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Beim Aufstellungsappell zum Territorialen Führungskommando der Bundeswehr: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht mit dem Generalinspekteur, General Eberhard Zorn (l.), und dem Befehlshaber des Kommandos, Generalleutnant Carsten Breuer (r.). Foto: DBwV/Yann Bombeke
Startschuss für das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr: Mit einem feierlichen Aufstellungsappell wurde das neue Kommando am 26. September in Berlin in Dienst gestellt.
Berlin. Ein Grußwort fehlte beim feierlichen Aufstellungsappell des Territorialen Führungskommandos der Bundewehr in der Berliner Julius-Leber-Kaserne: Und zwar das des Bundeskanzlers. Olaf Scholz war zwar angekündigt, musste aber aufgrund einer Corona-Infektion kurzfristig seine Teilnahme absagen. Auch wenn der Kanzler nicht dabei war, ist der Vorgang bemerkenswert genug. Denn in der Vergangenheit war es eher die Ausnahme als die Regel, dass ein Kanzler oder eine Kanzlerin an einem so formellen Akt der Bundeswehr wie einem Aufstellungsappell teilnimmt. Die geplante Teilnahme von Olaf Scholz zeigt einerseits, in welchen Zeiten wir seit dem 24. Februar und dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine leben, und andererseits, welch herausragende Rolle das neue Kommando einnimmt.
„Wir müssen die Bundeswehr einsatzbereit halten, es muss zu einer Zeitenwende kommen“, sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht gleich zu Beginn ihrer Rede vor zahlreichen Gästen aus Politik und Militär, darunter der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius. Lambrecht bedauerte, dass Bundeskanzler Scholz, für die Verteidigungsministerin der „Spiritus rector der Zeitenwende“, an diesem Tag nicht beim Appell dabei sein konnte. „Aber Sie alle können sich sicher sein“, so Lambrecht, „Olaf Scholz' nächster Besuch bei der Truppe wird nicht lange auf sich warten lassen.“
Lambrecht betonte, dass die Veränderungen, welche die Zeitenwende mit sich bringt, auch in den Strukturen der Bundeswehr ankommen müssten. „Wir müssen die Führungsstrukturen der Bundeswehr an die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung anpassen.“ In Zukunft, so die SPD-Politikerin, werde für territoriale Führungsfähigkeit das gelten, was seit Jahren für die Engagements der Bundeswehr im Ausland gilt: „Führung aus einer Hand.“ Die Ministerin zählte auf, was das Territoriale Führungskommando für die Aufgaben der Bundeswehr im Inland auszeichnen werde: „Feste Zuständigkeiten, klare Abläufe, effektive Strukturen sowie kurze Wege zur Bundesregierung, den Ländern und den Partnern der Bundeswehr in allen anderen relevanten Bereichen.“ Der Kommandeur des neu aufgestellten Territorialen Führungskommandos, Generalleutnant Carsten Breuer, wird nun auch neuer Nationaler Territorialer Befehlshaber. Damit tritt Breuer die Nachfolge von Generalleutnant Martin Schelleis an, der als Inspekteur der Streitkräftebasis bislang die Funktion des Nationalen Territorialen Befehlshabers wahrgenommen hat. Generalleutnant Breuer ist so künftig verantwortlich für den Heimatschutz, die Amts- und Katastrophenhilfe, für die Unterstützung bei der Verlegung von Truppen von Partnernationen auf deutschem Gebiet sowie für den Krisenstab der Bundesregierung. Hinzu kommt der gesamte Bereich der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit.
„All das 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr“, betonte die Ministerin. Die Führungsfähigkeit der Bundeswehr werde durch die neue Struktur gestärkt, „im Frieden genauso wie in Krise und Krieg“. Die Aufstellung des neuen Kommandos sei eine schnelle, sichtbare und wirkungsvolle Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine. Dass man nur wenige Monate nach Kriegsbeginn diesen weitreichenden Schritt machen könne, sei das Ergebnis der „hervorragenden Arbeit im Kommando Territoriale Aufgaben“, sagte Lambrecht. „Mit dem heutigen Appell bringen wir das zusammen, was zusammen gehört“, so Lambrecht weiter, „das großartige Mindset der Frauen und Männer aus dem Kommando Territoriale Aufgaben mit neuen Strukturen, die sich konsequent an der Landes- und Bündnisverteidigung ausrichten“.
Bevor mit dem Verhüllen der Truppenfahne das Kommando Territoriale Aufgaben außer Dienst gestellt und dem Enthüllen der neuen Truppenfahne das Territoriale Führungskommando in Dienst gestellt wurde, wandte sich der Generalinspekteur an die Gäste, unter denen auch zahlreiche Bundesvorstandsmitglieder des DBwV waren. „Schnelligkeit und entschiedenes Handeln sind mehr denn je das Gebot der Stunde“, sagte General Eberhard Zorn und betonte, dass es dabei auf „einsatzbereite und kaltstartfähige“ Streitkräfte ankomme. Mit Blick auf die Aufstellung des neuen Kommandos sagte Zorn: „Die Streitkräftebasis hatte zurückliegend die Aufgabe des Nationalen Territorialen Befehlshabers und die als Truppensteller gleichzeitig zu erfüllen. Diese Doppelbelastung hat die Streitkräftebasis hervorragend gemeistert. Nun wandelt sich auch ihre Aufgabe und sie wird im Kern zum Truppensteller.“ Schwerpunkt dabei sei der Aufwuchs der Logistik, aber auch anderer essenzieller Unterstützungskräfte, so der Generalinspekteur weiter. An die angetretenen Männer und Frauen gerichtet sagte Zorn abschließend: „Es liegen große Aufgaben vor Ihnen, und ich weiß, dass Sie diese unter der Führung von Generalleutnant Breuer bestens bewältigen werden.“
Mit der Verleihung des Fahnenbandes an das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr durch die Verteidigungsministerin war die Aufstellung des Kommandos auf dem Paradeplatz der Julius-Leber-Kaserne formell abgeschlossen. Am Samstag, den 1. Oktober, wird das neue Territoriale Führungskommando der Bundeswehr auch offiziell seine Arbeit aufnehmen.
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