06.11.2026
dpa

Litauen-Brigade will Kamikazedrohnen bei Gefechtsübung testen

Vilnius. Bei ihrem Manöver «Freedom Shield» wird die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 der Bundeswehr im November erstmals auch Kamikaze-Drohnen testen. Neben verschiedenen Drohnen aller Art sollen bei der bislang größten Gefechtsübung des Kampfverbandes an der Nato-Ostflanke erstmals auch neue «Loitering Munition»-Systeme zum Einsatz kommen. Dies teilte ein Sprecher der Brigade in dem baltischen EU- und Nato-Land mit, das an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad und an Russlands Verbündeten Belarus grenzt.

Kamikazedrohnen können über längere Zeit in der Luft über einem Gebiet verweilen (englisch «to loiter») und dann ihr Ziel angreifen. Dabei werden sie in der Regel selbst zerstört, daher die Bezeichnung. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte kürzlich die Aufstellung eines Drohnenregiments angekündigt, das der Panzerbrigade 45 zugeordnet werden soll. Die Brigade soll ab kommendem Jahr mit der «loitering munition» ausgestattet werden - und wird sie nun erstmals testen.

General: Meilenstein auf dem Weg zu kriegstüchtiger Brigade

Für «Freedom Shield» sollen nach Angaben des Sprechers rund 3.800 Soldaten aus acht Nato-Staaten vom 17. November an in Litauen zusammengezogen werden. Zehn Tage lang sollen sie die Überquerung des Flusses Nemunas südlich von Kaunas und das Gefecht von verbundenen Waffen - unter Einbeziehung von Drohnen und elektronischer Kampfführung - auf dem Truppenübungsplatz in Rudninkai üben.

«Die Übung Freedom Shield ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer voll ausgestatteten, einsatzbereiten und damit kriegstüchtigen Brigade Litauen», sagte der Kommandeur der Panzerbrigade 45, Brigadegeneral Christoph Huber. «Wir üben, um besser zu werden. Innovativ bereiten wir uns konsequent auf die Erfordernisse eines möglichen Kriegsbildes vor.»

Gefechtsverband zum Schutz der Nato-Ostflanke

Die Bundeswehr baut in Litauen die Panzerbrigade 45 auf. Sie wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt und im Frühjahr 2025 formal in Dienst gestellt. Die Truppe soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll als Kampfverband einsatzfähig sein. Bislang sind rund 2.000 Angehörige des Gefechtsverbandes in Litauen stationiert.

Der Brigade unterstellt sind auch das Panzerbataillons 203 aus Augustdorf und des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach, deren Truppen und Ausrüstung per Fähre und Bahn für «Freedom Shield» nach Litauen verlegt werden. Beide Verbände sollen dem Sprecher zufolge ab kommenden Jahr dauerhaft in Rudninkai stationiert werden, sobald der baltische Staat die Infrastruktur dafür fertiggestellt hat.

Auch Brigade aus Sachsen übt in Litauen

Parallel zu «Freedom Shield» wird auch die der Nato als schnell einsatzbereite Truppe zur Verfügung stehende Panzergrenadierbrigade 37 aus Frankenberg in Sachsen zur Gefechtsübung «Grand Eagle» nach Litauen verlegt. Beide Übungen werden durch die 10. Panzerdivision koordiniert, der beide Brigaden unterstellt sind. Insgesamt üben dann nach Bundeswehr-Angaben rund 6.000 Soldatinnen und Soldaten gleichzeitig im Baltikum.

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