster Ebene zu klären. Zwar ist Putin nach eigenen Angaben bereit, aber das vom Kreml angebotene Treffen in Moskau lehnt Selenskyj ebenso ab - wie eine Kapitulation.
USA: Trump unternimmt den bislang entschiedensten Versuch, den Krieg zu beenden. Seit November haben seine Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in vielen Runden mit den Russen und den Ukrainern beraten, zuletzt mit beiden Seiten in Abu Dhabi und Genf. Echte Fortschritte gibt es aber nicht. Trump möchte das Problem bis zum Sommer vom Tisch haben, um vor den Wahlen zum US-Kongress im November einen Erfolg vorweisen zu können.
Deutschland und Europa: Die europäischen Partner haben Mühe, in den geschlossenen Gesprächsprozess hineinzukommen. Selenskyj verlangt eine Beteiligung der Europäer, der Kreml lehnt das ab, weil er Deutschland und andere westliche Staaten als Kriegspartei sieht. Die Ukraine verlangt auch eine Aufnahme in die EU schon nächstes Jahr - als Teil einer Sicherheitsgarantie. Kanzler Friedrich Merz sieht aber keine EU-Mitgliedschaft schon 2027.
Was passiert, wenn die Verhandlungen scheitern?
Ukraine: Eine Eskalation der Kämpfe, ein plötzlicher Durchbruch der Russen sind immer noch möglich. Ein Zusammenbruch der Ukraine kann passieren, doch er erscheint nach den Erfahrungen der ersten vier Kriegsjahre und der Unterstützung des Westens weniger wahrscheinlich. Das Land baut seine eigene Rüstungsindustrie aus, es legt sich Waffen - Drohnen und Raketen - mit hoher Reichweite zu, die Luftwaffe wird mit westlichen Jets stärker.
«Das Ziel der Ukraine ist es, den Krieg für Russland sinnlos zu machen, indem sie territoriale Verluste minimiert, die russischen Verluste höher treibt, als Moskau neue Soldaten rekrutieren kann, und die wirtschaftlichen Kosten so erhöht, dass der Krieg untragbar wird», schreibt der US-Militärfachmann Michael Kofman in «Foreign Affairs».
Deutschland und Europa: Eine Niederlage der Ukraine will niemand in Europa zulassen, weil es auch Befürchtungen gibt, dass Russland sich dann ermutigt fühlen könnte, auch Nato-Staaten anzugreifen. Kremlchef Putin wies das als «Blödsinn» zurück. Kanzler Merz machte zugleich klar, dass die Ukraine unterstützt werde - solange es nötig sei, koste es, was es wolle.
Russland: Moskau betont, dass es seine Kriegsziele entweder auf diplomatischem oder militärischem Weg erreiche. Vom Kreml sind kaum Zugeständnisse zu erwarten. Die Politologin Tatjana Stanowaja sieht keine Lösung, solange der Westen nicht auch Russlands Interessen berücksichtige. Hauptquelle der russischen Aggression sei das tiefe Misstrauen gegenüber dem Westen und die Überzeugung Moskaus, dass die Gegner nur Russlands Untergang wollten, schreibt sie zum Jahrestag für die Denkfabrik Carnegie. «Und solange diese Befürchtung da ist (und sie wird von den Eliten und der Gesellschaft gleichermaßen geteilt), wird der Krieg nicht enden.»
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