Zur Veranstaltung in der Offizierheimgesellschaft Hannover-Bothfeld kamen rund 110 Teilnehmer und Gäste. Foto: DBwV

Zur Veranstaltung in der Offizierheimgesellschaft Hannover-Bothfeld kamen rund 110 Teilnehmer und Gäste. Foto: DBwV

17.06.2026
jf

Jubiläum der Ehemaligen Region Hannover

Hannover. Die Kameradschaft der Ehemaligen, Reservisten und Hinterbliebenen (ERH) Region Hannover hat ihr 55-jähriges Bestehen gefeiert. Eigentlich sollte 2021 das 50. begangen werden, doch da machte Corona der Kameradschaft einen Strich durch die Rechnung. So lud der Vorstand um Oberst a.D. Ortwin Timm Mitte Juni zu einer Festveranstaltung 55 Jahre ein. Unter den Gästen Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Politiker aus Hannover und der Region sowie Vertreter der Bundeswehr mit dem Kommandeur Kommando Feldjäger Bundeswehr, Brigadegeneral Sandro Wiesner, an der Spitze. Als Festredner reiste der Bundesvorsitzende des DBwV, Oberst André Wüstner, an.

Der Kameradschaftsvorsitzende sieht durch die 840 Mitglieder in der Region Hannover „ein Zeichen der Wertschätzung des DBwV“.  Diese verteilen sich auf die Landeshauptstadt sowie weitere Städte im Umland, darunter Langenhagen, Garbsen, Laatzen und Neustadt am Rübenberge. Rund 700 davon sind ehemalige Angehörige der Bundeswehr, dazu kommen Angehörige und Hinterbliebene. „Die gegenseitige Unterstützung ohne Gegenleistung zu verlangen ist ein Element unseres Verständnisses und schließt dabei alle Hinterbliebenen und Angehörigen mit ein – ganz im Sinne ehrenamtlicher Verpflichtung“, stellte Timm in seiner Begrüßung fest. Mit Blick auf die zurückliegenden 55 Jahre führte er weiter aus: „Dass wir dieses, unser Selbstverständnis, über fünfeinhalb Jahrzehnte entwickeln und erhalten konnten, ist ein Gewinn für jeden von uns.“

In ihren Grußworten würdigten Politiker den Dienst der Soldatinnen und Soldaten an Gesellschaft und Staat. Für Dr. Hendrik Hoppenstedt, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ist eine starke Bundeswehr zwingend erforderlich, um auch in Zukunft in Frieden leben zu können. Ohne direkt eine Wehrpflicht zu fordern, erinnerte er an seine Dienstzeit und vor allem die Grundausbildung, die er mit Kameraden unterschiedlichster Gesellschaftsschichten absolvierte. Menschliche Begegnungen, die anderweitig wohl nicht möglich gewesen wären, aber eine Erfahrung, die der Politiker nicht missen möchte. Ein Aspekt der Wehrpflicht, der diese zwar nicht begründen kann, aber gesellschaftlich mehr als positiv zu betrachten ist.

Oberst Wüstner ging auf den Wert des Ehrenamtes für die Gesellschaft ein und dankt dem Kameradschaftsvorstand um Timm für ihre Arbeit. Auf die „Zeitenwende“ verweisend stellte er fest, dass nicht nur die Bundeswehr, sondern auch die zivile Verteidigung „unterfüttert“ werden muss. Für Ungeduld wegen oft zeitraubender Entscheidungen und deren Umsetzung zeigte der Bundesvorsitzende zwar Verständnis, sieht aber auch bei notwendigen Gesetzesänderungen und in der Beschleunigung von Maßnahmen Verbesserungen. In Sachen Personalgewinnung für die Streitkräfte sieht er einen Aspekt, an dem die Zeitenwende für die Bundeswehr scheitern könnte, sollte die erforderliche Stärke nicht erreicht werden. Auch deshalb blickt er in den nächsten Monaten gespannt auf politische Entwicklung in Berlin.

Nach seinem Vortrag zeichnete Wüst den Kameradschaftsvorsitzenden Timm mit der Verdienstnadel des DBwV in Bronze aus. Damit würdigte er dessen Engagement für die Kameradschaft und den DBwV. Passender als die Jubiläumsveranstaltung hätte eine Gelegenheit dafür nicht sein können.

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