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Leipzig: Zehn Monate nach dem Fund eines Waffenverstecks im Garten eines Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) aus Sachsen geht der Prozess dem Ende zu. Am Freitag sind nach derzeitigem Stand die Plädoyers geplant, anschließend könnte auch noch das Urteil verkündet werden, wie eine Sprecherin des Landgerichts Leipzig sagte. Der suspendierte 46 Jahre alte Soldat muss sich wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz verantworten.
Bei einer Durchsuchung seines Grundstücks in Collm (Landkreis Nordsachsen) hatten die Ermittler im vergangenen Mai unter anderem zwei Kilogramm professionellen Sprengstoff sowie Schriften mit rechtsextremen Inhalten entdeckt. Zudem hatte der Soldat im Garten mehrere Tausend Stück Gewehr- und Pistolenmunition, ein Sturmgewehr AK47, eine Armbrust, eine Nebelhandgranate sowie Schusswaffen und Waffenteile vergraben. Der Angeklagte war in der 2. Kompanie jahrelang für die Planung und Durchführung von Schießübungen und somit auch für die Munitionsübergabe an die Soldaten verantwortlich.
Ein Sprengstoffexperte der Polizei hatte die sichergestellten Materialien als einsatzfähig bezeichnet. Ein Fachmann hätte mit dem Sprengstoff und den Zündern massiven Schaden anrichten können, hieß es. Wäre ein Block unter oder in einem Auto gezündet worden, hätte dies das Fahrzeug komplett zerstört und alle Insassen getötet. Der Sprengstoff hätte auch in einem Koffer unter der Bank einer Bushaltestelle eine verheerende Wirkung erzielt.
Der Angeklagte hatte die Taten zu Prozessbeginn eingeräumt. Das Sturmgewehr sollte seinen Angaben zufolge als Deko-Waffe in seinem Wohnzimmer dienen. Die andere Munition sollte bei einer Übung im Sommer 2020 verwendet werden. Dazu war sei es aber wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie nicht mehr gekommen, hatte der 46-Jährige erklärt.
Die später aufgelöste 2. Kommando-Kompanie hatte 2017 bei einer Abschiedsfeier für einen KSK-Kommandeur mit Schweineköpfen geworfen. Dabei soll auch Rechtsrock gehört und der Hitlergruß gezeigt worden sein.
Der Fall ist auch politisch brisant, nachdem bekannt geworden war, dass die Elitesoldaten von März bis Mai vergangenen Jahres gehortete oder womöglich auch gestohlene Munition abgeben konnten, ohne dass Konsequenzen drohten. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) prüft wegen der Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Munition beim Kommando Spezialkräfte (KSK) ein gerichtliches Disziplinarverfahren gegen den Kommandeur. Dieser hatte die straffreie Sammelaktion für Munition am 1. April 2020 eigenständig durch mündlichen Befehl angeordnet. Nach Angaben eines KSK-Offiziers wurden dabei mehr als 50 000 Munitionsartikel abgegeben. Woher diese stammten, blieb aber unklar.
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