Susanne Hennig-Wellsow (Linke) fordert den Abzug der Bundeswehr aus Kampfeinsätzen, weiß allerdings gar nicht, wo diese stattfinden. Das Foto zeigt die Linken-Chefin Ende September 2020, damals noch als Fraktionschefin in Thüringen. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt

Susanne Hennig-Wellsow (Linke) fordert den Abzug der Bundeswehr aus Kampfeinsätzen, weiß allerdings gar nicht, wo diese stattfinden. Das Foto zeigt die Linken-Chefin Ende September 2020, damals noch als Fraktionschefin in Thüringen. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt

05.03.2021
ssc

Eineinhalb Minuten Blamage pur: Linken-Chefin fordert Truppenabzug, aber hat keine Ahnung von wo

„Welche Kampfeinsätze würdest du beenden?“ – „Da muss ich ehrlich sagen, die hab ich nicht alle im Blick“: Es ist ein blamabler Anfang für ein zunehmend peinlicheres Interview der neuen Linken-Chefin.

Seit fast einer Woche steht Susanne Hennig-Wellsow mit Janine Wissler an der Doppelspitze der Linkspartei. Die Linken lehnen die deutsche Beteiligung an Auslandseinsätzen kategorisch ab und wollen mit dieser Forderung auch in den anstehenden Bundestagswahlkampf ziehen.

Im Interviewformat „Jung und naiv“ stellt Hennig-Wellsow sich den Fragen des Journalisten Thilo Jungs und glänzt mit absolutem Unwissen bezüglich der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die Frage, wie viele Kampfeinsätze der Bundeswehr gerade laufen, kann sie nicht beantworten, kurzerhand wird Somalia zum Kampfeinsatz erklärt, dann schnell wieder zurückgerudert. Nach 60 Sekunden Interview-Desaster sucht die 43-Jährige Hilfe beim Mitarbeiter hinter den Kulissen. „Ähm, Afghanistan … wo sind wir noch Martin?“. Martin schweigt.

Zugegeben, bei einer herkömmlichen Straßenumfrage würde man vermutlich bezüglich der genauen Anzahl an Kampfeinsätzen der Bundeswehr im Ausland auch keine sinnvolle Antwort erhalten. In einer aktuell veröffentlichten Umfrage des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) aus dem Sommer 2020 wurde berichtet, dass bezüglich der Auslandseinsätze ein extrem niedriges Informationsniveau in der Bevölkerung herrscht. Kaum einer der Befragten wusste konkrete Details zu den derzeit rund 3.000 Soldaten in Missionen auf drei Kontinenten. 

Hennig-Wellsow ist allerdings die Co-Chefin einer Partei und sollte eigentlich besser auf derartige Fragen vorbereitet sein, zumal die Parteilinie „Nein zu Auslandseinsätzen“ seit Jahren verfolgt wird. Die 43-Jährige versucht nach dem Interview die medialen Wogen zu glätten. Auf Twitter veröffentlicht sie in einer Antwort auf Tilo Jungs Video eine Bundeswehr-Grafik der aktuellen Einsatzorte und kommentiert „Kann übrigens jeder googeln, wieviele es wo sind derzeit ;)“

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