Mit spannenden Themen beschäftigte sich die „Blaue Stunde“ im Munitionsversorgungszentrum West (MunVersZWes) in Wulfen. Foto: DBwV/Gemmer

Mit spannenden Themen beschäftigte sich die „Blaue Stunde“ im Munitionsversorgungszentrum West (MunVersZWes) in Wulfen. Foto: DBwV/LV West

17.08.2026
Von Jürgen Gemmer

Blaue Stunde in Wulfen: Aktuelle Informationen stärken den Dialog

Wulfen. Wie verändern Zeitenwende, Künstliche Intelligenz und neue rechtliche Rahmenbedingungen die Arbeitswelt der Bundeswehr? Mit diesen hochaktuellen Themen beschäftigte sich die „Blaue Stunde“ im Munitionsversorgungszentrum West (MunVersZWes) in Wulfen. Soldatinnen, Soldaten und Zivilbeschäftigte nutzten gemeinsam mit den per Videokonferenz zugeschalteten Teilnehmern aus den Standorten Lorup, Rheinbach und Köppern die Gelegenheit zum intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch.

Die persönliche Einladung der Referenten sowie die Genehmigung und der ausdrückliche Wunsch zur Durchführung der Veranstaltung gingen von Oberstleutnant Vellmer, Leiter MunVersZWest, aus. Die Eröffnung der Blauen Stunde übernahm der Leiter BtrbFü des Munitionslagers Wulfen, Hauptmann Kai-Uwe Golubski, der die Teilnehmer herzlich begrüßte und die Bedeutung des persönlichen Informations- und Erfahrungsaustauschs hervorhob.

Den ersten Fachvortrag hielt Oberstabsfeldwebel a.D. Jürgen Gemmer, Sonderbeauftragter Bundeswehr & Wirtschaft sowie SaZ-Beauftragter des Landesverbandes West im Deutschen BundeswehrVerband. Unter dem Titel „Arbeitswelt von morgen – Zwischen Zeitenwende, Künstlicher Intelligenz und Verantwortung“ beleuchtete er die Auswirkungen der veränderten sicherheitspolitischen Lage, der Zeitenwende sowie der fortschreitenden Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz auf die Arbeitswelt der Bundeswehr. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Chancen neuer Technologien, sondern auch die Verantwortung des Menschen, die Bedeutung von Führung, Vertrauen und Kameradschaft sowie die Notwendigkeit, den Wandel aktiv mitzugestalten.

Im zweiten Fachvortrag referierte ROAR Sebastian Käding über den Rechtsrahmen für das zivile Personal der Bundeswehr im Spannungs-, Verteidigungs- und Bündnisfall. Ausgehend von den verfassungsrechtlichen Grundlagen erläuterte er die unterschiedlichen Eskalationsstufen sowie die völkerrechtliche Einordnung des zivilen Personals. Darüber hinaus stellte er die unterschiedlichen Rechtsgrundlagen für Beamte und Tarifbeschäftigte dar und ging auf deren Rechte und Pflichten sowie die besonderen Regelungen ein, die in außergewöhnlichen Lagen gelten. Anhand praxisnaher Beispiele verdeutlichte er, wie sich die gesetzlichen Handlungsmöglichkeiten des Dienstherrn mit den weiterhin bestehenden Schutzrechten der Beschäftigten vereinbaren lassen.

Der Vortrag stieß insbesondere bei den Zivilbeschäftigten auf großes Interesse. Die lebhafte Diskussion zeigte, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen und ihre praktischen Auswirkungen auf den Dienstalltag für viele Teilnehmende von hoher Relevanz sind. Aufgrund des großen Interesses ist vorgesehen, diese Themen auch im Rahmen der Online-Veranstaltungen des Landesverbandes West erneut aufzugreifen und weiter zu vertiefen.

Die Veranstaltung machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig der persönliche Austausch und aktuelle Informationen in einer Zeit tiefgreifender sicherheitspolitischer Veränderungen sind. Die Kombination aus Präsenzveranstaltung und der Zuschaltung weiterer Standorte erwies sich als großer Gewinn und stärkte den standortübergreifenden Dialog.

Diese Form der Informationsveranstaltung hat sich als äußerst zielführend erwiesen und kann beispielgebend für weitere Veranstaltungen im Deutschen BundeswehrVerband sein.

Ein besonderer Dank gilt Oberstleutnant Vellmer für seine persönliche Einladung der Referenten und seine Unterstützung der Veranstaltung. Ebenso gilt der Dank Hauptmann Kai-Uwe Golubski für die Eröffnung der „Blauen Stunde“ sowie Oberstabsfeldwebel a. D. Uwe Karsten, dem Vorsitzenden der Standortkameradschaft für seine Initiative mit den Vorstandskameraden OSG Mirco Hoffmann und TRAI Harald Grewe diese Veranstaltung initiiert zu haben und dem Stab des Munitionsversorgungszentrums West Wulfen. Durch ihr großes Engagement, die hervorragende Organisation und die ausgezeichnete Zusammenarbeit wurde die „Blaue Stunde“ zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.

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