DBwV kurz vor dem Durchbruch – erste Abschläge angekündigt, doch das Gesetz wird wohl auf sich warten lassen
Tarifübertragung: DBwV bleibt energisch dran
Broschüre: Verbesserungen durch das „Artikelgesetz Zeitenwende“
Worauf es für Senioren ankommt
Wüstner: Wehrdienstgesetz ist eine fahrlässige Wette auf die Zukunft
Neues Gesetz für militärische Sicherheit
Wichtige Vorarbeit für die Hauptversammlung: der Koordinierungsausschuss
Zwischen Reichweite und Risiko – Social Media im Militär
Zeitsoldaten als Fachkräfte gefragt
Berufsinformationsmesse in Burg
Der Berufsförderungsdienst bei Radio Andernach
Anpassung der Geldleistungen nach dem Soldatenentschädigungsgesetz zum 1.Juli 2025
Bundestag verlängert Mandate für drei Auslandseinsätze
Bundestag berät über drei Auslandseinsätze
Schweres Gewusel im Kopf
Tagung der Themenverantwortlichen Auslandseinsatz: Eine Neuausrichtung für die Zukunft
Hymne zum Marsch zum Gedenken in neuer Version
Laufend laufend helfen
Erinnerung an Hauptfeldwebel Mischa Meier
Laufen für die gefallenen Ukrainer
Im Convoy Support Center werden die Fahrzeuge auch mit Treibstoff versorgt. Foto: Rainer Lammers
Im Oktober 2024 fand eine besondere Premiere in der Theodor-Blank-Kaserne in Rheine statt: Erstmals führte der zivile Organisationsbereich „Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen“ (IUD) der Bundeswehr mit Unterstützung der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL GmbH), der BwFuhrparkService GmbH und dem Deutschen Roten Kreuz eine eigenständige Übung zur Unterstützung von NATO-Truppenverlegungen durch. Diese Übung, genannt „Reliable Supporter 2024“ (RESU 24), simulierte den Betrieb eines Convoy Support Center (CSC) – eines Rast- und Versorgungspunkts für militärische Konvois.
Die Drehscheibe Deutschland: Schlüsselrolle für die NATO Aufgrund der geografischen Lage nimmt Deutschland eine zentrale Position im Rahmen der NATO-Bündnisverteidigung ein. Das sogenannte NATO-Force-Model fordert eine durchhaltefähige Sicherstellung von Truppenbewegungen und Nachschub, um die Verteidigungsbereitschaft an der NATO-Ostflanke zu stärken. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Maßnahmen ist das Bereitstellen von CSC, in denen durchmarschierende NATO-Streitkräfte tanken, kleinere Reparaturen durchführen, sich verpflegen und Ruhepausen einlegen können.
Das CSC in Rheine war dabei ein Prototyp: Ein vollumfängliches Versorgungslager für bis zu 800 Soldaten und ihre 250 Fahrzeuge, errichtet auf einer „grünen Wiese“, also ohne vorab bestehende Infrastruktur. Die Planung und Vorbereitung für diese Übung begann bereits im Juni 2024, wobei besonders die Kooperation zwischen zivilen und militärischen Einheiten im Vordergrund stand.
Ein logistisches Meisterwerk unter Leitung des BwDLZ Münster Verantwortlich für den Aufbau und Betrieb des CSC war das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Münster, das mit seinem Dienststellenleiter dem Leitenden Regierungsdirektor Thomas Goldschmidt einen entscheidenden Beitrag leistete. Das Team in Münster entwickelte ein Konzept, um die notwendige Infrastruktur bereitzustellen. Hierzu zählten unter anderem die Frage der Unterbringung von Soldaten in Zelten und Containern, die Sicherstellung der Kraftstoffversorgung und die Instandsetzung von Fahrzeugen.
Besondere Herausforderungen ergaben sich durch die Notwendigkeit, mobile Betankungsanlagen zu organisieren, da die vorhandenen Tankstellen oft nicht die Kapazität haben, die Vielzahl an Fahrzeugen in kurzer Zeit zu versorgen. Auch die Frage nach der Errichtung temporärer Versorgungsanlagen und die effiziente Nutzung vorhandener Ressourcen stellte das Team vor neue Aufgaben. Die engagierte Herangehensweise und die pragmatischen Lösungen des BwDLZ Münster setzten dabei Maßstäbe für die weitere Entwicklung des Konzepts.
Einblicke und Erkenntnisse für die Zukunft
Das Ziel von „Reliable Supporter 2024“ war es, die Zusammenarbeit zwischen der zivilen Bundeswehrverwaltung und den militärischen Einheiten zu erproben und weiterzuentwickeln. Die Übung lieferte wertvolle Erkenntnisse über die benötigten Ressourcen, die Planung von Infrastrukturmaßnahmen und die Kooperation mit zivilen Auftragnehmern. Besonders im Hinblick auf das Konzept „Fulfillment IUD“ konnte das Zusammenwirken erfolgreich erprobt werden. Dieser Ansatz zielt darauf ab, militärische Kräfte von logistischen und administrativen Aufgaben zu entlasten, damit sie sich auf ihre Kernaufträge konzentrieren können.
„Der OrgBer IUD hat mit dieser Übung Neuland betreten“, resümierte der Präsident des BAIUDBw, Prof. Dr. Roland Börger, der mit den Leistungen aller Übungsteilnehmer mehr als zufrieden war. Die gewonnenen Erfahrungen aus RESU 24 werden nun genutzt, um das Konzept der CSC weiter zu verfeinern und die Streitkräfte bei zukünftigen NATO-Übungen und Einsätzen zu unterstützen, um als OrgBer IUD der Rolle des „Reliable Supporters“ für die Streitkräfte gerecht zu werden. Gleichzeitig war die Übung ein wichtiger Meilenstein für die Resilienz und Kriegstüchtigkeit des Ressourcenbereiches IUD, der im Rahmen der „Drehscheibe Deutschland“ seine Rolle spielen wird.
Für den Deutschen BundeswehrVerband war Oberstleutnant Rainer Lammers vor Ort. Auch der stellvertretende Vorsitzende der TruKa BAIUDBw zog eine positive Bilanz der Übung: „Reliable Supporter 2024 war nicht nur ein wichtiger Testlauf für die Einrichtung der Convoy Support Center in Deutschland, sondern auch ein Beweis für die Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit des zivilen Bereichs der Bundeswehrverwaltung.“
Die Übung Reliable Supporter 2024 markiert den Beginn einer Reihe von Maßnahmen, um das CSC-Konzept in Deutschland weiter auszubauen und zu festigen – ein wichtiger Beitrag in Richtung einer zukunftsfähigen Bundeswehr, die für die Herausforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung bestens gerüstet sein muss.
Zurück zur Liste der Beiträge
DIESE SEITE:
TEILEN:
FOLGEN SIE UNS: