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Deutschland bildet Ukrainer am Patriot-System aus. Hier eines der Flugabwehrraketensysteme in der Slowakei. Foto: picture alliance / EPA | MARTIN DIVISEK
Soldaten aus der Ukraine sollen in Deutschland den Umgang mit westlicher Flugabwehr erlernen. Das Training ist eine Umschulung, kein Neustart - wie ein Ortsbesuch an einem Truppenstandort zeigt.Berlin. Die Ausbildung ukrainischer Soldaten am Flugabwehrsystem Patriot in Deutschland kommt nach Einschätzung der Luftwaffe zügig voran. Die Ukrainer seien hochmotiviert und oft schon im Einsatz erfahren, so dass es „schneller geht als erwartet“, sagte der Kommandeur des deutschen Ausbildungsverbandes am Mittwoch. Der Lehrgang für etwa 70 Männer, die aus den Kämpfen nach Deutschland gebracht wurden, läuft seit etwa zwei Wochen an einem Bundeswehrstandort, der aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden soll. Patriot („Phased Array Tracking Radar to Intercept on Target“) zählt zu den modernsten Flugabwehrsystemen der Welt. Damit können feindliche Flugzeuge, ballistische Raketen und Marschflugkörper bekämpft werden. Auf eine Entfernung von etwa 100 Kilometern und bis in Höhen von 30 Kilometern können die Abwehrraketen in einer gedachten Glocke um die Stellung Ziele treffen - abhängig vom eingesetzten Lenkflugkörper. Deutschland hatte sich zusammen mit den USA bereiterklärt, der Ukraine jeweils ein System der modernen Flugabwehr zur Verteidigung gegen russische Angriffe zu überlassen, die verstärkt auf die zivile Infrastruktur des Landes zielen.
Die Ukrainer werden in Deutschland in drei Aufgaben trainiert. Sie erlernen die Arbeit im Feuerleitstand, beim praktischen Betrieb der Startgeräte - wie die mobilen Abschussanlagen genannt werden - sowie in der Wartung und Instandsetzung des Waffensystems.
„Unsere Brigade ist eine Kampfbrigade und wir haben Erfahrung im Gefecht“, sagte ein ukrainischer Offizier am Mittwoch auf dem Bundeswehrgelände. „Unser Verband hat bereits mehr als 200 Ziele abgeschossen“, sagte er. Hauptwaffe ist demnach bisher das in Sowjetzeiten entwickelte Flugabwehrsystem S-300, dessen Fähigkeiten und Grenzen dem russischen Gegner genau bekannt sind.
Ausbildung an sechs Tagen die Woche
Die Ukrainer lernen in Deutschland sechs Tage in der Woche. Auf dem Gelände laufen die Waffensysteme im Übungsbetrieb. Lastwagen mit angebautem Kran heben zur Übung schwankende Wassereimer, Generatoren laufen, Hydraulikpumpen surren. In einigen Wochen lernen die Männer, Frauen sind nicht darunter, was für Bundeswehrsoldaten sonst auf Monate angelegt ist. „Die Motivation ist hoch, weil jeder weiß, worum es geht“, sagt ein deutscher Offizier.
„Patriot ist das stärkste System zur Abwehr taktischer, ballistischer Raketen. Dafür ist das System optimiert“, sagt der Ausbildungsleiter. Ein anderer Offizier spricht von einem „Gamechanger“ - einer Waffe, die die Regeln auf dem Gefechtsfeld zu Gunsten der Ukrainer verändert - weil sie weiter und schneller schießt als bisher vorhandene Systeme.
Die Bundeswehr selbst hat zwölf Patriot-Systeme, davon sind drei in Polen im Einsatz und zwei in der Slowakei. Mehrere werden derzeit von der Industrie modernisiert. Es handelt sich um ein knappes Gut. Im Kalten Krieg hatte die Bundeswehr selbst noch 36 der Systeme.
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