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Mehr Aufträge, sinkende Preise: Rheinmetall-Chef Papperger sieht die deutsche Industrie für den schnellen Ausbau der Rüstungsproduktion gut vorbereitet.
Hannover. Trotz wachsender Nachfrage nach Waffen sieht sich die deutsche Rüstungsindustrie laut Rheinmetall-Chef Armin Papperger in der Lage, die Produktion schnell auszuweiten. «Das ist machbar und ich sehe da kein Problem drin», sagte er bei einer Diskussionsrunde auf der Hannover Messe. Wenn die Aufträge da seien, werde die deutsche Industrie auch liefern können. Das habe sein Unternehmen schon bisher in seiner Autozuliefersparte gezeigt. Das werde nun auch im Rüstungsbereich gehen.
Schon die Fertigung von Artilleriemunition habe sein Unternehmen seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine mehr als verzehnfacht. «Da geht es um riesige Investitionen.» Und die habe sein Unternehmen zum Teil ohne schriftlichen Auftrag getätigt, «per Handschlag», sagte Papperger. Der Vertrag sei erst danach gekommen. «Und wenn wir dieses Vertrauen haben, dann kriegen wir auch Geschwindigkeit.»
Tempo hoch - Preise runter
Die sei auch nötig. Zu lange habe man sich allein auf die nukleare Abschreckung verlassen «und im konventionellen Bereich haben wir zu wenig gemacht», so der Rheinmetall-Chef. Jetzt habe man in kurzer Zeit lernen müssen umzusteuern. Gerade die Waffentechnik entwickle sich rasant, etwa durch den Einsatz von Drohnen. Darauf müsse die Branche schnell reagieren und die Technologien zügig weiterentwickeln.
Bei den Preisen, die etwa die Bundeswehr zahlen muss, zeigte sich Papperger zuversichtlich, dass diese sinken werden. «Ich glaube, dass die Preise runtergehen.» Denn mit den ganzen Aufträgen aus Deutschland und von anderen europäischen Ländern werde das Volumen steigen - und die Kosten würden dadurch sinken. Bei der Artilleriemunition sei das schon jetzt zu beobachten. Die sei heute dank großer Stückzahlen günstiger als noch vor fünf oder sechs Jahren.
Der Auftritt des Rheinmetall-Chefs wurde mehrfach durch Zwischenrufe gestört. Gleich zu Beginn gab es Sprechchöre wie «Nie wieder Krieg» und «Nie wieder Wehrpflicht». Mehrere Störer wurden von Sicherheitskräften aus dem Veranstaltungsbereich getragen.
Rüstung erstmals stärker im Fokus
Auf der Messe zeigt Rheinmetall unter anderem, wie sich Fahrzeuge auch aus großer Entfernung fernsteuern lassen. Auf dem Messestand in Hannover wurde dazu ein Fahrstand als Kontrollzentrum aufgebaut, von dem aus in Echtzeit ein Fahrzeug am Firmensitz in Düsseldorf gesteuert wird.
Das Thema Rüstung ist auf der Hannover Messe in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Schwerpunkt vertreten. Im sogenannten Defense Production Park zeigen rund 40 Unternehmen auf 1.200 Quadratmetern Lösungen für den schnellen Hochlauf der Rüstungsproduktion.
Am Montag hatte bereits Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Industrieschau besucht. Für die Messegesellschaft ist der neue Bereich auch ein Vorgeschmack auf die Sicherheits- und Verteidigungsmesse Defence & Security Equipment International Germany, die im März 2027 erstmals in Hannover stattfinden soll.
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