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Im vergangenen Sommer nahm Stabsfeldwebel Volker Keil (M.) an einer Gedenkstunde zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutsch-jüdischen Soldaten teil. Foto: DBwV
Die Pflege der Gedenkkultur ist dem Landesverband West im Deutschen BundeswehrVerband seit jeher ein besonderes Anliegen. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Militärseelsorge der Bundeswehr – und selbstverständlich auch mit dem jüdischen Militärrabbinat, das 2021 seine Arbeit in Deutschland aufgenommen hat.
Ein ganz besonderes Ereignis im westfälischen Recklinghausen verdeutlichte im vergangenen Sommer diese Zusammenarbeit. Am 28. Juli, dem 109. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges, nahm der Stellvertretende Landesvorsitzende West, Stabsfeldwebel Volker Keil, an einer Gedenkstunde zu Ehren der deutsch-jüdischen Soldaten teil.
Zu Ehren der gefallenen jüdischen Mitbürger der Gemeinde Recklinghausen wurde 1921 ein Obelisk auf dem jüdischen Friedhof errichtet, der bei der Gedenkstunde frisch renoviert der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die dortige Jüdische Kultusgemeinde hat Verbindung zu dem langjährigen KVK-Leiter Recklinghausen, Oberstleutnant d.R. Martin Gerdes. Er sorgte dafür, dass eine Delegation der Bundeswehr teilnahm, natürlich unter Beteiligung des Deutschen BundeswehrVerbandes.
Obelisk erinnert an die jüdischen Gefallenen
„Es war eine wirklich bewegende Zeremonie hier in Recklinghausen“, bemerkte Volker Keil. Insgesamt 13 Tote hatte die dortige jüdische Gemeinde während des Ersten Weltkrieges zu beklagen. An die Gefallenen wird mit dem Obelisken in würdevoller Form erinnert. Die Festansprache mit Gebet hielt der Militärbundesrabbiner Zsolt Balla aus dem Berliner Militärrabbinat. Zusammen mit Rabbiner Avigdor Moshe Nosikov und dem Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen, Dr. Mark Gutkin, wurde vor etlichen Gästen das Ehrenmal enthüllt. In seiner Rede ging Balla auf das Opfer, das diese Menschen gebracht haben, ein und betonte, wie wertvoll jedes Leben sei.
Stabsfeldwebel Volker Keil bedankte sich im Anschluss beim Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde und beim Militärbundesrabbiner für die außerordentlich bewegende Veranstaltung. „Leider wird viel zu selten über die Opfer der deutschen Soldaten jüdischen Glaubens im Ersten Weltkrieg gesprochen. Aber ebenso bemerkenswert ist die Tatsache, dass dieser Obelisk die Schrecken der Nazizeit überstanden hat“, erinnerte Keil.
Ehrenmal überstand die Nazi-Terrorherrschaft
Der Recklinghäuser Obelisk ist etwas ganz Besonderes und auch selten. Es war das erste Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges in Recklinghausen und der Architekt hatte sich dazu entschieden, im oberen Teil den Davidstern anzubringen und etwas darunter das Eiserne Kreuz. Dies war 1921 durchaus ungewöhnlich. Dass es danach die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten überstanden hat, grenzt an ein Wunder.
In Sichtweite des nun wieder hergerichteten Ehrenmals, nur ca. 15 Meter entfernt, steht ein weiteres Ehrenmal. Dies ist den jüdischen Opfern des Holocaust gewidmet. „Dieser Gedenkort hat mich tief beeindruckt“, so Volker Keil im Anschluss. Auf der einen Seite die Erinnerung an das Opfer, dass unsere jüdischen Mitbürger im Ersten Weltkrieg für Deutschland gebracht haben und dicht daneben die Erinnerung an die grauenhafte Verfolgung und Ermordung Unschuldiger, die nur aufgrund ihres Glaubens verfolgt wurden. So unterschiedlich diese beiden Gedenkstätten sind, so mahnen sie uns doch mit der gleichen Botschaft: „Nie wieder!“
Der Stellvertretende Landesvorsitzende abschließend: „Wir müssen alles dafür tun, Kriege wie diese zu verhindern und wir müssen alles dafür tun, dass nie wieder Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Herkunft verfolgt werden. Die Freiheit unseres Landes und Gleichheit aller seiner Bürger, ist kein Geschenk, das uns auf Ewig gegeben ist, wir müssen sie täglich beschützen und verteidigen.“
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