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Kabul. Politiker und Armeeangehörige in Afghanistan haben den Abzug der Bundeswehr bedauert. Nach 20 Jahren freundlicher Beziehungen sei es «wie einen guten Freund zu verlieren», sagte General Khanullah Schudschah, der Kommandeur des 209. Corps der afghanischen Armee in Masar-i-Scharif, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Schudschah hat von den deutschen Soldaten das Camp Marmal übernommen, das viele Jahre der größte Stützpunkt der Bundeswehr im Ausland war.
Am Dienstagabend (Ortszeit) waren die letzten verbliebenen deutschen Soldaten der Nato-Mission «Resolute Support» in vier Militärmaschinen aus Camp Marmal in der Stadt Masar-i-Scharif im Norden des Landes ausgeflogen worden. Damit hat die Bundeswehr ihren vor fast 20 Jahren begonnenen Einsatz in Afghanistan beendet.
Bei der Verabschiedung habe man Geschenke ausgetauscht, sagte Schudschah. Er habe vom deutschen Kommandeur Ansgar Meyer ein Schwert erhalten und diesem einen handgeknüpften Teppich geschenkt. Dass aktuell der Krieg mit den militant-islamistischen Taliban in voller Intensität laufe, sehe jeder. Seine Truppen seien bereit und hätten die notwendigen Kapazitäten, sagte der Kommandeur. Die Taliban haben seit Anfang Mai rund 90 der etwa 400 Bezirke des Landes erobert.
Örtliche Politiker befürchteten, der Abzug werde negative Auswirkungen auf die Moral der afghanischen Sicherheitskräfte haben. Die deutschen Soldaten seien zwar schon lange nicht mehr an Kampfhandlungen beteiligt gewesen, doch ihre Anwesenheit alleine habe die Moral der afghanischen Soldaten und Polizisten gestärkt. Nun zögen sie und viele Zivilisten den Schluss, dass die Situation im Land so schlimm geworden sei, «dass uns alle alleine lassen», sagte die Parlamentarierin Fausia Hamidi. Provinzräte sagten zudem, der Abzug werde die Taliban weiter ermutigen.
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