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Am Ostersonntag 2010 nehmen Soldaten bei einer Trauerfreier im Feldlager Kundus Abschied von Kameraden. Nils Bruns, Robert Hartert und Martin Augustyniak waren zwei Tage zuvor, an Karfreitag, bei einem Gefecht gefallen. Foto: dpa
Wenn es um tiefgreifende Ereignisse der Geschichte geht, ist schnell von einer „Zäsur“ die Rede – mal mehr oder weniger berechtigt. Als vor elf Jahren drei deutsche Fallschirmjäger in einer kleinen Ortschaft mit dem Namen Isa Khel in Afghanistan ihr Leben ließen und acht weitere schwer verwundet wurden, war es durchaus berechtigt, von einer Zäsur für die Bundeswehr zu sprechen.
Hauptgefreiter Martin Augustyniak, Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptfeldwebel Nils Bruns waren die nicht die ersten und auch nicht die letzten Gefallenen, die die Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz zu beklagen hatte. Aber ihr Tod im Karfreitagsgefecht am 2. April 2010 löste ein Umdenken aus – vielen Menschen in Deutschland wurde zum ersten Mal bewusst, was in dem Land am Hindukusch seit Jahren wirklich vor sich ging: Die Bundeswehr befand sich dort im Krieg. Zögerlich überwand sich damals erstmals auch die Politik, zumindest von „kriegsähnlichen Zuständen“ zu sprechen.
Zurzeit kann man erneut von einer Zäsur sprechen – der Abzug aus Afghanistan ist eines der beherrschenden Themen der internationalen Sicherheitspolitik. Das Ende dieses Dauereinsatzes scheint in greifbare Nähe gerückt zu sein. Das Antlitz der Mission hat sich seit 2010 verändert: War es damals noch ein Kampfeinsatz, so bilden die deutschen Kräfte und ihre Verbündeten heute afghanische Soldaten aus, um diese in die Lage zu versetzen, eigenständig für Sicherheit in ihrem Land zu sorgen. Als die Abgeordneten des Deutschen Bundestages vor wenigen Tagen den Einsatz der Bundeswehr erneut um weitere zehn Monate verlängerten, war in vielen der Reden die Hoffnung zu spüren, dass es vielleicht die letzte Mandatsverlängerung dieser Mission war, die so vielen deutschen Soldaten das Leben gekostet hat. Vor allem aber aus den USA wächst der Druck, den Einsatz so schnell wie möglich zu beenden.
Doch um welchen Preis? Ein überstürzter Abzug der westlichen Verbündeten könnte zur Folge haben, dass das fragile afghanische Kartenhaus sehr schnell in sich zusammenfällt. Es bestehen berechtigte Zweifel, ob die afghanischen Sicherheitskräfte wirklich in der Lage sind, den Vormarsch der Taliban und anderer radikaler Kräfte im Land aufzuhalten. Deutschlands Außenminister Heiko Maas und andere Politiker fordern daher, dass erst die Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden, bevor der Abzug tatsächlich umgesetzt wird. Und selbst wenn es so kommt, stehen noch unzählige Fragezeichen hinter der afghanischen Zukunft. Für die deutsche Politik gilt es, die richtigen Lehren aus den letzten beinahe 20 Jahren in Afghanistan zu ziehen.
Ganz gleich jedoch, wie es in Afghanistan weitergeht: Die Gefallenen des Fallschirmjägerbataillons 373 aus Seedorf und auch alle anderen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten fernab der Heimat ihr Leben ließen, dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Das Andenken an die Toten aufrechterhalten, so lautet der Appell des Deutschen BundeswehrVerbands. An die Toten des Karfreitagsgefechts, aber auch an die vielen anderen, die im Dienst und Auftrag des Parlaments in den Auslandseinsätzen ihr Leben ließen. Die Politik muss immer wieder daran erinnert werden, dass die Soldaten in den Einsätzen nicht nur die beste Ausrüstung verdienen, sondern ebenso Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit.
Zum zehnten Jahrestag des Karfreitagsgefechts haben im vergangenen Jahr Akteure und Beteiligte ihre Erinnerungen und Erfahrungen mit uns geteilt. Die daraus entstandene Multimedia-Reportage stellen wir Ihnen hier gerne nochmal zur Verfügung.
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