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Nach diplomatischen Vermittlungen läuft eine Hilfsaktion für ein umkämpftes Dorf in der Ukraine an. Russische und ukrainische Truppen sollen eine örtlich und zeitlich begrenzte Feuerpause einhalten.
Kiew/Moskau. Die Streitkräfte Russlands und der Ukraine lassen lokal begrenzt Waffen schweigen, um eine Hilfsaktion für die Frontstadt Oleschky im russisch kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Cherson zu ermöglichen. Die russische Seite bestätigte in der Nacht, dass seit 3.00 Uhr (Ortszeit) und für die Dauer einer humanitären Operation eine Feuerpause rund um die seit Monaten abgeriegelte Ortschaft gelte. Die Waffenruhe soll bis zum 1. November 22.59 Uhr Ortszeit dauern (21.59 Uhr MEZ).
Während der mehrtägigen Waffenruhe werden Lebensmittel und Medikamente an die notleidenden Bewohner geliefert. Geschaffen werden soll auch ein humanitärer Korridor, damit die Menschen die Region entweder in Richtung Russland oder Ukraine verlassen können. Auch der Generalstab in Kiew hatte dies zuvor bestätigt.
«Das ist die größte Deeskalation seit 2022», schrieb der Fraktionsvorsitzende der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, bei Telegram. «Jede solche Anstrengung zur Deeskalation bringt den lang erwarteten Frieden näher», sagte er. Bis zum späten Nachmittag gab es keine Berichte über Verstöße gegen die Waffenruhe.
Noch Dutzende Kinder in Oleschky
Weil die an der Frontlinie gelegene Kleinstadt Oleschky vollständig vermint ist, setzten die ukrainischen Streitkräfte zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter dorthin zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen.
Nach der Vereinbarung sollen nun Minen geräumt werden, um einen sicheren Hilfskorridor zu schaffen. In Oleschky leben nach Schätzungen noch etwa 1.500 Menschen bis 2.000 Menschen, darunter Dutzende Kinder. Die Evakuierung soll erst in den kommenden Tagen beginnen.
First Lady Melania und Papst Leo XIV.
Die humanitäre Feuerpause geht auf eine Initiative des Weißen Hauses zurück, wie es in Washington heißt. Nach Darstellung der Regierung von US-Präsident Donald Trump vermittelte First Lady Melania Trump die lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew. Auch Papst Leo XIV. hatte in einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin um Hilfe für Oleschky gebeten.
Laut Kreml könnte eine womöglich erfolgreiche humanitäre Operation in Oleschky auch als Vorbild für andere Frontabschnitte dienen. Moskau und Kiew hatten sich in den vergangenen Monaten immer wieder gegenseitig beschuldigt, durch Beschuss der Stadt eine humanitäre Katastrophe ausgelöst zu haben. Einschließlich umliegender Dörfer sollen bis zu 6.000 Menschen Not leiden. An anderen Frontabschnitten gingen die Kämpfe weiter.
Der Generalstab in Kiew betonte, dass die vorübergehende Feuerpause ausschließlich für die humanitäre Operation gelte. «Wir rufen alle dazu auf, in diesem Zeitraum besonders umsichtig mit den Informationen umzugehen, die Sie erhalten und weitergeben», teilte die Generalität auf Telegram mit. «Vertrauen Sie keinen unbestätigten Meldungen, und verbreiten Sie keine Gerüchte über Routen, Zeiten und Orte, an denen sich Menschen und humanitäre Konvois bewegen.»
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